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Langsam schwindet der See

Der Kanton Bern will den Torfsee in Bleienbach verlanden lassen. Die Dorfbevölkerung und Gemeinderat haben daran keine Freude. Widerstand ist seitens der Exekutive allerdings nicht zu erwarten.

Kathrin Holzer
Unter Naturschutz: Der Torfsee ­zwischen ­Bleienbach und Langenthal.
Unter Naturschutz: Der Torfsee ­zwischen ­Bleienbach und Langenthal.
Thomas Peter

Beim Burgäschisee kämpfen die Kantone Bern und Solothurn gemeinsam um den Erhalt des Chlepfbeerimooses – eines der letzten Hoch- und Übergangsmoore überhaupt im Mittelland. Kein Moor-, aber immerhin ein veritables Sumpfgebiet soll dereinst auch bei Bleienbach entstehen.

Von Anfang an der Plan

Seit vierzig Jahren schon steht der seinerzeit künstlich angelegte Torfsee als Naturschutzgebiet unter der Obhut des Kantons Bern. Dieser habe von Anfang an die Absicht verfolgt, den See zum Sumpf werden zu lassen, sagt Petra Graf vom zuständigen Amt für Landwirtschaft und Natur. Insofern habe sich in den letzten Jahren an sich nichts verändert rund um das beliebte Ausflugsziel zwischen Bleienbach und Langenthal.

Nur dass der See Jahr für Jahr etwas stärker zuwächst und die Wasserfläche damit konti­nuierlich kleiner wird. Zwar wird im Uferbereich nach wie vor von Zeit zu Zeit ausgelichtet. Sedimente, also natürliche Ablagerungen, seien aus Naturschutzgründen jedoch nicht ausgebaggert worden und sollten es – ausser allenfalls bei einem kleinen Teil des Sees – auch weiterhin nicht werden, hält Petra Graf fest. Dies hat zur Folge, dass allmählich die natürliche Verlandung ihren Lauf nimmt.

Keine Freude im Gemeinderat

In der Gemeinde Bleienbach löst das nicht gerade Begeisterungsstürme aus. «In der Bevölkerung gibt es viele Leute, die es be­dauern, dass der Kanton den See verlanden lässt», sagt Gemeinderätin Esther von Ballmoos, zuständig für das Ressort Umwelt, Gesundheit, Abfallentsorgung in Bleienbach. Entsprechend erhalte der Gemeinderat auch immer wieder Anfragen, ob etwas unternommen dagegen werde.

Die Gemeinde sei aber klar am kürzeren Hebel, erklärt Esther von Ballmoos. Der Gemeinderat habe daher nicht vor, etwas gegen die Pläne des Kantons zu unternehmen. «Weil er das schlicht nicht kann.»

Hohe Kosten

Natürlich sei eine solche ­­Suk­zessionsfläche, die im Grunde sich selber überlassen wird, für Besucher weit weniger attrak­tiv als ein schön gepflegter See, weiss auch Kantonsmitarbeiterin Petra Graf. «Wir sehen aber keinen Sinn darin, die ganze Wasserfläche offen zu halten», verweist sie nicht nur auf die ­Kosten, die mit einem entsprechenden Unterhalt des Sees ­verbunden wären. Es gehe dem Kanton dabei auch um den Erhalt und die Förderung eines Lebensraums, wie es ihn in der Schweiz nur noch sehr selten gebe.

Bis der Torfsee zum Sumpf geworden ist, dürfte es allerdings noch einige Generationen dauern. «Der Torfsee wird voraussichtlich noch lange Wasser haben», sagt Petra Graf.

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