Vom Traumschloss blieb ein Platz

Ruth Frauchiger-Rothenbühler, im Oberaargau vielerorts bekannt, hat eine historische Novelle geschrieben. «Der Pakt im Schwarzwald» ist in der Zeit der Religionskriege ange­siedelt.

Ruth Frauchiger mit ihrem Erstling, einer historischen Novelle.

Ruth Frauchiger mit ihrem Erstling, einer historischen Novelle. Bild: Thomas Peter

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Ruth Frauchiger, ehemalige Pfarrfrau und Gymnasiallehrerin, lebt heute in der Ajoie. Für einmal ist sie an einen ihrer ehemaligen Wirkungsorte zurückgekehrt. In einem Kursraum der Volkshochschule, deren Reorganisation sie damals als Präsidentin mitgeprägt hat, erzählt sie die Entstehungsgeschichte ihrer historischen Novelle «Der Pakt im Schwarzwald».

Das Geheimnis der Stadt

Die Autorin war in Wynau und Huttwil Pfarrfrau. Nach dem frühen Tod ihres Mannes unterrichtete sie von 1990 bis 2008 am Gymnasium Langenthal Geschichte, Deutsch und Philosophie. Beim Rekognoszieren für eine Studienreise nach Freudenstadt im Schwarzwald fiel ihr dort der riesige Marktplatz auf. Auch fragte sie sich, weshalb diese Stadt mitten im Schwarzwald gebaut worden war und warum sie 1945 brannte, als keine Bomben mehr fielen.

Friedrich I. von Württemberg wollte um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert mitten im Schwarzwald ein neues Machtzentrum erstellen, das gleichzeitig als Zufluchtsort für die verfolgten Protestanten dienen sollte. Er beauftragte mit der Planung den weitherum bekannten Architekten Heinrich Schickardt. Das Projekt galt als grössenwahnsinnig.

Neben der besonderen Lage mitten im Wald sollte im Zentrum der Stadt auch noch ein grosses Schloss errichtet werden. Während die Stadt tatsächlich gebaut wurde, verhinderte der Tod des Herzogs den Bau des Schlosses. So blieb der grösste Marktplatz Deutschlands bis zum heutigen Tag frei.

Fakten und Fiktion

Auf dieser historischen Basis, welche die Autorin sorgfältig recherchiert hat, beruht die Novelle «Der Pakt im Schwarzwald». Ruth Frauchiger ergänzt die historische Überlieferung mit fiktiven Elementen und Figuren, welche die Zeit der Reformation, der Religionskriege und der sozialen Umwälzungen jener Zeit verdeutlichen. Und sie zeigt auf, wie Projekte, die zu hoch gegriffen sind, scheitern. «Mir ist der faustische Ansatz sehr wichtig», erklärt die Autorin. «Denn dem Tun des Menschen sind immer Grenzen gesetzt. Überschreitet er diese, muss er scheitern.»

Wer den «Pakt im Schwarzwald» zur Hand nimmt, kann sich auf eine anspruchsvolle, aber spannende Lektüre und neue geschichtliche Erkenntnisse gefasst machen. Er oder sie erlebt bei der Lektüre eine packende Erzählung und nicht zuletzt eine berührende Liebesgeschichte.

Ruth Frauchiger-Rothenbühler: «Der Pakt im Schwarzwald» – Novelle. Edition Fischer, Frankfurt a. Main 2016. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.05.2016, 08:03 Uhr

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