Zum Hauptinhalt springen

Noch sind sechs Gemeinden an Bord

Die seit vielen Jahren geplante regionale Bauverwaltung wird immer konkreter. Die Bauabteilung in Buchsi soll ein neues Kompetenzzentrum erhalten.

Sebastian Weber
Von einer Integration in die Buchser Verwaltung könnten gerade kleine Dörfer profitieren.
Von einer Integration in die Buchser Verwaltung könnten gerade kleine Dörfer profitieren.
Thomas Peter

Die Idee geht zurück ins Jahr 2013: Die Gemeindepräsidenten der Subregion Oberaargau-West beschlossen damals, Abklärungen für eine regional organisierte Bauverwaltung aufzunehmen. Woraufhin eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen wurde. Eine Bedarfsabklärung unter den damals noch elf Gemeinden zeigte, dass auf allen Seiten ein grundsätzliches Interesse an einer Zusammenarbeit vorhanden ist.

Mittlerweile ist bekannt: Bettenhausen, Graben, Heimenhausen und Thörigen haben sich seither aus dem Projekt zurückgezogen. Es sind also neben Herzogenbuchsee noch Ochlenberg, Seeberg, Berken, Inkwil und Niederönz an Bord. Das geht aus den Botschaften zu den anstehenden Gemeindeversammlungen hervor, an denen die Stimmbürger informiert werden.

Platz ist vorhanden

Inzwischen liegt nun auch ein konkretes Projekt für eine regionale Bauverwaltung vor. Das Ziel ist es, ein neues Kompetenzzentrum «Bau OA-West» zu schaffen, das in die Gemeindeverwaltung von Herzogenbuchsee integriert wird. Damit verbleiben die Baubewilligungskompetenz und die Baupolizei grundsätzlich bei den einzelnen Anschlussgemeinden.

Derzeit verfügt zwar nur Buchsi über eine volle Baubewilligungskompetenz. Gemäss den Abklärungen im Rahmen des Vorprojekts würden nun aber auch die übrigen an das Kompetenzzentrum angeschlossenen Gemeinden in diesen Genuss kommen, sagt Buchsis Gemeindeverwalter Rolf Habegger.

«Wir wollen die Position als attraktive Arbeitgeberin weiter stärken.»

Rolf HabeggerGemeindeverwalter

Die Organisation des neuen Zentrums erfolgt über ein Sitzgemeindemodell. Die regionale Bauverwaltung wird als eigenständiger Fachbereich innerhalb der Buchser Bauabteilung betrieben – mit einer Bereichsleitung und zwei Bauinspektoren. Der Stellenplan sieht 2,9 Stellen vor. Für Buchsi wichtig: Der zusätzliche Platzbedarf kann, Stand heute, in den gemeindeeigenen Liegenschaften im Ortskern zur Verfügung gestellt werden.

Auch was die Kosten betrifft, weiss man mittlerweile mehr: Der Gesamtaufwand beläuft sich gemäss Businessplan auf jährlich rund 400'000 Franken. Davon werden circa 40 Prozent über Sockelbeiträge gedeckt, welche die Anschlussgemeinden mit 15 Franken pro Einwohner leisten. Der Rest wird über die Gebühreneinnahmen finanziert. Der Leistungsvertrag liegt im Entwurf bereits vor.

Start im Jahr 2020

Den beteiligten Gemeinden wurden diese Ergebnisse bereits letzten September präsentiert. Die Exekutiven haben daraufhin entschieden, den Zusammenschluss weiter voranzutreiben. In einem nächsten Schritt muss nun unter anderem abgeklärt werden, welche Gemeinden allenfalls noch ihre Organisationsreglemente anpassen müssen.

Zudem gilt es das Gebührenreglement und den Tarif sowie den Vertrag zum Anschluss an das Kompetenzzentrum zu finalisieren. Bereits nächsten Sommer müssen dann die jeweiligen Gemeindeversammlungen über den Vertrag abstimmen. Bei einem positiven Entscheid könnte die Bauverwaltung am 1. Januar 2020 ihre Arbeit aufnehmen. Und wenn nicht alle Gemeinden zustimmen?

«Dann müssten wir im Detail abklären, ob das Projekt vielleicht trotzdem zustande käme», sagt Rolf Habegger, dessen Gemeinde die Projektleitung innehat. Ein Minimum von zwei Stellen müsse aber sicher gewährleistet sein.

Für die beteiligten Gemeinden ist klar: Die neue Lösung hält für sie viele Vorteile bereit. Vor allem für die kleineren Dörfer, die zunehmend Probleme haben, ihre Bauverwaltung personell besetzen und professionell führen zu können, bringt sie eine Verbesserung. Das findet auch Roland Grütter (BDP).

«Es handelt sich nach wie vor um ein gutes Projekt», sagt der Gemeindepräsident von Seeberg, der auch die Arbeitsgruppe geleitet hat. Aktuell verfüge seine Gemeinde zwar über eine gute Lösung. Diese sei aber nicht langfristig gesichert, weshalb er froh sei, dass mit dem Zusammenschluss die Kontinuität gewährleistet werde.

Und auch aus Sicht der Gemeinde Buchsi gibt es genügend Gründe, die dafürsprechen: «Es geht aus unserer Sicht nicht zuletzt darum, in diesem Aufgabenbereich die Position als attraktive Arbeitgeberin weiter stärken zu können», so Rolf Habegger. Der Fachkräftemangel sei gerade in diesem Teil der Verwaltung ausgeprägt. Zudem erhalte die Gemeinde die Möglichkeit, künftig auch Teilzeitstellen anzubieten.

Buchsi übernimmt bereits heute im Bauwesen gewisse Aufgaben für Inkwil. Eine gleiche Vereinbarung besteht auch mit der Gemeinde Thörigen, die derzeit aber keinen Gebrauch davon macht. Die in den vergangenen zwölf Jahren gesammelten Erfahrungen mit Inkwil seien sehr positiv, sagt Habegger. Und nicht zuletzt sollen auch die Kunden profitieren: Das neue Kompetenzzentrum wäre zentral gelegen und an fünf Tagen in der Woche mit Fachpersonal besetzt.

Dieser Artikel wurde automatisch auf unsere Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch