Porzi-Areal: Die Nutzer setzen ein Zeichen

Langenthal

Am Samstag soll das Langenthaler Porzi-Areal mit einem Fest hochgehalten werden. Tagsüber gibts Werkstätten und Ateliers zu besichtigen. Die Aussteller wollen zeigen, dass die Stadt ein Gelände wie jenes der Porzi nötig hat.

Planungssicherheit wäre Porzi-Chef Adrian Berchtold wichtig.

Planungssicherheit wäre Porzi-Chef Adrian Berchtold wichtig.

(Bild: Walter Pfäffli)

Patrick Jordi@jordipatrick

Handwerker, Künstler, Tänzer oder Fasnächtler – die Liste jener, die sich auf dem Langenthaler Porzi-Areal tummeln, ist lang. Die Nutzerinnen und Nutzer finden auf dem Industriegelände Raum zu günstigen Konditionen. Im Gegenzug nehmen sie in Kauf, dass die Gebäude sanierungsbedürftig oder gar baufällig sind. «Hier ist es wenigstens noch zahlbar», sagt etwa Marcel Mosimann, Mitinitiant der 2015 gegründeten Langenthaler Bierbrauerei Mosimann & Affolter.

Ungewisse Zukunft

Geht es nach Adrian Berchtold, Geschäftsführer der Porzellanfabrik Langenthal AG, ist das Porzi-Areal-Fest gar als politisches Zeichen an die Adresse der Stadt zu sehen: «Wir wollen zeigen, dass Langenthal ein solches Areal nötig hat.» Berchtold spielt auf die ungewisse Zukunft des Geländes an.

Ob und wann die Gebäude einem Bauprojekt weichen müssen, ist unklar. Das eigentliche Porzi-Areal mit einer Fläche von rund 2,8 Hektaren gehört ausländischen Investoren. Die Parzelle in Richtung Blumenstrasse mit rund 4200 Quadratmetern ist im Besitz der Elmo Lotzwil GmbH. Südlich gelegene Anrainerparzellen sind jene der Dance Center Langenthal AG und der KS Theater Produktionen GmbH.

«Alle sollten Platz finden»

Es wäre schade, wenn auf dem Areal ein Vorzeigeobjekt zu stehen käme, betonten die Festorganisatoren letzte Woche an einer Pressekonferenz. Bei ihnen – so viel steht fest – verfängt die bereits früher aufgeworfene Idee eines Eishallen-Neubaus sicherlich nicht.

Die ungewisse Zukunft sei für viele Nutzer ein Problem, sagte Berchtold. «Wenn das Porzi-Areal verändert wird, dann sollten auch nach der Umgestaltung alle Platz finden», liessen die Festorganisatoren durchblicken.

Am Unterhalt beteiligen?

Durchaus denkbar wäre, dass sich einige Mieter am Unterhalt ihrer Räumlichkeiten finanziell beteiligen würden. Kaum einer wird aber Geld in die Finger nehmen, wenn der Fortbestand der Gebäude nicht gesichert ist. Auch bei der Porzellanfabrik Langenthal AG wird – wenn überhaupt – nach der «Salami-Taktik» investiert. Eher werden Ideen auf die lange Bank geschoben. Adrian Berchtold nennt das Einrichten eines kleinen Firmenmuseums oder einer Schaumanufaktur.

Berner Zeitung

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