Langenthal

Junge Literatur im Sägesser-Stöckli

LangenthalSaima Sägesser lud am Sonntag zum «Abend des Texts» in den Kulturkeller ein. Sechs junge und ein gestandener Autor gaben Einblick in ihr literarisches Schaffen.

Die Architekturstudentin Joana Tschopp alias Delafontaine liest im Keller.

Die Architekturstudentin Joana Tschopp alias Delafontaine liest im Keller. Bild: Daniel Fuchs

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Trotz Hitze fanden sich am Sonntagabend neben der Initiantin Saima Sägesser fünf junge und ein erfahrener Autor im Kulturkeller des Sägesser-Stöcklis zum «Abend des Texts» ein. Den Einstieg wagte Xaver Marthaler aus Burgdorf mit einem im Ich-Stil verfassten Text.

Er zeigte einen Menschen, der die Kälte der Welt so verinnerlicht hat, dass er auch die Fremde, die ihm Wärme schenkt, zerstört. Ganz anders als dieser mit vielen Metaphern befrachtete Text präsentierte sich die elliptische Lyrik der Architekturstudentin Joana Tschopp alias Delafontaine aus Zürich. Sie schöpft ihren Wortschatz aus der digitalen Welt.

Eindrücklicher Monolog

Laura Friedrich, Studentin der Theaterwissenschaften aus Basel, zeigte den aufführungsreifen Monolog einer Telefonistin, die sich zwischen den Anrufen Gedanken über sich und ihre Kunden macht. Thomas Anderegg aus Biel wiederum sinnierte über die grossen Themen des Lebens und sang eine Hymne auf die Sprache, für ihn «die letzte Instanz der Kunst», in ihrer Komplexität der Malerei und der Musik überlegen.

Der 43-jährige Autor Marc P. Sahli, der zeitweilig in Oberbipp lebte und heute in der Region Bern wohnt, widmet sich seit 1996 der Literatur. Mit «Logographien» publizierte er sein erstes Buch, eine Sammlung von präzisen und kritischen Kurztexten zum politischen Klima jener Länder, in denen er als Botschaftsangestellter lebte.

Im Keller las er unter anderem einen Text über das omnipräsente Porträt Ghadhafis in Tripolis und eine Textcollage von Headlines zum Bild, das sich die Schweizer vom Kosovo machen.

Robert von Dewitz wandte sich in seinen etwas ausufernden Texten wiederum sich selbst und der Welt zu. Saima Sägesser las als Letzte das Transskript eines Interviews mit einem Mann aus der Wuhrplatzszene.

Am Ende des Abends war die Initiantin zufrieden. «Ich habe mein Ziel erreicht, jungen Schreibenden die Möglichkeit zu bieten, ohne Druck ihre Texte zu präsentieren.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 01.09.2015, 07:26 Uhr

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