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Mit Plakaten und Gebeten

So konservativ wie ihre Werte sind die Mittel, mit denen die EDU ihren Wahlkampf betreibt. Stimmen generieren soll heuer auch eine unabhängige Liste.

«Die Werbung am Strassenrand ist unser effektivster Auftritt», sagt der Mann auf dem Plakat ganz rechts: Johann Ulrich Grädel.
«Die Werbung am Strassenrand ist unser effektivster Auftritt», sagt der Mann auf dem Plakat ganz rechts: Johann Ulrich Grädel.
Thomas Peter

«Christliche Werte» stehen im Zentrum bei der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU). Für das Leben und gegen Abtreibungen richtet sie ihre Politik. Verurteilt die Sterbehilfe ebenso wie die Präimplantationsdiagnostik. Befürwortet zwar die Gleichberechtigung von Mann und Frau, nicht aber die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit heterosexuellen Ehen. Und macht sich für eine 1291 im Namen Gottes gegründete Schweiz mit einem hohen Selbstversorgungsgrad stark.

Es seien Werte, die nicht nur die zehn Kandidaten und zwei Kandidatinnen auf der Liste seiner Partei vertreten würden, erklärt EDU-Grossrat Johann Ulrich Grädel. Auch die sieben Männer auf der erstmals in Erscheinung tretenden Unabhängigen Liste Oberaargau (ULO) würden diese Werthaltung teilen. Unterschieden hätten sich die grösstenteils in der Landwirtschaft beheimateten «Unabhängigen» zumindest bis anhin denn auch hauptsächlich durch den Umstand, dass sie der EDU nicht als Mitglieder angehörten.

«Die Bezeichnung ‹EDU plus› wäre wohl transparenter gewesen», räumt Grädel ein, der die neue Liste überhaupt erst ins Leben gerufen hat. «Jeder Kandidat bringt Stimmen», so seine Überlegungen. Neben der bereits bewährten Verbindung mit GLP und EVP soll also nun auch diese direkte Verbindung dazu beitragen, dass die EDU den Sitz ihres Zugpferdes Grädel am 25. März erfolgreich verteidigen kann.

«Beine machen»

Passend zu ihrer Haltung beschreitet die Partei in ihrem Wahlkampf daneben traditionelle Wege. Man habe auch ein verhältnismässig eher kleines Budget, lediglich im vierstelligen Bereich, sagt Grädel. Zweimal sei er nun am von zwei Mitstreitern lancierten Bauernmarkt in Madiswil auf Werbetour gegangen. Den Sympathisanten wurden Briefe verschickt, in den lokalen Gratiszeitungen und im Anzeiger ein paar Inserate geschaltet. Und vor allem jede Menge Plakate angeschlagen. «Die Werbung am Strassenrand ist unser grösster und effektivster Auftritt», ist Grädel überzeugt.

«Die Bezeichnung ‹EDU plus› wäre wohl transparenter gewesen.»

Johann Ulrich GrädelGrossrat EDU

In den sozialen Medien hingegen sind die Kandidierenden der EDU und der ULO kaum vertreten. Lediglich Erstere haben sich wenigstens die Zeit genommen, den Fragebogen der Onlinewahlhilfeplattform Smartvote auszufüllen.

Den «Unabhängigen» werde er in dem Fall noch Beine machen müssen, sagt Grädel. Letztlich sei es dann aber doch vor allem die persönliche Bekanntheit, die Stimmen generiere, verweist der Betreiber der Huttwiler Spycher-Handwerks auf die vielen Zusatzstimmen, die er bei den letzten Grossratswahlen erhalten hatte. Neben Grädel ebenfalls für die EDU zu punkten vermochte damals vor allem der im Vorfeld für das Komitee «Gegen die strategische Islamisierung der Schweiz» stark in Erscheinung getretene Daniel Zingg. Heuer ist Johann Ulrich Grädel klar die bekannteste Figur auf der Liste der EDU, gefolgt vielleicht am ehesten vom Madiswiler Tierarzt Markus Staub oder der Eriswiler Alt-Gemeinderätin und Hebamme Barbara Loosli.

Und schliesslich beten

Dennoch zeigt sich Grädel zuversichtlich, seinen Sitz halten zu können. Durch seine Bekanntheit. Dank der Stimmen der Unabhängigen auch. Und schliesslich soll ebenso das Gebet der Sympathisanten die Kandidierenden mittragen in ihrem Kampf um politische Mitsprache im Kantonsparlament, wie es die Partei in ihrem letzten Rundbrief an die Sympathisanten schreibt.

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