SVP legt zu, EDU erstmals im Rat

Huttwil

Adrian Lienhart und Manfred Eymann ziehen für die SVP neu in den Gemeinderat ein, Alexander Grädel für die EDU. Kurt Graf (FDP) wurde abgewählt.

Der neue Huttwiler Gemeinderat (v.l.): Manfred Eymann (SVP, neu), Walter Rohrbach (BDP, bisher), Alexander Gädel (EDU, neu), Hans Mathys (FDP, bisher), Sandra Lambroia Groux (SP, bisher), Adrian Lienhart (SVP, neu) und Marcel Sommer (SVP, bisher).

Der neue Huttwiler Gemeinderat (v.l.): Manfred Eymann (SVP, neu), Walter Rohrbach (BDP, bisher), Alexander Gädel (EDU, neu), Hans Mathys (FDP, bisher), Sandra Lambroia Groux (SP, bisher), Adrian Lienhart (SVP, neu) und Marcel Sommer (SVP, bisher).

(Bild: Andreas Marbot)

Jürg Rettenmund

Was Vater Johann Ulrich Grädel während Jahren vergeblich versuchte, gelang nun Sohn Alexander gleich im ersten Anlauf: Er zieht als erster Vertreter der EDU in den Gemeinderat von Huttwil ein. Die EDU legte selbst markant zu: um 158 Stimmen oder 2,8 Prozent.

Geschafft hat sie es allerdings nur dank der erstmals eingegangenen Listenverbindung mit SVP und FDP: Dank dieser luchsten sie der SP einen Sitz ab. Um den zweiten Sitz zu verteidigen, fehlten der SP vor allem die Stimmen der Freien Wähler, die sich Ende Jahr auflösen, Wiedergewählt wurde Sandra Lambroia Groux.

Listenverbindung entschied

Trotzdem zeigte sich SP-Vizepräsident Adrian Wüthrich nicht total enttäuscht vom Verdikt an der Urne: Anteilmässig habe die SP sogar leicht zulegen können, obschon sie nur mit einer Bisherigen antreten konnte, und ohne bürgerliche Listenverbindung hätte das sogar für zwei Sitze gereicht.

Den Rechtsrutsch zu verantworten habe damit die FDP, die mit SVP und EDU gemein­same Sache gemacht habe. Für Wüthrich ist angesichts dieses knappenResultat klar: «In vier Jahren müssen wir besser mobilisieren.»

Abwahl mit gutem Resultat

Der FDP wiederum hat dieser Schulterschluss nichts genützt. Sie brach gegenüber vor vier Jahren um 405 Stimmen oder 3 Prozent Stimmenanteil ein und konnte nur den Sitz von Hans Mathys verteidigen.

Kurt Graf, erst im August für Samuel Lanz nachgerutscht, muss den Rat Ende Jahr bereits wieder verlassen. Dies trotz eines sehr guten persönlichen Resultats: Mit seinen 510 Stimmen lag er ex aeqo mit Manfred Eymann, der für die SVP neu in den Rat einzieht. EDU-Mann Alexander Grädel distanzierte er sogar um 176 Stimmen.

FDP-Präsident Ulrich Anliker haderte vor allem mit der nie­drigen Stimmbeteiligung: Wenn nicht einmal jeder Dritte an die Urne gehe, falle es schwer, noch genügend Stimmen zu sammeln. Die FDP sei zudem die einzige Partei gewesen, die im Wahlkampf mit Inseraten im «Unter-Emmentaler» und im «Anzeiger Trachselwald» präsent gewesen sei. Das Geld, das sie dafür investiert habe, sei nicht honoriert worden.

Tiefe Stimmbeteiligung

Zurückgegangen ist die Stimmbeteiligung gegenüber vor vier Jahren um 3,4 Prozent auf noch 33,7 Prozent. Aufgrund der brieflichen Stimmabgaben habe sogar ein noch grösserer Einbruch erwartet werden müssen, erklärte Gemeindeverwalter Martin Jampen. Wenn die Briefstimmen wie üblich 90 Prozent zum Resultat beigetragen hätten, wäre die Beteiligung unter 30 Prozent ge­blieben.

Allein angetreten war neben der SP auch die BDP. Sie konnte den Sitz von Walter Rohrbach mit unverändertem Stimmenanteil verteidigen. Nicht nur die Sitze von Marcel Sommer und dem zurückgetretenen Gemeindepräsidenten Hansjörg Muralt verteidigen konnte die SVP.

Dank einer grösseren Kandidatenauswahl als vor vier Jahren konnte sie um 319 Stimmen oder 6,9 Prozent Stimmenanteil zulegen und wieder einen dritten Sitz holen. Für sie ziehen Adrian Lienhart und Manfred Eymann neu in den Gemeinderat ein.

Zufrieden mit diesem Resultat zeigte sich SVP-Präsident Adrian Schütz. «Es entspricht unseren Erwartungen.» Ganz an ihre alte Stärke anknüpfen konnte die grösste Partei von Huttwil allerdings noch nicht: Gegenüber dem Resultat von 2008 fehlen ihr immer noch 5,4 Prozent.

Rohrbach wird Präsident

Entschieden werden konnte im Kreis der Parteipräsidenten und der Gewählten gestern bereits die Nachfolge im Gemeindepräsidium: Walter Rohrbach, bisher Vizepräsident, ist als Einziger von den wiedergewählten Bisherigen bereit, die Nachfolge von Hansjörg Muralt anzutreten. Marcel Sommer winkte aus beruflichen Gründen ab, Sandra Lambroia aus parteipolitischen, und Hans Mathys will die Grossprojekte im Ressort Bau zu Ende führen.

Gemeinderat. SVP, gewählt: Marcel Sommer (bisher, 911 Stimmen), Adrian Lienhart (neu, 570 Stimmen), Manfred Eymann (neu, 510 Stimmen). Nicht gewählt: Mustafa Yurtbil (neu, 207 Stimmen), Stephan Augsburger (neu, 198 Stimmen).
SP, gewählt:Sandra Lambroia Groux (bisher, 738 Stimmen). Nicht gewählt: René Jaussi (neu, 525 Stimmen), Thomas Nyffeler (neu, 319 Stimmen), Lilo Barthod-Malat (neu, 128 Stimmen.
FDP, gewählt: Hans Mathys (bisher, 662 Stimmen). Nicht gewählt:Kurt Graf (bisher, 510 Stimmen).
BDP, gewählt:Walter Rohrbach (bisher, 766 Stimmen). Nicht gewählt: Hans Peter Lüthi (neu, 300 Stimmen).
EDU, gewählt:Alexander Grädel (neu, 334 Stimmen). Nicht gewählt: Adrian Scheidegger (neu, 201 Stimmen), Monika Grütter (neu, 181 Stimmen).

Berner Zeitung

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