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Schüler üben den Arbeitsalltag

Zum zweiten Mal führt das Schulzentrum Kreuzfeld 4 die Projektwoche «Fit für den Beruf» durch. Die Siebtklässler nutzten die Gelegenheit, um ihre Jobinteressen zu erkunden.

Eine der Gruppen beim Herstellen der Duftseifen. Foto: Thomas Peter
Eine der Gruppen beim Herstellen der Duftseifen. Foto: Thomas Peter

Schon auf dem Pausenplatz hört man es: Im Schulzentrum Kreuzfeld 4 hämmern, bohren und gestalten die Schülerinnen und Schüler momentan, was das Zeug hält. Beim Besuch diese Woche war das Projekt «Fit für den Beruf» in vollem Gang. «Es soll den Jugendlichen einen Einblick in den echten Arbeitsalltag geben», sagt Organisator und Mitglied der Schulleitung, Matthias Rösti.

Die Berufswahl sei ein wichtiger Prozess, den die Schüler im Verlauf der Sekundarstufe in Angriff nehmen, so Rösti. Die Projektwoche, die heuer zum zweiten Mal stattfindet, solle den 7. Klassen Gelegenheit geben, Berufsinteressen ohne direkte Absichten auf Lehrstellen zu erkunden.

An erster Stelle steht für Rösti, dass die Schüler Fähigkeiten wie Eigenständigkeit, Planung und Verantwortung üben. Dazu arbeiteten sie in Gruppen an Miniprojekten aus ihrem Interessengebiet. Den Schülern wurden dafür keine vorgefertigten Anleitungen gegeben, über die Umsetzung entscheiden sie in der Gruppe , auch budgetieren müssen sie selbst. Die einzige Vorgabe: Das Endprodukt der Arbeitswoche muss am Ende mit Plakat und kurzem Vortrag dem Jahrgang vorgeführt werden.

Eigenständigkeit üben

Beim Besuch werden fleissig Vorträge geübt, einige sind noch an ihren Projekten dran. Eine pneumatische Roboterhand, die mit einem System von Schläuchen und Plastikspritzen bewegt werden sollte, will noch nicht so recht. Die vier zuständigen Maschinenbauer vermuten ein Leck. Daneben ist eine Schülerin mit der Plakatgestaltung beschäftigt, ihre Gruppe hat dieselbe Technik benutzt, um einen Greifarm zu bauen.

Auch im Chemieraum nebenan wird noch gearbeitet. Der in der Luft liegende Zitrusduft ist ein Nebeneffekt der hier produzierten Seifen. Das Chaos im Labor zeugt zwar von kreativer Arbeit, würde aber jedem Chemiker Angst machen.

Rösti ist überzeugt, dass gerade die kreative Freiheit die Schüler zu vollem Einsatz motiviert. Es besteht zudem mit der Präsentation eine Deadline, die es einzuhalten gibt. Als Beispiel nennt Rösti das Gastronomieprojekt: Die Gruppe sei zuständig dafür, vor den Präsentationen ein Frühstück für die rund 110 Teilnehmer zu servieren. «Die Gastrogruppe muss das Projekt richtig planen, genügend budgetieren und die Speisen auch rechtzeitig zubereiten.»

Auch die Lehrpersonen, die die Projekte betreuen, müssen den Überblick behalten. Bei der Besichtigung des Kräuterregals, das eine Gruppe aus einer alten Palette gebaut hat, hakt Rösti nach, was mit dem Möbel denn danach passiere. «Meine Mutter holt es ab, sie freut sich, es zu Hause im Garten aufzustellen», so die prompte Antwort. Andernorts ist noch nicht alles geregelt: Die Organisatoren des Flohmarktstands sinnieren noch darüber, wer während des Frühstücks denn auf die Waren aufpassen soll.

Wirtschaft kennen lernen

Im Verlauf der Woche erhielten die Jugendlichen zudem die Gelegenheit, Firmen zu besuchen. Für die Umsetzung der Besuche war die Zusammenarbeit mit den regionalen Unternehmen laut Rösti essenziell. Letztes Jahr habe er viele Kontakte dank des inzwischen nicht mehr existierenden Vereins «Jugend und Wirtschaft» knüpfen können. Das Projekt kam damals bei Schülern und Unternehmen gut an, sodass Rösti das Netzwerk weiter ausbaute und für 2019 weitere Firmen an Bord holte.

Dieses Jahr seien zwölf Unternehmen dabei, unter ihnen die Aare Seeland mobil AG, die Lantal Textiles AG oder auch die Witschi AG Bauunternehmung. Vor allem im technisch-handwerklichen Bereich haben sich laut Rösti viele gemeldet. Mühe bereitete es , im Pflege- und Beratungssektor Firmen zu finden. «Es war auch schwieriger, in diesen Gebieten Miniprojekte zu gestalten.» Der Kostenaufwand für die Projektwoche sei hingegen kein Problem gewesen, Rösti schätzt ihn bei etwa 20 Franken pro Kind. «Das meiste Material ist ja bereits vorhanden.»

Auf die Frage, ob der Einfluss der Ökonomie im Klassenzimmer zugenommen habe, relativiert Rösti: «Die Schule soll keine Insel sein, wir versuchen unsere Schüler auf den Übergang in die Arbeitswelt vorzubereiten.»

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