Selbstständig bis ans Lebensende

Die neuen ­Alterswohnungen an der ­Wydenstrasse in Niederbipp sind bezugsbereit. Mit dem Bauprojekt folgt der Gemeindeverband Alters­zentrum Jurablick der gesellschaftlichen Entwicklung.

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Bestmögliche Selbstständigkeit bis ans Lebensende. Das wünschen sich laut Beat Hirschi, ­Geschäftsführer des Alterszentrums Jurablick, viele Seniorinnen und Senioren. «Insbesondere für die ins Alter kommende ­Babyboomer-Generation spielt die Eigenständigkeit eine grosse Rolle. Ins Altersheim wollen sie – wenn überhaupt – erst in ihrer letzten Lebensphase», so Hirschi.

Der Gemeindeverband Alterszentrum Jurablick folgt dieser Entwicklung. 2013 beschlossen die Delegierten der elf Verbandsgemeinden den Neubau eines ­Gebäudes an der Wydenstrasse, unter anderem für Alterswohnungen. Bis zum Erhalt der Baubewilligung verstrichen anschliessend fast zwei Jahre. Dies einerseits wegen einer Baueinsprache. Andererseits musste das Baugesuch vom Regierungsstatthalteramt Biel geprüft werden, weil Regierungsstatthalter Marc Häusler in einem Gebäude wohnt, das zum Areal des Alterszentrums gehört (wir berichteten).

Aus zehn wurden elf

Im Februar 2015 erfolgte schliesslich der Spatenstich für das 7,5 Millionen Franken teure Projekt. Ende September werden nun die ersten Mieterinnen und Mieter in die elf hellen Wohnungen einziehen. Ursprünglich waren zehn geplant. Für die Alterswohngemeinschaft im vierten Stock hätten sie drei Interessenten gehabt, sagt Beat Hirschi. Nachdem eine Person verstorben sei, hätten die anderen beiden jedoch ihre Bewerbung zurückgezogen. «In einer Hauruckaktion hat die Baukommission schliesslich entschieden, zwei Wohnungen daraus zu machen», sagt ­Hirschi.

Die Anforderungen an Alterswohnungen hätten sich verändert, sagt er. Statt in Ruhe am Waldrand zu leben, zögen es die meisten Senioren heute vor, alle relevanten Dienstleistungen in erreichbarer Nähe zu haben. «Nebst der direkten Verbindung zum Alterszentrum ist bei uns gleich ein Arzt im Haus», sagt Peter Tschumi, Präsident des Gemeindeverbandes Alterszentrum Jurablick. So finden im Neubau nicht nur Wohnungen, sondern auch eine Arztpraxis, Büroräume für die Spitex sowie eine Aussenstelle des Oberaargauer Tageszentrums für Betagte (Tabeo) Platz.

Ein multifunktionaler Raum kann an Dritte vermietet werden. Um die Durchmischung der Generationen zu fördern, hat eine Stiftung für diesen 200 000 Franken gespendet.

«Wir wollten die Verträge möglichst rasch unter Dach und Fach bringen.»Beat Hirschi, Geschäftsführer

Der gesamte Bau ist komplett schwellenlos. «Wir konnten sogar auf die 0,9-Millimeter-Schwelle an den Balkontüren verzichten. Das ist eine Neuheit», erklärt Hirschi. Eine Besonderheit seien ausserdem die mechatronischen Schliesssysteme im Haus. «Falls die elektronischen Badges nicht funktionieren, können die Türen im Notfall mechanisch geöffnet werden», so Hirschi.

Weg wie warme Weggli

Das Interesse am Neubau an der Wydenstrasse ist gross. «Die Wohnungen gingen weg wie warme Weggli», sagt der Geschäftsführer. Neu steht jeder Verbandsgemeinde eine zu. Die Mieterinnen und Mieter an der Wydenstrasse kommen jedoch nur aus fünf der elf Gemeinden. «Wir wollten die Verträge möglichst rasch unter Dach und Fach bringen», so Hirschi. Deshalb hätten sie nach dem Inserieren die Bewerbungen in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet.

Der Neubau an der Wydenstrasse ergänzt das bestehende Angebot an 42 Alterswohnungen. Es werde künftig noch mehr solche Unterkünfte brauchen, sagt Beat Hirschi. Deshalb plant der Gemeindeverband mit dem Erweiterungsbau an der Deckergasse 10 bereits sein nächstes 7,5-Millionen-Projekt. Das Alterszentrum werde dort unter anderem betreutes Wohnen anbieten, so Beat Hirschi. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.09.2017, 11:30 Uhr

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