Im zweiten Anlauf hats geklappt

Langenthal

Der Langenthaler Stadtrat hat der Kapitalerhöhung zugestimmt. Damit kommt die Finanzspritze für die Haslibrunnen AG im Februar vors Volk.

Das Alterszentrum Haslibrunnen an der Untersteckholzstrasse soll einem Neubau weichen.

Das Alterszentrum Haslibrunnen an der Untersteckholzstrasse soll einem Neubau weichen.

(Bild: Robert Grogg)

Es war dieselbe Vorlage wie schon im Juni, mit der sich der Gemeinderat am Montag ans Parlament richtete. Von 2 auf insgesamt 20 Millionen Franken soll das Kapital angehoben werden, damit die Haslibrunnen AG über genügend Eigenkapital verfügt, um bei Dritten Geld aufzunehmen für den geplanten Neubau ihres Alterszentrums.

In der ersten Lesung hatten die bürgerlichen Parteien jedoch moniert, dass es an Informationen fehle. Dass gewisse Details formeller Natur genauer festgelegt werden müssten. Und dass vom Gemeinderat Bestrebungen erwartet würden bezüglich des Einbezugs von Drittaktionären in die heute rein städtische AG.

Lob und Tadel

Inzwischen wurden die Stadträtinnen und Stadträte von der Exekutive und dem Verwaltungsrat der Haslibrunnen AG ausführlich über die Hintergründe der beantragten Kapitalerhöhung informiert. Es wurden Plangrundlagen vorgelegt, und das Bauvorhaben wurde vorgestellt, mit dem die Zahl der Betten an der Untersteckholzstrasse von heute 53 auf neu 152 erhöht werden soll.

«Für unsere Fraktion sind die Informationsbedürfnisse gestillt», lobte da selbst FDP-Präsident Diego Clavadetscher, der die Vorlage gemeinsam mit Patrick Freudiger (SVP) im Juni vor allem wegen formaljuristischer Details noch stark bemängelt hatte. Einer erneut langen Diskussion sollte sein Lob aber nicht im Wege stehen. «Es gibt noch das eine oder andere zu tun», so Clavadetscher, erneut nicht vollends zufrieden mit der gemeinderätlichen Vorlage.

Wie vermitteln?

Es waren primär Punkte in der Abstimmungsbotschaft, welche die Liberalen konkretisiert oder abgeändert haben wollten. Schliesslich gelte es, die zwischenzeitlich gewonnenen Inputs zu verankern und auch an die Bevölkerung weiterzugeben, argumentierte Clavadetscher. Auf die Kommunikation bezog sich namens der EVP/GLP-Fraktion auch Paul Werner Beyeler. Wobei sich seine Überlegungen allerdings nicht auf die vorliegende, sondern auf künftige Botschaften bezogen.

So müsse sich das Parlament angesichts einer derzeit viel diskutierten «newsdeprimierten» jüngeren Generation bald grundsätzlich mit der Frage auseinandersetzen, wie politische Geschäfte den Stimmberechtigten vermittelt werden könnten.

Dritte gewinnen

Nach anderthalb Stunden konnte ein zufriedener Adrian Vonrüti den Saal verlassen. Einstimmig hatten die 39 anwesenden Parlamentarierinnen und Parlamentarier der Kapitalerhöhung und einer leicht veränderten Botschaft zuhanden der Volksabstimmung vom 10. Februar am Ende zugestimmt. Nach 15 Jahren, in denen ihn der Ausbau des Alterszentrums nun beschäftige, doch «ein weiterer Meilenstein», freute sich der ehemalige Sozialamtsvorsteher und weiterhin aktive Verwaltungsrat der Haslibrunnen AG.

Ebenso einstimmig überwiesen worden war kurz zuvor die Motion der SVP, wonach der Gemeinderat sich einsetzen soll, Gemeinden und privatrechtliche Organisationen als künftige Minderheitsaktionäre zu gewinnen. Womöglich sei es nicht der richtige Zeitpunkt, Dritte anzugehen, sagte der ressortverantwortliche Gemeinderat Michael Witschi (FDP). Und Roland Loser zeigte sich namens der SP/GL-Fraktion skeptisch, ob der Einbezug von Dritten überhaupt notwendig sei. Einer Abklärung hatten sie aber nichts entgegenzusetzen.

khl

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