Langenthal

Neue Erlebnisse im grossen Klangkörper

LangenthalIn intensiven Proben bereiten sich die Mitglieder des von den Musikschulen Oberaargau und Olten neu gegründeten Sinfonieorchesters Mittelland auf ihre erste Premiere vor.

Gemeinsam: Instrumentalisten der Musikschulen Oberaargau und Olten proben im Jugendsinfonieorchester Mittelland.

Gemeinsam: Instrumentalisten der Musikschulen Oberaargau und Olten proben im Jugendsinfonieorchester Mittelland. Bild: Olaf Nörrenberg

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An diesem sonnigen Auffahrtstag treffen sich Jugendliche aus dem ganzen Mittelland in der Aula des Gymnasiums Langenthal. Sie proben im neuen Jugendsinfonieorchester. Das aktuelle Repertoire reicht von modernen Kompositionen über Filmmusik bis hin zu klassischen Werken. Melodisch und gefühlvoll erklingt «Think of Me» aus «The Phantom of the Opera», bevor die Musik von Webber kraftvoll und dramatisch wird: «Fortissimo, tutti! Das muss schauderhaft tönen, wenn das Phantom auftritt. Und jetzt der Beckenschlag beim Schlagzeug», fordert Dirigent Beat Kohler temperamentvoll.

Er führt die jungen Musiker bestimmt, aber mit viel Einfühlungsvermögen. Seine Begeisterungsfähigkeit ist ansteckend. «Das war sehr gut, liebe Posaunen. Oboen, gut auf das Thema hören und geniessen», sagt der Trompetenlehrer, der die Jugendmusik Olten leitet und an der Musikschule Olten unterrichtet. In der Pause versucht Christoph Weibel, am Keyboard einen helleren, orgelähnlichen Klang einzustellen. Die beiden Leiter dirigieren nach Stücken und ergänzen sich bestens.

Lang gehegter Wunsch

Christoph Weibel, welcher das Oberstufenorchester La Pianta leitet, unterrichtet an den Musikschulen Langenthal und Olten. «Mit jungen Menschen zu arbeiten, aus ihnen einen Klangkörper, eine Einheit zu formen – mit diesem Jugendsinfonieorchester in Vollbesetzung hat sich für mich ein lang gehegter Wunsch erfüllt», gerät der Cellolehrer ins Schwärmen. Da sitzen die 65 Jugendlichen in Jeans und Turnschuhen. In der klassischen Besetzung mit Holzbläsern, Blechbläsern, Streichern und Perkussion. Sobald sie spielen, läuft einem ein Schauer über den Rücken. Eindrücklich und wunderschön das Klangvolumen, die Harmonie und die Präzision. Sie sind sehr aufmerksam, proben gewissenhaft und diszipliniert. Sie motivieren sich gegenseitig, und auf ihren Gesichtern spiegelt sich Konzentration, aber vor allem Freude und Zufriedenheit.

Bereits viel Erfahrung

Die Teilnehmenden sind fortgeschritten und haben bereits Erfahrung im Zusammenspiel. Sie haben die Stücke mit ihren Lehrpersonen im Vorfeld geübt und erleben nun die Tutti-Orchesterarbeit. Sie sind zwischen 13 und 22 Jahre alt, der jüngste Cellist ist sogar erst 12-jährig.

«Wir mussten uns daran gewöhnen, lauter zu spielen, damit uns die Bläser nicht wegblasen», erklärt der 17-jährige Samuel Schmitt schmunzelnd. Der Lotz­wiler spielt seit zehn Jahren Cello und ist auch Mitglied im Orchester La Pianta. Dort spielt Paula Kern die erste Geige: «Für mich bedeutet dieses Projekt gleichzeitig einen schönen Abschluss von La Pianta.» Die Langenthalerin spielt seit acht Jahren Violine. In einem Orchester dieser Grösse zu spielen, sei eine neue Herausforderung und erzeuge eine ganz andere Stimmung, sagen beide unisono.

Horizonterweiterung

Paula Kern findet es spannend, von einem anderen Dirigenten geleitet zu werden. «Das ist eine Horizonterweiterung.» Beide schätzen die konstruktive Kritik und die gewählte Literatur. Die Jazz Suite Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch fasziniert Samuel Schmitt besonders: «Bisher kannten wir ihn von Youtube oder aus dem Radio, und jetzt sind wir mittendrin», freut sich der Cellist. Der russische Walzer ist nicht erst seit dem Soundtrack zum Film «Eyes Wide Shut» berühmt.

Man darf sich auf die Premiere freuen. Ein hochstehendes Konzert für Sinfonieliebhaber, gespielt von jungen, motivierten Menschen.

Konzertdaten: Freitag, 20. Mai, 20 Uhr, Linksmähderhalle Madiswil. Sonntag, 22. Mai, 17 Uhr, Friedenskirche Olten, Eintritt frei, Kollekte. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.05.2016, 09:06 Uhr

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