SBB haben ihr Reisebüro früher dichtgemacht

Langenthal

Eigentlich wollten die SBB ihr Reisebüro am Bahnhof Langenthal erst Ende Jahr schliessen. Nun ist es bereits zu – wegen starken Buchungsrückgangs.

Nicht betroffen von der Schliessung sind andere Serviceleistungen der SBB, beispielsweise der Bahnbillettverkauf. Das Reisebüro im vorderen Bereich der Schalterhalle ist allerdings schon seit Ende August zu.

Nicht betroffen von der Schliessung sind andere Serviceleistungen der SBB, beispielsweise der Bahnbillettverkauf. Das Reisebüro im vorderen Bereich der Schalterhalle ist allerdings schon seit Ende August zu.

(Bild: Thomas Peter)

Patrick Jordi@jordipatrick

«SBB schliessen ihre Reisebüros.» Diese Schlagzeile konnte man schon im Mai in dieser Zeitung lesen. Am Bahnhof Langenthal geht das Reisebüro aber nicht wie angekündigt per Ende Jahr zu – nein – die Türen sind schon jetzt geschlossen. Und das seit Ende August. Im Eingangsbereich des SBB-Schalters hängt ein entsprechender Infozettel.

Weniger Buchungen bei SBB

«Der für Herbst erwartete starke Buchungsrückgang und personelle Abgänge – viele unserer Reisebüromitarbeitenden haben bereits neue Anstellungen gefunden – waren die Auslöser», schreibt SBB-Mediensprecherin Lea Meyer. Stammkunden seien persönlich über die Schliessung informiert worden. Kunden mit offenen Buchungen würden vom SBB-Reisebüro in Baden betreut.

Andere Serviceleistungen der SBB am Standort Langenthal seien von der Schliessung nicht betroffen, beteuert Lea Meyer. In der Region sei Langenthal der einzige Standort, der von einer vorzeitigen Schliessung betroffen sei. In der Westschweiz allerdings mussten SBB-Reisebüros wegen derselben Thematik früher dichtmachen.

Unterscheidung fällt schwer

Das Aus des Langenthaler SBB-Reisebüros hat Auswirkungen auf das Reisezentrum der Aare Seeland mobil AG (ASM). Die Angestellten der ASM-Verkaufsstelle im Choufhüsi bemühen sich derzeit um Aufklärung. Denn nicht allen Kunden scheint klar zu sein, dass die SBB und die ASM zwei voneinander unabhängige Transportunternehmen sind.

«Die Leute sollen wissen, dass unser Reisezentrum in Langenthal weiter besteht», sagt Susanne Lüthard, zuständig bei der ASM für den Bereich Marketing Freizeitreisen. Anders als bei den SBB kann man sich im Choufhüsi nicht über zu wenig Buchungen beklagen. Nach einem etwas schleppenden Jahresstart habe das Geschäft inzwischen Fahrt aufgenommen, beschreibt Erika Haag, Leiterin des Reisezentrums, den aktuellen Geschäftsverlauf.

Froh sind die Mitarbeitenden darüber, dass nun für längere Zeit Schluss sein dürfte mit grossen Baustellen rund ums Choufhüsi. Vorne die Marktgasse, hinten das ehemalige Bütschlihaus: Diese Eingriffe hätten in den letzten Jahren Laufkundschaft ferngehalten, sagt Erika Haag.

Nun hofft man, vom zentralen Standort wieder profitieren zu können. Impulse fürs Geschäft verspricht sich Haag auch von der Eröffnung des H&M-Ladens gegenüber. Das hiesige Reisezentrum verfüge über ein relativ grosses Einzugsgebiet. Eine vergleichbare Geschäftsstelle bezüglich Angebot und Grösse gebe es erst in Solothurn. Zwei weitere, kleinere Zentren befinden sich in Roggwil und Niederbipp.

Wiedlisbach geht zu

Erst letzte Woche wurde bekannt, dass die ASM ihr Reisezentrum am Bahnhof in Wiedlisbach im Dezember schliesst. Als Grund führte die Bahnbetreiberin die rückläufigen Verkaufsumsätze an. Die Wirtschaftlichkeit des Reisezentrums sei auch wegen des allgemeinen Kostendrucks nicht mehr gegeben.

Berner Zeitung

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