SGM: Ausgelastet und gefordert

Langenthal

Die Schliessung der Tagesklinik hallt noch nach. Die Klinik SGM arbeitet daran, den Mittelweg zwischen Wünschbarem und Machbarem zu finden.

<b>Die Belegung lag 2017 bei gut 100 Prozent:</b> Die Klinik SGM kann sich über den Geschäftsgang nicht beklagen.

Die Belegung lag 2017 bei gut 100 Prozent: Die Klinik SGM kann sich über den Geschäftsgang nicht beklagen.

(Bild: Hans Käser)

Chantal Desbiolles

Erst investierte die christliche Fachklinik für Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie in einen 10-Millionen-Erweiterungsbau, der 2015 eingeweiht wurde. Dann musste sie Ende 2016 die Tagesklinik schliessen, was Geschäftsführer Richard Hebeisen mit dem Ausfall von mehreren Mitarbeitenden begründete.

Es war ein Auf und Ab in den letzten Jahren, was sich auch im Jahresbericht 2017 spiegelt. Während das 30-jährige Bestehen der Klinik begangen wurde, gingen der Rat der Stiftung für ganzheitliche Medizin und die Klinikleitung strategisch über die Bücher. «Den daraus entstandenen frischen Wind werden wir für die Bewältigung weiterer zahlreicher Herausforderungen nutzen», so Stiftungsratspräsident Thomas Mattmann in seiner Rückschau.

Personell hat die Klinik mehrere Abgänge zu verzeichnen. Allen voran Geschäftsführer Richard Hebeisen, der auf Ende Dezember nach zwölf Jahren in den ­Ruhestand getreten ist. Zuvor hat er die Bereichsleitung Zentrale Dienste (mit 35 Mitarbeitenden) auf August an Timon Spörri übergeben.

Die Gesamtleitung übernommen hat auf Anfang Jahr ­Nathan Keiser. Er war zuvor Direktor des Medgate Health Center und Geschäftsleitungsmitglied des Telemedizinanbieters. Seit Anfang Jahr ist der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie CEO der Klinik SGM.

Aus dem Stiftungsrat sind drei langjährige Mitglieder ausgeschieden: Reto Barandun, Beatrice Baumann-Fahrni und Paul H. Mori. Sie haben sich 44 Jahre für die Stiftung engagiert.

«Gute Ergebnisse»

Unter den Ärzten und in der Pflege mache sich der Fachkräftemangel leider immer stärker bemerkbar, hält Hebeisen in seinem letzten Rückblick fest. Auch sei die Fluktuation unter den Mitarbeitenden in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Es sei oft nicht einfach, die «goldene Mitte» zwischen Wünschbarem und Machbarem zu finden. Jedoch: «Die Patientenzufriedenheit ist sehr hoch, die Behandlungsergebnisse gut und die Belegung, unserer Klinik ist hervorragend.»

Weniger Zusatzversicherte

Im stationären Bereich erreichte die Klinik eine Belegung von gut 100 Prozent bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 40,3 Pflegetagen (Vorjahr 41,1). Der Anteil zusatzversicherter Patienten nahm von 5 auf 4,9 Prozent ab, was auf die Schliessung der Tagesklinik zurückgeht.

Die ambulanten Angebote (Psychiatrie, Psychosomatik, Physio- und Ergotherapie) erzielten weniger Umsatz als im Vorjahr, weil in diesen Bereichen weniger Personal arbeitet. 130 Mitarbeitende teilten sich 2017 rund 82 Vollzeitstellen (Vorjahr 85). Bei einem Aufwand von 10,9 Millionen Franken weist die Stiftung einen Gewinn von rund 377'000 Franken aus.

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