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Jetzt kennt er das Städtli

Am Kunstfestival «Nomen est omen» in Wangen präsentieren elf Künstler mit dem Namen Huber ihre Werke. Fotograf Dersu Huber hat mit «Frauen im Bild» 30 Wangerinnen porträtiert.

Einziger Mann im Gesamtwerk: Fotograf Dersu Huber hat für das Festival in einem Band 30 Wangerinnen porträtiert.
Einziger Mann im Gesamtwerk: Fotograf Dersu Huber hat für das Festival in einem Band 30 Wangerinnen porträtiert.
Marcel Bieri
Regula Fischer wurde 1959 geboren, wuchs in Bern auf und ist ausgebildete Köchin. Im Städtchen wohnt sie seit 1991. Hier ist sie Geschäftsführerin des Restaurants Stadtgarten. Wenn nicht in Wangen an der Aare, möchte sie am liebsten zwischen Bergen und Seen leben. Sie findet, die Schweiz sollte generell mehr für Frauenrechte tun, ist aber auch zuversichtlich, dass sich in dieser Hinsicht – wie schon in der Vergangenheit – auch in Zukunft noch viel tun wird.
Regula Fischer wurde 1959 geboren, wuchs in Bern auf und ist ausgebildete Köchin. Im Städtchen wohnt sie seit 1991. Hier ist sie Geschäftsführerin des Restaurants Stadtgarten. Wenn nicht in Wangen an der Aare, möchte sie am liebsten zwischen Bergen und Seen leben. Sie findet, die Schweiz sollte generell mehr für Frauenrechte tun, ist aber auch zuversichtlich, dass sich in dieser Hinsicht – wie schon in der Vergangenheit – auch in Zukunft noch viel tun wird.
PD
«Wangen an der Aare ist meine Heimat, hier bin ich aufgewachsen, hier durfte ich viele schöne Momente verbringen und geniessen», sagt Sophie Ramseier, die 1997 im Aarestädtli geboren wurde und nach einer Aus­bildung als Strassentransportfachfrau heute in der sozialen Arbeit tätig ist. Auch wenn sie überzeugt ist, dass eine Frauenquote in der Chefetage von Schweizer Konzernen eine falsche Lösung ist, findet sie die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen eine Frechheit. Sie sagt: «Frauen, wehrt euch!»
«Wangen an der Aare ist meine Heimat, hier bin ich aufgewachsen, hier durfte ich viele schöne Momente verbringen und geniessen», sagt Sophie Ramseier, die 1997 im Aarestädtli geboren wurde und nach einer Aus­bildung als Strassentransportfachfrau heute in der sozialen Arbeit tätig ist. Auch wenn sie überzeugt ist, dass eine Frauenquote in der Chefetage von Schweizer Konzernen eine falsche Lösung ist, findet sie die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen eine Frechheit. Sie sagt: «Frauen, wehrt euch!»
PD
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Wer ein gutes Fotoporträt von jemandem machen will, muss sein Gegenüber erst mal ein bisschen kennen lernen, davon ist Dersu Huber, Fotograf, Filmemacher und Künstler überzeugt: Was macht diese Person gerne? Und wie lebt sie? Schliesslich sei es ja auch das Ziel, genau diese Dinge im Bild zu zeigen. So habe er bei der Arbeit am Fotoband «Frauen im Bild», in dem 30 Frauen aus Wangen mit einem Porträt und den immer gleichen 25 Fragen vorgestellt werden, doch einen recht tiefen Einblick bekommen.

«Da gab es viele persönliche und historische Geschichten», erzählt Huber, «eine spannende Art, ein Städtchen kennen zu lernen.» Der aus Nidau stammende Fotograf habe Wangen zuvor nämlich nicht gekannt und sei erst ganz schön überrascht gewesen, als er wegen seines Nachnamens für das Kunstfestival «Nomen est omen», das dieses Jahr im Zeichen der Hubers steht, angefragt wurde. Inzwischen treffe er aber ziemlich viele bekannte Gesichter in Wangen an.

Eine vielschichtige Mischung

Aber auch die Leser kommen den Frauen beim Betrachten des Buches ziemlich nah, beantworten sie doch Fragen wie «Haben Sie einen nicht erfüllten Traum?», «Haben Sie einen Helden der Gegenwart?» oder «Was stört Sie am meisten am heutigen Weltgeschehen?». So ist das Buch nicht nur ein hübscher Bildband, sondern lädt dazu ein, eine bunte Mischung von Frauen kennen zu lernen: von der Drogistin über die Hausfrau und Mutter, die Rechtsanwältin bis hin zur Managerin.

Auch die Fotos selber sind in ganz unterschiedlichen Rahmen entstanden. Manchen Frauen kann man darauf bei der Arbeit zusehen, andere werden in ihrer Freizeit gezeigt – etwa beim Stricken oder Kaffeetrinken auf dem Balkon oder beim Lesen. Dabei hat das Buch auch eine politische Dimension, das wird schon auf den ersten Seiten deutlich. Dort sind nämlich die Meilensteine der Frauenbewegung aufgeführt, und im Begleitwort fordert Bundesrätin Simonetta Sommaruga dezidiert mehr Sicherheit, Lohn und Chancen für Frauen.

Auch wolle man mit dem Fotoprojekt die Bevölkerung noch stärker am Kunstfestival teilhaben lassen, erklärt Gemeindepräsident und OK-Präsident Fritz Scheidegger. Man bemühe sich bei jeder Ausgabe des Festivals, dass auch weibliche Kunstschaffende dabei seien.

Elf Stationen

Von Dersu Huber sind in Wangen indes noch mehr Werke zu ­sehen. Das sind aber keine klas­sischen Fotografien, stattdessen nennt der 33-Jährige sie «Fotobilder» oder «Experimente». Zu sehen, wenn auch schwer zu erkennen, sind darauf stets Wasseroberflächen, denen er mit langen Belichtungszeiten und Nachbearbeitung am PC faszinierende Strukturen entlockt.

Weiter gibt es an den elf Stationen des «Huberwegs» Bilder und Skulpturen der verschiedenen Hubers und an zwei Sonntagen Performances zu sehen: ein Cellokonzert mit Am­brosius Huber, bei dem der Musiker Klangwolken, Kompositionen aus seinem Repertoire und Arbeiten zum Thema darbieten wird, während Hans Huber (Künstlername Gianni Vasari) dazu live ein Bild malt.

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