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Nicht einfach ins Blaue hinein planen

Der Gemeinderat will die Öffentlichkeit in die Entwicklung des Porziareals einbinden. Nur so sei eine spätere Volksabstimmung in Langenthal auch zu gewinnen, ist er überzeugt.

Alle Interessierten sollen sich Anfang nächsten Jahres äussern, wie sie die Entwicklung des Porziareals sehen und was sie sich überhaupt nicht vorstellen können. Foto: Thomas Peter
Alle Interessierten sollen sich Anfang nächsten Jahres äussern, wie sie die Entwicklung des Porziareals sehen und was sie sich überhaupt nicht vorstellen können. Foto: Thomas Peter

Die Entwicklung der ehemaligen Porzellanfabrik Langenthal gehört zu den grossen raumplanerischen Projekten der Stadt. Ähnlich wie der Bahnhof oder das Gebiet Hard. «Es gibt in der Bevölkerung und bei den Grundeigentümern viele kontroverse Meinungen zur Entwicklung des Porziareals», erklärte Stadtpräsident Reto Müller (SP) am Dienstag vor den Medien. Diese Meinungen will der Gemeinderat jetzt in möglichst grosser Zahl abholen.

Das Gebiet zwischen dem Bahnhof Süd und der Bleienbachstrasse solle zu einem Subzentrum Langenthals werden. Ziele seien die innere Verdichtung und die Aufwertung zu einem urbanen und lebendigen Zentrum, so Müller. Um herauszufinden, welche Entwicklungsmöglichkeiten es für das Porziareal gibt, wurde eine Testplanung lanciert.

Den Puls fühlen

Als Resultat davon wurden neun sogenannte Transformationsprinzipien festgelegt. Dabei geht es unter anderem um die Geschichte und Identität des Areals, um Hauptverbindungen, Freiräume oder die Höhenentwicklung. Diese Prinzipien will die Stadt in eine grundeigentümerverbindliche Regelung überführen. Dafür sei letztlich jedoch eine Volksabstimmung nötig, erklärte der Stadtpräsident.

«Wir wollen, dass jetzt alle Karten auf den Tisch gelegt werden.»

Reto Müller, Stadtpräsident

In einer solchen will der Gemeinderat natürlich ein positives Ergebnis erzielen. Um dies zu erreichen, will er laut Reto Müller zuerst bei der Bevölkerung und der Grundeigentümerschaft den Puls fühlen. Deshalb wird zu dieser Testplanung nun eine öffentliche Mitwirkung durchgeführt. Diese werde anschliessend ausgewertet, und der Gemeinderat entscheide dann, wie es mit der Arealentwicklung weitergehe, sagte Müller.

Nicht viel Geld ausgeben für nichts

Ziel sei schliesslich, mit den Eigentümern Planungsvereinbarungen abzuschliessen. Zudem soll die Planung ausgeschrieben und ein Planungsbüro ausgewählt werden. Doch davon ist die Stadt derzeit noch relativ weit weg. Reto Müller, Markus Zahnd, Leiter Fachbereich Stadtentwicklung, und der von der Stadt beauftragte Architekt Christian Wiesmann stellten deshalb klar: Die Stadt will nicht viel Geld ausgeben für die Entwicklung des Porziareals, ohne zu wissen, was die Bevölkerung überhaupt gut findet und was nicht.

Zahnd erklärte, dass der gesamte Prozess zur Arealentwicklung – inklusive des gesetzlich nötigen Planerlassverfahrens – zweieinhalb bis drei Jahre dauern dürfte. «Es ist doch besser, die Grundsatzfragen jetzt zu stellen als erst am Schluss», so Zahnd. Und Müller ergänzte: «Wir wollen, dass jetzt alle Karten auf den Tisch gelegt werden.»

Was ist realistisch, was wird gewünscht?

Die Behörden wollen also nicht einfach ins Blaue hinein planen. Mit der Mitwirkung wollen sie herausfinden, was auf dem Porziareal realistisch ist und was nicht. Dabei brauche es sowohl die Meinung der Öffentlichkeit wie auch der Eigentümer, sagte Architekt Wiesmann. Wenn sich zum Beispiel zeige, dass das Bauen in die Höhe überhaupt nicht gefragt oder gewünscht sei, müsse man auch nicht in diese Richtung planen, nannte Stapi Müller ein Beispiel. Mögliche Hochhäuser hatten zuletzt im Zusammenhang mit dem Porziareal viel zu reden gegeben.

Welche Fragen in der Mitwirkung gestellt werden, ist laut Müller noch nicht klar. Aber natürlich würden sich diese nach der bisherigen Testplanung und den Transformationsprinzipien richten. Auch wann die Mitwirkung genau startet, ist noch offen. Die Stadt will vorher eine Informationsveranstaltung durchführen. Diese werde Anfang 2020 stattfinden, so Müller. Die Mitwirkung selbst soll dann drei Monate dauern.

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