Oberaargau

Längere Wege zum Schweizer Pass

OberaargauDie Fachstelle Interunido macht keine Sprachstandsanalysen für Einbürgerungswillige mehr. Noch ist offen, an wen sich diese jetzt wenden können.

Sprachkurse für den Einbürgerungstest: Ab sofort können sich Migranten dafür nicht mehr an die Fachstelle Interunido wenden (Symbolbild/Keystone)

Sprachkurse für den Einbürgerungstest: Ab sofort können sich Migranten dafür nicht mehr an die Fachstelle Interunido wenden (Symbolbild/Keystone)

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Wer sich in der Schweiz einbürgern lassen will, muss einen Sprachtest bestehen. In der Region Langenthal konnte er sich bisher an Interunido wenden, die Fach- und Bildungsstelle im ­Migrations- und Integrationsbereich. Seit Jahresbeginn bietet diese den Test jedoch nicht mehr an. Sie hat ihre Vereinbarung mit den Gemeinden gekündigt.

Massgebend für diesen Entscheid war laut Geschäftsführer Thomas Niklaus, dass der Bund von den Anbietern neu inter­nationale Testgütekriterien verlangt. Die Information darüber sei zu kurzfristig erfolgt, als dass sich Interunido rechtzeitig neu hätte qualifizieren können.

Seine Fachstelle werde dies aber auch nicht nachholen, erklärt der Geschäftsführer. Denn erst per 2017 habe sie sich bereits neu akkreditieren müssen. Zwei- bis dreimal pro Jahr organisierte Interunido den Sprachstandsanalyse genannten Test bisher und empfing dafür zwischen einem halben Dutzend und gut 20 Einbürgerungswillige.

Die Sprachstandsanalysen seien für Interunido deshalb auch keine Einnahmequelle gewesen, sondern ein Service an Region und Kundschaft. Mit nochmaligen Akkreditierungskosten hätte Interunido diese Dienstleistung ­jedoch nicht mehr zu einem verantwortbaren Preis durchführen können, hält Thomas Niklaus fest.

Welche Alternativen die Einbürgerungswilligen aus dem Oberaargau haben, ist allerdings gegenwärtig noch unklar. Der ­Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst des Kantons Bern hat eine Liste der Institutionen versprochen, die sich neu akkreditiert haben. Auf seiner Website fehlt diese allerdings noch. Wann sie «folgt», wie es dort heisst, ist ­offen. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 13.01.2018, 10:23 Uhr

Einbürgerung

Wer sich in der Schweiz einbürgern lassen will, muss seinen Sprachstand in der jeweiligen Landessprache nachweisen. Verlangt wird das Referenzniveau A2 schriftlich und B1 mündlich.

A2 heisst unter anderem, dass man Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke in Alltagssituationen versteht und verwenden kann. Man muss sich in einfachen, routinemässigen Situationen verständigen können, in denen es um den Austausch von Informationen über vertraute und geläufige Themen geht.

B1 heisst, dass man die Hauptinformationen versteht, wenn klare Standardsprache verwendet wird und es um vertraute Dinge aus Arbeit, Schule oder Freizeit geht. Man muss sich einfach und zusammenhängend über vertraute und persönliche Interessengebiete äussern können.

Quelle: Goethe-Institut.

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