Länger Ferien wegen Schimmel

Herzogenbuchsee

Die Kinder dürfte es freuen, für alle anderen ist es eine unangenehme Angelegenheit: Teile des Kindergartens Hubel in Herzogenbuchsee sind von Schimmel befallen. Der Unterricht nächste Woche fällt deshalb vorsichtshalber aus.

Bleibt wegen Schmimmelpilzbefall mindestens eine Woche gesperrt: der Kindergarten Hubel in Herzogenbuchsee.

Bleibt wegen Schmimmelpilzbefall mindestens eine Woche gesperrt: der Kindergarten Hubel in Herzogenbuchsee.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Sebastian Weber

Es waren keine schönen Nachrichten, welche die Buchser Behörden Ende März erreichten. Im Rahmen der Erhebung des Unterhaltsbedarfs waren die Fachleute im Untergeschoss des Kindergartens Hubel auf ein massives Feuchtigkeitsproblem gestossen.

Die hinzugezogenen Spezialisten stellten fest, dass mehrere Räume im Keller von Schimmel befallen sind. In der Garage und im Technikraum machten sie einen Befall der ­Kategorie 2 aus. Im Aufenthaltsraum und in der Turnhalle hätten die Abklatschproben gezeigt, dass der Befall bereits «bedenklich» sei, sagt Marco Schlup von der Logically AG aus Riedtwil.

«Mussten sofort handeln»

Der Befund, ob es sich dabei möglicherweise um einen gesundheitsgefährdenden Schimmel handelt, steht noch aus. Dies müssen nun die Luftproben zeigen, die innerhalb der nächsten rund 6 bis 7 Wochen ausgewertet werden. Aufgrund der Beurteilung der Spezialisten und eines ersten Zwischenberichts vom 19. April weisen im Untergeschoss aber viele Anzeichen darauf hin, dass es sich zumindest teilweise um einen gesundheitsgefährdenden Schimmelpilzbefall handeln dürfte.

«Wir mussten deshalb sofort handeln», erklärt Gemeindepräsident Markus Loosli. Als vorsorgliche Massnahme hat die Gemeinde deshalb nun entschieden, den Unterricht nächste Woche ausfallen zu lassen. Auch weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass es zu einer Sporenverteilung gekommen ist und dass auch die Räume im Obergeschoss betroffen sind. Auch dort wurden erhöhte Feuchtigkeitswerte festgestellt.

Doch wie konnte es überhaupt erst so weit kommen? Die feuchten Wände im Untergeschoss hätten vor allem damit zu tun, dass man sich im Zuge einer Erweiterung der Garderoben und der ­Sanitäranlagen 1992 dazu entschlossen habe, die Fenster zu schliessen, erklärt Gemeinderat Christoph Sutter (Vorsteher Bau). Als Folge davon wurde der Durchzug unterbrochen, und die Wände konnten sich nicht mehr richtig austrocknen.

Gesundheitsgefahr klein

Wichtig: Unabhängig davon, wie der Befund der Spezialisten ausfällt, müssen sich die Eltern wegen gesundheitlicher Auswirkungen für ihre Kinder wohl keine Sorgen machen. «Aktuell muss nicht mit Krankheiten gerechnet werden», sagt Schularzt Jürg Müller. Sollten dennoch Unsicherheiten oder mögliche Symptome, wie Reizungen von Haut und Atemwegen, auftreten, empfiehlt er, die Kinder vom Haus- oder Kinderarzt untersuchen zu lassen. Pro­phy­lak­tisch den Arzt aufzusuchen, davon rät Müller ­allerdings ab. Die Gefahr, dass die gesundheitlichen Probleme nachträglich noch auftreten würden, sei klein.

Gesamtsanierung wäre teuer

Von der Massnahme, den Kindergarten Hubel für jegliche Benützung zu sperren, sind insgesamt 41 Kindergärteler betroffen. In Absprache mit dem Schulinspektorat entschied die Gemeinde, die Frühlingsferien um eine Woche zu verlängern. Es sei nicht ­bewerkstellbar gewesen, noch rechtzeitig für den 25. April einen Ersatz bereitzustellen, sagt Nick Moret, Abteilungsleiter Bildung. Es soll nun ab dem 2. Mai in den Theorieräumen der Dreifachsporthalle Mittelholz ein Provisorium betrieben werden.

Es handle sich dabei um einen Notkindergarten, der bis zum ­Ende des vierten Quartals den Unterricht sicherstelle, sagt Moret. Sollten die Luftproben zeigen, dass die Räume im Kindergarten Hubel nicht mehr benutzbar sind, müsse alleine schon aus Platzgründen auf das Schuljahr 2016/2017 hin nach einer langfristigen Lösung gesucht werden.

In diesem Fall kämen für den Kindergarten Hubel zwei Massnahmen infrage: Eine Gesamtsanierung oder ein Rückbau mit anschliessendem Neubau. Es könnte dann also noch mehrere Jahre dauern, bis die Kinder auf den Hubel zurückkehren könnten. Um den Schimmel aus dem Gebäude zu bekommen, seien umfangreiche Sanierungsmassnahmen nötig, sagt Christian Kleene, Fachbereich Liegenschaften und Anlagen. Die Gefahr sei daher gross, dass eine Gesamtsanierung gleich hohe Kosten verursache wie ein Neubau.

Die Schule hat die Eltern bereits schriftlich über den Unterrichtsausfall informiert. Am Samstag, 10 Uhr, lädt sie ausserdem zu einer Elterninformation in die Aula des Mittelholzschulhauses ein.

Berner Zeitung

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