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Patienten im Spital Region Oberaargau isoliert

Im Inselspital breitet sich ein Superkeim aus. Nun sind betroffene Patienten aus Bern auch beim Spital Region Oberaargau in Isolation.

Auch im Spital Region Oberaargau werden Patienten mit VRE behandelt, zu einer Übertragung kam es aber nicht.
Auch im Spital Region Oberaargau werden Patienten mit VRE behandelt, zu einer Übertragung kam es aber nicht.
Thomas Peter

Die Kunde aus Bern ist beängstigend: Im Inselspital sollen sich in den letzten acht Monaten 230 Patienten mit dem VRE infiziert haben (wir berichteten). VRE steht kurz für Vancomycin-resistente Enterokokken, einen multiresistenten Bakterienstamm aus Australien, der so erstmals in Europa auftaucht.

Mittlerweile werden Patienten mit VRE nicht nur in Bern isoliert behandelt, sondern auch am Spital Region Oberaargau (SRO) in Langenthal. Zu einer Epidemie respektive Übertragungen kam es im Oberaargau aber nicht. Vielmehr handelt es sich laut Alexander Imhof, Chefarzt Innere Medizin, um lokale Patienten, die für eine Behandlung im Inselspital waren, dort mit dem VRE in Kontakt kamen und jetzt wieder im SRO seien.

Überwurf und Handschuhe

«Seit Anfang Jahr sind wir in Alarmbereitschaft», sagt Imhof. Deshalb agiere das SRO äusserst vorsichtig. Betroffene Patienten aus Bern werden nach Langenthal transportiert, das Fahrzeug daraufhin gewaschen und desinfiziert. Strenge Vorschriften gebe es auch auf den Stationen.

Da es sich bei VRE um eine Schmierinfektion handelt, also sich der Keim vor allem durch Handkontakt auf andere Patienten überträgt, gelten bei Personal und Besuchern spezielle Kleidervorschriften, etwa Mundschutz, Überwurf, Handschuhe.

«Als gesunde Person muss man keine Angst haben.»

Alexander Imhof?Chefarzt Innere Medizin

Derzeit behandelt das SRO zwei Patienten mit VRE, total befinden sich fünf Patienten in Isolation. Denn das VRE ist nicht das einzige multiresistente Bakterium. Andere lassen sich allerdings besser behandeln. «Beim VRE weiss noch niemand wirklich, wie es effektiv zu bekämpfen ist», sagt Imhof.

Test im Mikrolabor

Einmal betroffen, werden Patienten beim SRO regelmässig nach Keimen untersucht. Dies dank eines Mikrolabors, über das die Ärzte hier verfügen. «Das hat kein anderes Regionalspital», sagt Imhof. Damit ein Patient als keimfrei gilt, muss er sich über drei Wochen verteilt testen lassen.

Schlägt der Test dreimal negativ an, ist die Person als Träger eines Keims ausgeschlossen. Das VRE allerdings ist extrem umweltresistent und kann problemlos über zwei Jahre im Darm überleben. Dennoch müssen Patienten nicht über die ganze Zeit isoliert im Spital weilen. Laut Imhof greife der Superkeim nur wirklich kranke Leute an. «Als gesunde Person muss man nicht Angst haben.»

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