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Ruckzuck sind die Fasnachtswagen Kleinholz

Sobald der Umzug vorüber war, ging es für die Wagencliquen bereits wieder ans Abbauen. Bis am späten Montagnachmittag musste der Parkplatz vor der Markthalle wieder frei sein.

Schön ist plötzlich wüst: Kurz nach dem Ende des Umzugs stapelt sich auf dem Parkplatz die Verkleidung der einzelnen Wagen.
Schön ist plötzlich wüst: Kurz nach dem Ende des Umzugs stapelt sich auf dem Parkplatz die Verkleidung der einzelnen Wagen.
Olaf Nörrenberg
Kurzer Prozess: Der Abbau läuft schneller mit der Motorsäge. In ein, zwei Stunden ist dieser Wagen zerlegt.
Kurzer Prozess: Der Abbau läuft schneller mit der Motorsäge. In ein, zwei Stunden ist dieser Wagen zerlegt.
Olaf Nörrenberg
Auch der Ratrac muss dran glauben.
Auch der Ratrac muss dran glauben.
Olaf Nörrenberg
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Der weisse Leuchtturm verliert seine schützenden Steine. Immer mehr braun gefärbte Styroporwürfel purzeln vom Anhänger, je näher dieser Umzugswagen zur Markthalle tuckert. Den Wagenbauern der Café-Rufener-Clique ist das egal, lachend kicken sie die Wellenbrecher vor sich her. Schliesslich muss ihr Gefährt niemandem mehr gefallen, jetzt, da der Umzug vorüber ist.

Auf dem Parkplatzgelände vor der Markthalle ist ein grossflächiger Bereich mit Plastikband abgesperrt. Drei Männer mit gelben Leuchtwesten der Zimmerli AG aus Aarwangen weisen die ersten Fahrzeuge ein.

Das gewaltige U-Boot der heimischen Füür­tüfle kommt eben zum Stehen, daneben parkiert die Schläpperbande mit ihrem Wagen. Im Fondue-Caquelon und im Holzchalet tanzen die Cliquen-Mitglieder zu Après-Ski-Musik so sehr, dass sich die Balken biegen.

Manchmal brennt es

Um 16.30 Uhr taucht Umzugschef Christian Giesser auf. Hatte er im Vorfeld der Fasnacht und während des grossen Umzugs noch alle Hände voll zu tun, ist für ihn mit der letzten Programmnummer der Arbeitstag beendet.

Er schaut noch bei einigen der Wagenbauer vorbei, ein Kompliment hier, ein Witzchen da. Für die Langenthaler Fasnachtsgesellschaft sind also die Pflichten erfüllt. «Wir sind aber hier, wenn es brennt», sagt Giesser. Und das meint der Umzugschef nicht etwa im übertragenen Sinn, sondern wortwörtlich.

In all den Jahren, in denen Giesser nun schon den Umzug ­organisiert und koordiniert, ist es nämlich schon zu einigen Bränden gekommen. Meistens nachts. Dann, wenn der Abfallhaufen der Cliquen mit all dem Holz und Metall eine beachtliche Grösse erreicht hat. Mehrmals schon gingen Feuerteufel um. Aber nicht etwa von der Langenthaler Wagenclique Füürtüfel, der Giesser selber angehört.

Vielmehr sind diese zum Löschen da, falls es nötig wird. Ihr aus Holzsilos gebautes U-Boot fällt dieses Jahr besonders auf. Da die Clique als einzige lokale ihren Wagen nicht in der Markthalle baut, sondern bei der Fritz Born AG, hat sie jeweils zur Produktion deutlich mehr Zeit, wie Chef Wagenbau Matthias Seiler sagt.

Sammeln und sortieren

Der Abbau des U-Boots geht dann wesentlich schneller. Am Montagmorgen zerquetscht ein Bagger die beiden Silos innert weniger Minuten. Der Abfallhaufen auf dem Markthallen-Parkplatz ist bereits deutlich geschrumpft, Feuer brannte dieses Mal keines.

Waren die Angestellten der Zimmerli AG am Vortag noch mit dem Einweisen der Wagen beschäftigt, legen sie nun selber Hand an. Unermüdlich zerkleinert der Bagger solide Umzugsbauten, ein Lastwagen mit einer blauen Abfalltonne steht bereit.

Michael Schärer ist einer von vier Angestellten der Entsorgungsfirma, die an diesem Morgen im Einsatz stehen. Sie sind bemüht, dass das gesamte Abbruchmaterial bis um 17 Uhr vom Platz geräumt ist. Auch warte man jeweils noch auf einzelne Wagen des Kinderumzugs. Danach werde in Aarwangen fürs Recycling aussortiert, was noch sortierbar sei, sagt Schärer.

Zwei Wagen bleiben länger

Noch vor Montagmittag sind die meisten der Umzugswagen bereits wieder Geschichte. Nur das übergrosse Piratenschiff und das Wetterdach zur No-Billag-Initiative des Sumpfhühner-Regional-Fernsehens, kurz SRF, stehen noch in voller Pracht da.

Beide waren bis tief in die Sonntagnacht hinein auf der Marktgasse ausgestellt. Der Wagen der Café-Rufener-Clique dagegen ist ganz verschwunden. Nur der obere Teil des abgebrochenen weissen Leuchtturms liegt traurig auf dem immer kleiner werdenden Abfallhaufen.

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