Langenthal

Nicht nur Eis, sondern auch Wasser

LangenthalEs fehle in der Region an Wasserflächen für Kurse und Trainings, sagt Stadträtin und Rettungsschwimmerin Renate Niklaus (GLP). Sie fordert deshalb, den Bau eines Hallen­bades in die Planung des neuen Eisstadions einzubeziehen.

<b>Begehrtes Nass für Schule und Vereine:</b> Die Lehrschwimmhalle in Aarwangen ist in der Regel ausgebucht.

Begehrtes Nass für Schule und Vereine: Die Lehrschwimmhalle in Aarwangen ist in der Regel ausgebucht. Bild: Thomas Peter

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Manchmal sei es ein einziger Kampf, sagt Renate Niklaus. Zwar sind mit dem Hallenbad in Herzogenbuchsee, den Schulbädern in Aarwangen und Bützberg oder den Bassins der Stiftung für ganzheitliche Medizin in Langenthal und der psychiatrischen Klinik in St. Urban Schwimmgelegenheiten auch in der kalten Jahreszeit in der Region um Langenthal vorhanden. Die Nachfrage nach diesen sei jedoch weit grösser als das Angebot, erklärt die GLP-Stadträtin.

Sie muss es wissen: Als Rettungsschwimmerin und Aquafittrainerin bei der Pro Senectute gibt sie selber immer wieder Kurse im geheizten Nass. «Die Wasserfläche ist überall knapp», sagt sie. So seien die vorhandenen Bäder für Kurse und Trainings im Oberaargau «während mindestens neun Monaten im Jahr überbucht».

Im erst diesen Frühling erfolgten Startschuss für die Planung einer neuen Eissportarena im Hard sieht Renate Niklaus nun die ideale Gelegenheit, dieses Problem zu lösen. Mit einer Motion will sie den Gemeinderat beauftragen, den Bau eines Hallenbades in die Projektplanung der neuen Eissportarena in Langenthal aufzunehmen.

Im Sinne der Energiestadt

Eine Wärmerückgewinnung dieser Art entspreche nicht nur der angestrebten Umsetzung des Energiestadtprogrammes, verweist Niklaus auf die aktuellen Richtlinien der Regierungstätigkeit. Eine Kombination von Eis- und Wassersport in einem Bau trage zugleich einer «bedürfnisgerechten Optimierung der Infrastrukturen für Sport, Freizeit und Kultur» Rechnung.

Zumal die Bewegung im Wasser anders als das Eishockey für Menschen aller Altersgruppen zugänglich und der Schwimmsport überdies im Lehrplan 21 verankert sei. Unter all diesen Aspekten, findet Niklaus, «ist es einfach tragisch, dass Langenthal als Stadt kein Hallenbad hat».

«Kein Spassbad»

Stadtpräsident Reto Müller (SP) sieht das anders. Zwar steht die Behandlung der Motion in der Exekutive erst noch an. «Im Investitionsplan kommt ein Hallenbad aber in der Planung des Gemeinderats nicht vor», verweist der Stadtpräsident auf den Kontext der regionalen Sportstättenplanung.

Das Buchser Hallenbad wird in naher Zukunft bekanntlich umfassend saniert. Dieses Projekt wolle man nicht konkurrenzieren mit einer überschneidenden Planung, sagt ­Müller.

Wobei Renate Niklaus von Konkurrenz nicht reden will. Kein «Spassbad» im Sinne einer Wellness- und Freizeitoase wie in Buchsi schwebe ihr im Hard vor, erklärt die Motionärin. Eher an eine Lehrschwimmhalle wie in Aarwangen angelehnt, solle das ins Eisstadion integrierte Hallenbad vorwiegend den Schulen, Organisationen und Vereinen für Kurse und Trainings dienen.

Dass Bedarf dafür vorhanden wäre, kann die Aarwanger Gemeindeverwalterin Gerda Gra­ber nur bestätigen. Ihre Lehrschwimmhalle sei voll ausgelastet, sagt sie. «Und die Nachfrage ist weit grösser, als wir sie decken können.»

Eckwerte definieren

Die Planung der neuen Eissportarena im Hard obliegt zwar nicht dem Gemeinderat. Zuständig sowohl für die Projektierung und den Bau des neuen Stadions wie auch für dessen späteren Be­trieb ist vielmehr die erst Anfang Jahr gegründete Arena Ober­aargau AG unter dem Präsidium von SCL-Geschäftsführer Gian Kämpf.

Vorgaben machen kann der Gemeinderat indes sehr wohl. Sollte der Stadtrat die Motion von Renate Niklaus überweisen, müsste der Gemeinderat den Einbezug eines Hallenbads in die Eckwerte des Planungsrechts für die private AG aufnehmen, erklärt Reto Müller. Diese Eck­werte würden gegenwärtig erar­beitet. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 16.05.2018, 20:21 Uhr

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