Thunstetten

Umfahrung: Fluch oder Segen?

ThunstettenDie Umfahrungsstrasse von Aarwangen werde den Ausweichverkehr über Thunstetten fördern, warnt der frühere FDP-Gemeinderat Stefan Krähenbühl. Er fordert jetzt schon Einschränkungen und ein Lastwagenfahrverbot.

Wird die Untergasse in Thunstetten zur Ausweichroute, wenn sich die Fahrzeuge nach dem Bau der Umfahrung Aarwangen am Ortseingang von Langenthal stauen?

Wird die Untergasse in Thunstetten zur Ausweichroute, wenn sich die Fahrzeuge nach dem Bau der Umfahrung Aarwangen am Ortseingang von Langenthal stauen? Bild: Robert Grogg

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Acht Jahre lang führte Stefan Krähenbühl (FDP) im Gemeinderat Thunstetten das Ressort Bauen. Er war also bis Ende 2013 in die Planung des damals noch Autobahnzubringer genannten Projektes einbezogen.

Am Schluss der letzten Gemeindeversammlung ergriff er das Wort und warnte vor den Auswirkungen der Umfahrung Aarwangen. Gegenüber dieser Zeitung präzisiert er: «Als Freisinniger sehe ich natürlich die Anliegen der Wirtschaft. Ich bin auch kein Gegner der Umfahrung. Aber ich warne vor den Auswirkungen auf die Gemeinde Thunstetten.»

Die Ingenieure des Kantons würden immer behaupten, die Umfahrung bringe für Thunstetten keinen Mehrverkehr. «Beweisen können sie diese Aussage aber genauso wenig wie ich das Gegenteil», sagt Krähenbühl.

Aber mit etwas gesundem Menschenverstand müsse man genau davon ausgehen. Einen kleinen Beweis hat er doch: Als der Dreilinden-Kreisel gebaut wurde, da fanden sofort auffallend viele Verkehrsteilnehmer die Ausweichroute über Thunstetten.

Die Verkehrszählungen von 2012 ergaben für die Untergasse in Thunstetten im Durchschnitt 2600 Fahrzeuge täglich. Ohne Umfahrung Aarwangen sollen es bis ins Jahr 2030 hochgerechnet 4700 sein, mit Umfahrung 4400.

Drei statt sechs Kreisel

Krähenbühl traut diesen Zahlen nicht. Die Ortskundigen würden sich beim zu erwartenden Stau am Ortseingang von Langenthal einen Ausweg suchen, und der führe nun mal über die Schlossstrasse in Bützberg und dann die Berggasse hinauf Richtung Schloss sowie durch die Untergasse und die Thunstettenstrasse nach Langenthal.

Diese Route werde heute schon oft als Arbeitsweg benützt. Dort sind nur drei statt sechs Kreisel zu bewältigen. Allerdings führt die Untergasse durch ein Wohnquartier.

Für ein fast doppelt so grosses Verkehrsaufkommen ist diese Strasse nicht gemacht. Und schon gar nicht für grosse Lastwagen. Krähenbühl fürchtet, dass auch die zukünftig mittels GPS diesen Weg entdecken.

Persönlich sei er nicht direkt betroffen. Er wohne etwas abseits an der Käsereistrasse. Aber das Problem müsse jetzt während der noch bis am kommenden Freitag, 13. November, laufenden Mitwirkung erkannt und angesprochen werden. Diese Frist wurde zum Teil kritisiert. Sie wird aber nicht verlängert. Das sagte am Freitag Kreisoberingenieur Roger Schibler.

Verbot für den Schwerverkehr

Weniger dramatisch sieht es Gemeindepräsident Alfred Röthlisberger. Er will nicht öffentlich für oder gegen eine der aufliegenden Varianten Stellung beziehen. In den offiziellen Begleitunterlagen des Kantons lässt er sich denn auch relativ unverbindlich zitieren: «Entlastung für die einen, Belastung für die andern. Regionales Denken ist gefragt mit flankierenden Massnahmen und Lösungen.»

Röthlisberger bestreitet jedoch, dass der Bau von neuen Strassen in jedem Fall auch mehr Verkehr nach sich zieht und sagt: «Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer hat mir zugesichert, dass in Thunstetten Lenkungsmassnahmen kommen sollen.»

Krähenbühl wüsste gerne heute schon, wie diese Massnahmen aussehen. Ein Verbot für den Schwerverkehr betrachtet er als unabdingbar. Er sei kein Gegner der Verkehrssanierung in Aarwangen, wiederholt er, «aber ich finde beide vorliegenden Varianten nicht wirklich gut. Man darf auch nicht ausschliesslich die Wirtschaft in den Vordergrund stellen.»

Der Schoren-Tunnel

Zu seiner Zeit im Gemeinderat habe man noch über einen Schoren-Tunnel als Weiterführung der Umfahrung Richtung Lotzwil diskutiert. Der hätte die Probleme lösen können, so Krähenbühl.

«Das mag stimmen», sagt Kreisoberingenieur Roger Schibler, «aber ein Schoren-Tunnel ist aufgrund von Kosten und Nutzen längst kein Thema mehr.» Dieser Tunnel sei zwar auch in Zukunft möglich, eine Finanzierungsmöglichkeit sieht er vorläufig aber keine. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.11.2015, 09:03 Uhr

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