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Luftige Bilder und ein sinnlicher Kontrast

Derzeit werden im Kirchgemeindehaus Gemälde von Monika Gaberell und Holzobjekte von Heinrich Abt ausgestellt. An der Ver­nissage erfuhren die Besucher, wie die beiden zur Kunst gekommen sind.

Pauline Jacobi
Heinrich Abt möchte Monika Gaberells Beispiel folgen und sich im Ruhestand ganz der Kunst widmen.
Heinrich Abt möchte Monika Gaberells Beispiel folgen und sich im Ruhestand ganz der Kunst widmen.
Daniel Fuchs

Der erste Sinn, den die Vernissage ansprach, war das Gehör: Flötenklänge drangen aus dem Kirchgemeindehaus in Aarwangen und erfüllten den Raum, in dem die Gemälde und Gefässe ausgestellt werden.

Urheber der ungewohnt schönen Melodien waren Peter Ehinger und Sabina Weyermann, die mit ihrer Darbietung die Veranstaltung eröffneten.

In andächtiger Stille ­genossen die Besucher den musikalischen Moment. Schliesslich verstummten die Flöten, und Monika Gaberell ergriff das Wort.Die 74-Jährige berichtete, dass sie sich schon immer in der Malerei und im Zeichnen «ganz wie zu Hause» gefühlt habe. «So selbstverständlich, wie man spazieren geht, ist für mich auch Malerei schlicht ein Teil des Lebens.»

Aber erst nach ihrer Pensionierung liess sie sich zur Kunstmalerin ausbilden. Doch auch zu ihrer Zeit als Lehrerin an der Rudolf-Steiner-Schule konnte Gaberell ihr Flair für Malerei im Alltag einbringen. «Wenn ich etwas an die Wandtafel gemalt hatte, wollten meine Kollegen, dass ich es stehen lasse», erinnerte sich die Künstlerin zurück.

«Aber gerade in der Vergänglichkeit liegt für mich die Schönheit der Kunst – deshalb wischte ich es am Ende des Tages immer weg.»

Vielschichtig wie das Leben

Der Vergänglichkeit kommt auch in Gaberells Gemälden eine Hauptrolle zu. Dynamische Linien in Schwarz- und Grautönen verbinden und teilen die vielschichtigen Farbenspiele. Die Farbe Weiss begegnet dem Betrachter in fast jedem Bild und schafft dort Raum für Fantasie und Interpretation.

Oft lassen sich unter der hellen Fläche Umrisse und Farben erkennen, die von Gaberell übermalt wurden. Auf diese Weise ergibt sich eine Vielschichtigkeit, wie man sie aus dem eigenen Leben kennt. Man erblickt Trauer, Drang, Freude, Stille und Frust.

Die hölzernen Gefässe von Heinrich Abt kreieren einen sinnlich-bodenständigen und erdenden Kontrast zu den luftigen Bildern Gaberells. Jedes von Abts Objekten ist ein Stillleben, einzigartig in Form und Struktur.

Die verschiedenen Oberflächen, die sich hier schmeichelnd und dort rau und gerillt präsentieren, laden ein zum taktilen Erfahren von unterschiedlichsten Holztypen.

Nach dem Spaziergang

Abt, der seit achtzehn Jahren in Melchnau lebt, hat seinen Zugang zur Kunst erst vor einigen Jahren entdeckt: «Es war an einem Sonntag nach dem Spaziergang mit dem Hund», erklärte Abt, der vergangenen Donnerstag 65 Jahre alt geworden war. Die Stilbeilage in der Zeitung zeigte Gefässe aus Holz, die es ihm sofort angetan hatten.

Er besuchte bald einen Kurs bei Angelo de Moliner und war «vom ersten Augenblick an der Drehbank wie eingetaucht». Im Sommer wird Abt in Rente gehen. Von da an möchte er Monika Gaberells Beispiel folgen und sich ganz der Kunst widmen.

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