Spritzige Rhythmen zum Abschluss

Aarwangen

Auch die letzte Ausgabe von «Jazz u Chäs» hielt für die Gäste im Kirchgemeindehaus Riedli in Aarwangen eine Kombination aus Musikgenuss und Racletteplausch bereit.

Hansjürg Lädrach begrüsste die Gäste zum letzten «Jazz u Chäs».

Hansjürg Lädrach begrüsste die Gäste zum letzten «Jazz u Chäs».

(Bild: Daniel Fuchs)

Brigitte Meier

Jazz reimt sich auf Chäs – zum 25. und letzten Mal fand der beliebte Benefizanlass des Kulturkreises der Kirchgemeinde Aarwangen statt: Die Besucher genossen alten Jazz zu einem schmelzenden Raclette und unterstützten mit dem Reinerlös ein konkretes Projekt.Entstanden ist die Idee von «Jazz u Chäs» denn auch anlässlich eines gemeinsamen Essens der verschiedenen Benutzer im «Riedli».

Damals probten die Swinging Forties im Kirchgemeindehaus und waren an der Premiere 1993 mit von der Partie. Insgesamt neunmal traten die Langenthaler Jazzer als Hausband auf. Als erste Projekte wurden ein zahnärztliches Konzept in Rumänien und das Kinderdorf Pestalozzi unterstützt.

40 000 Franken vergeben

Hinter der aufwendigen Organisation des Anlasses stand ein eingespieltes Team unter der Leitung von Hansjürg Lädrach. «Die Solidarität und der Publikumserfolg motivierten uns stets aufs Neue, Ideen und Projekte auszudenken», sagt der Präsident des Kulturkreises. Er zieht ein erfreuliches Fazit: «Natürlich sind wir ein bisschen stolz, dass wir mit dem Reinerlös aus einem Vierteljahrhundert rund 40 000 Franken an wohltätige Zwecke vergeben konnten.»

Nach Möglichkeit wurden regionale Projekte unterstützt; etwa die Werkstätte für Behinderte in Madiswil, die Aarwanger Kindertagesstätte Beerihuus oder die Gassechuchi Langenthal. Am erfolgreichsten war 2003 die Sammlung für Jurten in der Mongolei – ein Projekt, vorgestellt vom Hilfswerk World Vision. Der Reinerlös kam unter anderem der Wasserversorgung im Diemtigtal, dem Blindentorballprojekt oder der Stiftung Arche für Familien mit krebskranken Kindern zugute.

Mit der letzten Kollekte für die Bevölkerung von Griechenland schliesst sich nun der Kreis. Das Projekt, initiiert von Renata Müller, die im Zusammenhang mit ihrer Reise der Abschlussklasse der Fachmittelschule Oberaargau die eigenständige Organisation Griechenland.ch kennen gelernt hat, wurde mit 1100 Franken unterstützt.

Interesse hat abgenommen

Hansjürg Lädrach nennt verschiedene Gründe für das Beenden des Traditionsanlasses: «In den letzten Jahren hat das Interesse an den Benefizveranstaltungen leicht abgenommen. Der Aufwand bleibt sich jedoch gleich, ob 60 oder 120 Leute kommen.» Auch bei den ehrenamtlichen Helfern, die seit Jahren dabei seien, mache sich eine gewisse Müdigkeit bemerkbar. Daher habe man beschlossen, auf einem guten Niveau aufzuhören und eine Art kreative Pause einzulegen. Daraus könne vielleicht Freiraum für etwas anderes entstehen.

Unterhalten wurden die Gäste bei der letzten Ausgabe von der Old Man River Jazz Band. Zu deren schwungvollen Rhythmen wagten einige sogar ein Tänzchen. «So macht es Freude aufzuhören, auch wenn man sich kaum vorstellen kann, dass es ‹Jazz u Chäs› nicht mehr gibt», so Pfarrerin Ingrid Glatz.

Berner Zeitung

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