Region Oberaargau will die Umfahrung

Jetzt ist klar, welche Haltung die Region Oberaargau zur Verkehrssanierung Aarwangen Langenthal-Nord einnimmt: Der Vorstand ist einstimmig für den Bau der Umfahrungsstrasse.

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Grundsätzlich führten beide Varianten zu einer Verbesserung der jetzigen, «unerträglichen» Situation, schreibt der Vorstand der Region Oberaargau in seiner gestern veröffentlichten Mitwirkungseingabe an den Kanton. Dies jedoch «in einem sehr unterschiedlichen Ausmass». Und auch der wirtschaftliche Nutzen vermöge nicht bei beiden Varianten gleichwertig zu überzeugen. Die Region spricht sich deshalb «nach Abwägen sämtlicher Vor- und Nachteile einstimmig und überzeugt für die Variante Umfahrung aus».

Die Vorteile der Umfahrung

Der Vorstand führt dafür die folgenden Gründe an:

  • Die mit dem regionalen Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzept angestrebten Wachstums- und Entwicklungsziele liessen sich ausschliesslich mit der Umfahrung erreichen. Die Entwicklungsmöglichkeiten in den Bereichen Wohnen und Arbeiten sowie die Verkehrserschliessung der gesamten Region würden mit der Umfahrung entscheidend verbessert.
  • Nur mit der Umfahrung werde Aarwangen effektiv vom Durchgangsverkehr und den vielen Lastwagen entlastet. Dies führe zu weniger Lärm- und CO2-Emissionen und mehr Sicherheit für Velofahrer und Schüler.
  • Mit der Umfahrung verflüssige sich der Verkehr, was wiederum der Fahrplanstabilität der Aare Seeland mobil respektive generell dem öffentlichen Verkehr in der Region Aarwangen-Langenthal-Bützberg zugute komme.
  • Die Region Langenthal und mit ihr auch das obere Langetetal profitierten bei der Variante Umfahrung von einem effizienten und direkten Zugang zum Nationalstrassennetz. «Wir erwarten dadurch einen deutlich spürbaren wirtschaftlichen Impuls», schreibt der Regionsvorstand.
  • Den Kulturlandverbrauch im Zuge des Baus der Umfahrung erachtet der Vorstand «angesichts der obgenannten Vorteile als verantwortbar». Dies unter Berücksichtigung der Resultate der Voruntersuchung zur Umweltverträglichkeit, der angedachten Abstimmung des Projekts auf das Smaragdgebiet, der im Projekt enthaltenen landschaftspflegerischen Massnahmen sowie der vorgesehenen Wiederaufforstungen.

Flankierende Massnahmen

Gleichzeitig fordert die Region aber auch die Realisierung begleitender Massnahmen in Thunstetten und Langenthal. Mit solchen gelte es zu verhindern, dass Ausweichverkehr in Thunstetten und Bützberg entstehe beziehungsweise sich die Stauproblematik bloss von Aarwangen in die Stadt Langenthal verschiebe. Mit den vorgesehenen Massnahmen insbesondere in den Bereichen Bützberg- und Ringstrasse respektive auf der Zürich-Bern-Strasse könne diesen Punkten jedoch genügend Rechnung getragen werden.

Der Variante Null+, das heisst der Optimierung der bestehenden Ortsdurchfahrt von Aarwangen, attestiert der Vorstand der Region nur eine bescheidene verkehrsverflüssigende Wirkung. Es fehle entlang des Strassen- und Bahnkorridors schlicht an Platz, und diese Variante würde kein einziges Fahrzeug aus Aarwangen abziehen. «Wir sind gegenteilig der Überzeugung, dass durch die zu erwartende Verkehrszunahme die verflüssigende Wirkung der Variante Null+ bereits in wenigen Jahren wieder verpufft wäre», schreibt der Vorstand.

drh

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