Spitzenkoch will Löwen verkaufen

Thörigen

Nik Gygax hat den Gasthof Löwen zum Verkauf ausschreiben lassen. Er hat damit die Nachfolgersuche lanciert. Interessenten gibt es noch keine. «Alles läuft ganz normal weiter», sagt der Wirt.

Nik Gygax sucht Käufer für den Landgasthof Löwen an der Langenthalstrasse.

Nik Gygax sucht Käufer für den Landgasthof Löwen an der Langenthalstrasse.

(Bild: Walter Pfäffli)

Sebastian Weber

Der Landgasthof Löwen in Thörigen steht zum Verkauf? Der eine oder andere ist mittlerweile auf die entsprechende Ausschreibung gestossen und hat sich gefragt, wie es um die Zukunft des Restaurants wohl aussehen mag.

Tatsächlich hätten ihn schon einige darauf angesprochen, sagt Nik Gygax. Doch der Spitzenkoch, der mit 18 «Gault Millau»-Punkten dekoriert ist, beruhigt: Finanzielle Probleme seien nicht der Hintergrund, dass der Löwen seit einiger Zeit über die Leu Immobilien AG zum Verkauf ausgeschrieben sei. Auch habe sich am Betrieb sonst nichts geändert. «Alles läuft ganz normal weiter», stellt er klar. «Es macht mir immer noch Freude.»

Stattdessen gehe es darum, den Markt zu sondieren. Denn von heute auf morgen lasse sich der Gasthof Löwen bestimmt nicht verkaufen, da ist sich Gygax sicher. «Deshalb schaue ich lieber früh genug.» Aus seiner Familie gebe es niemanden, der interessiert sei, das Restaurant irgendwann weiterzuführen; Gygax hat zwei erwachsene Kinder. Weshalb er nun offen nach Interessenten sucht. Bisher habe sich niemand bei ihm gemeldet. Doch der Sternekoch hat Geduld: «Ein solches Objekt wird nicht in zwei oder drei Monaten verkauft.»

Für Gygax (59) steht es daher auch ausser Frage, vorerst selbst weiterzumachen. Arbeiten wolle er, wenn seine Gesundheit dies zulasse, sicher noch bis 65. Würde sich schon vorher für seinen Gasthof eine Lösung ergeben, wäre er aber allenfalls auch bereit, diesen früher zu verlassen.

Preis: 1,45 Millionen

Sollte der Löwen künftig als Restaurant weitergeführt werden, würde das Gygax freuen. Eine ­andere Nutzung ist jedoch nicht ausgeschlossen. «Da sind wir offen.» In der Ausschreibung ist «eventuell qualifizierter Wirt vorhanden» zu lesen, gleichzeitig wird auch auf das Ausbaupotenzial für zusätzliche Wohnungen verwiesen. Für den 1817 erbauten Gasthof, der 2005 letztmals renoviert worden ist, ist ein Verkaufspreis von 1,45 Millionen Franken ausgeschrieben. Das Grundstück an der Langenthalstrasse ist rund 1850 Quadratmeter gross.

Die Löwen Thörigen AG war 2013 in Konkurs gegangen. An ihre Stelle war die Löie Beizli GmbH mit Gygax als Geschäftsführer getreten. Der Luzerner Sägewerkbetreiber Bruno Christen konnte damals als Geldgeber gefunden werden.

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