Um die Marktgasse ranken sich Gerüchte

Langenthal

Die Metzgerei ist zu, der Weinhändler schliesst angeblich Ende Jahr, und bald soll auch das Elektrofachgeschäft verschwinden. Doch ganz so schlecht steht es nicht um die Geschäfte.

Führen die Geschäfte weiter (v.l.): Eric Vuithier, Franz Bär und Marlies Vuithier.

Führen die Geschäfte weiter (v.l.): Eric Vuithier, Franz Bär und Marlies Vuithier.

(Bild: Thomas Peter)

Béatrice Beyeler

Der Ladenschwund und die vielen leer stehenden Gewerberäume Langenthals sind nichts Neues. Im November ging die Stadtvereinigung (SVL) von 48 Büro-, Gewerbe-, und Ladenlokalen aus, die zu vermieten sind (wir berichteten). Nun geht das Ladensterben im Zentrum von Langenthal angeblich weiter: In der Marktgasse sollen Ende Jahr die Vinothek Vuithier und später auch das Elektrofachgeschäft Expert Trösch schliessen, wird erzählt.Doch besucht man die Geschäftsführer in ihren Läden, erntet man erstaunte Blicke: «Wir schliessen nicht», stellt Franz Bär, Geschäftsführer von Expert Trösch, klar. Die Ladenfläche an der Marktgasse 46 teilt er sich mit Appledoc. Bereits öfters hätten ihn Kunden darauf angesprochen, weil im Herbst das Geschäftshaus, welches im Besitz der Credit Suisse ist, ausgeschrieben war.

Er befinde sich zwar noch Verhandlungen wegen des Mietzinses, sagt Bär, aber er wolle mit Sicherheit noch ein bis zwei Jahre am selben Standort weitermachen, hält er fest. Seit dem Abgang seines Geschäftspartners führt Franz Bär den Laden alleine. Seine Lebenspartnerin greift ihm im Büro unter die Arme.

Vuithier sucht Nachfolger

Dasselbe bei der Vinothek Vui­thier: In Langenthal wird gemunkelt, dass die Weinhandlung bereits Ende Jahr ihre Türen schliesst. Betritt man in diesen Tagen das Fachgeschäft, wird man von Eric Vuithier, dem Gründer der Weinhandlung, begrüsst. «Seit einiger Zeit führen wieder meine Frau und ich das Geschäft», erklärt der 79-Jährige. Seine Gattin ist 80 Jahre alt.

«Seit einiger Zeit führen wieder meine Frau und ich das Geschäft.»Eric Vuithier, Vinothek

Vor einigen Monaten ist Sohn Patrick aus gesundheitlichen Gründen aus dem Familienunternehmen ausgestiegen. «Das war für uns ein herber Schlag, schliesslich war er bereits seit 20 Jahren dabei», sagt Vuithier senior. Der Sohn wolle sich nun beruflich anders ausrichten. Aus diesem Grund sucht der Weinhändler nun fieberhaft nach einem Nachfolger. Solange kein passender gefunden sei, werde er weiterhin im Laden stehen und seine Kunden bedienen, hält Eric Vuithier fest. «Zum Glück können wir auf gute Aushilfen zählen», betont er. Zurzeit ist die Vinothek lediglich nachmittags geöffnet. Eine Schliessung sei zum heutigen Zeitpunkt überhaupt kein Thema, betont der 79-jährige Geschäftsmann.

Stettler will später informieren

Wie es mit der Metzgerei Stettler weitergeht, ist nach wie vor unklar. Immer noch ist im Schaufenster dasselbe Schild zu lesen: «Die Märitgass-Metzg ist vorübergehend geschlossen.» Bedeutet das, Ernst Stettler wird die ­Türen bald wieder öffnen? «Es tut sich etwas, doch zum jetzigen Zeitpunkt möchte ich nichts darüber sagen. Ich werde zu gege­bener Zeit informieren», erklärt Ernst Stettler auf Anfrage.

Man darf also – wie viele Passanten, die vor dem Schaufenster hängen bleiben, interessiert den kleinen Zettel lesen und diskutierend weiterziehen – gespannt bleiben.

Seit geraumer Zeit ist zudem die Ladenfläche von Mobilezone auf dem Immobilienportal Homegate.ch ausgeschrieben. Auch in der unteren Marktgasse geht vermutlich also etwas vor sich. Was, weiss die Gerüchteküche sicherlich genau.

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