Langenthal

Spielerisch Englisch lernen ab zwei Jahren

Langenthal Die gebürtige Amerikanerin Kelsey Binggeli-Mullaly hat an der Güterstrasse eine Englischschule eröffnet – für Kinder und Erwachsene. Es ist die erste ihrer Art in der Stadt.

Beim Singen und beim Spielen unterrichtet Kelsey Binggeli-Mullaly die Kinder in Englisch.

Beim Singen und beim Spielen unterrichtet Kelsey Binggeli-Mullaly die Kinder in Englisch. Bild: Thomas Peter

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Sprachen sind die grosse Leidenschaft von Kelsey Binggeli-Mullaly. Sie spricht neben ihrer Muttersprache Englisch auch Spanisch und Deutsch und kann sich auf Chinesisch verständigen. Keine Selbstverständlichkeit für jemanden, der in Massachusetts im Osten der USA seine Kindheit verbracht hat. «Erst als ich auf die Highschool ging, kam ich mit Fremdsprachen in Berührung», sagt sie. Sie belegte Spanischkurse und legte damit den Grundstein für ihre berufliche Karriere.

Solide Ausbildung

Einige Jahre später studierte sie in Spanien Geschichte und Spanisch und unterrichtete danach an verschiedenen Orten auf der Welt an internationalen Schulen Spanisch und Englisch. Wegen ­ihrer Heirat mit einem gebürtigen Madiswiler kam sie in die Schweiz, wo sie an der Volkshochschule in Langenthal und an der International School of Berne als Sprachlehrerin arbeitete. Ihr pädagogisches Geschick basiert auf soliden Ausbildungen, die sie mit einem Master abgeschlossen hat. «Meine englischsprachige Herkunft war für mich nicht Grund genug, um als Englischlehrperson zu arbeiten – ich wollte wissen, wie man Sprachen richtig vermittelt.»

Die eigene Schule

Seit Jahren schlummerte in ihr der Traum von einer eigenen Sprachschule. Nun hat sie ihn in die Tat umgesetzt: Im Dezember eröffnete sie an der Güterstrasse hinter dem Bahnhof in Langenthal «The English Center». Sie beschreibt ihre Schule als Lernort für alle zwischen zwei und neunundneunzig Jahren.

Die ganz Kleinen ab zwei Jahren kommen zusammen mit einem Eltern- oder Grosselternteil zu ihr und singen zusammen mit Gleichaltrigen englische Kinderlieder, hören eine Geschichte oder machen ein Spiel. Ab vier Jahren stehen dann Spiele, Basteln und ebenfalls Songs auf dem Programm, in Gruppen von höchstens sechs Kindern, nach Alter und Können eingeteilt. «Ich möchte den Kindern durchwegs positive erste Erfahrungen mit der englischen Sprache ermög­lichen – völlig ohne Stress oder Druck», sagt Kelsey Binggeli.

Sie, die selber zweifache Mutter ist, ist überzeugt, dass eine Fremdsprache nie leichter erlernt wird als im Kindesalter. Das sehe sie an ihrem älteren Sohn, der mit seinen dreieinhalb Jahren bereits perfekt Englisch und Schweizerdeutsch spreche.

Weniger Hemmungen

«Die Kinder gehen noch ganz anders mit fremden Sprachen um», sagt die Lehrerin. «Für sie ist es keine grosse Sache, wenn sie mal etwas nicht verstehen oder das richtige Wort nicht finden. Dann wird halt mit den Händen und den Füssen gesprochen.» Sowohl mit den Kindern wie auch mit den Eltern spricht sie nur in sehr seltenen Fällen Deutsch. «Wenn ständig übersetzt wird, hören die Kinder dem Englischen gar nicht richtig zu, sondern warten einfach auf die deutsche Über­setzung.»

Wer sein Kind zu Kelsey Binggeli ins Englisch schickt, braucht keine Hausaufgabenflut zu befürchten. «Mir ist es lieber, die Eltern sprechen auch immer mal wieder Englisch zu Hause oder lesen ein englisches Buch vor. Dafür braucht man kein Englischprofi zu sein.» Wer selber dazu stehe, dass er die Sprache nicht perfekt beherrsche, erzeuge auch keine Hemmungen beim Kind. Um den Abbau von Hemmungen geht es ihr auch bei ihren erwachsenen Schülern. Oft hätten diese im Laufe ihres Fremdsprachenerwerbs eine Blockade entwickelt. Werde diese erst einmal überwunden, so würden die Fortschritte nicht lange auf sich warten lassen.


Infos: www.theenglishcenter.ch. Tag der offenen Tür am 19. März von 9 bis 16 Uhr, Güterstrasse 21, Langenthal. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.02.2016, 09:12 Uhr

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