Im alten Schulhaus soll neues Leben einziehen

Bollodingen

Der Gemeinde­rat von Bollodingen möchte die Liegenschaft am Dorfplatz ausbauen lassen. Passend zu den Legislaturzielen, soll dort neuer Wohnraum entstehen. Kostenpunkt: 1,2 Millionen Franken.

Wo einst unterrichtet wurde, soll bald gewohnt werden.

Wo einst unterrichtet wurde, soll bald gewohnt werden.

(Bild: Marcel Bieri)

Sebastian Weber

Es ist ein schöner Riegbau. Das Haus am Dorfplatz 2 in Bollodingen, das grundsätzlich gut erhalten ist. Es gilt, wie in der Botschaft zur Gemeindeversammlung zu ­lesen ist, als «hervorragender Vertreter des regionaltypischen Stöckli mit Mansarddach». Bis 1963 seien dort noch Schulkinder ein- und ausgegangen, erklärt Gemeindepräsident Urs Zumstein. Weshalb die von der Denkmalpflege geschützte Liegenschaft, die sich im Besitz der Gemeinde befindet, im Dorf auch immer noch als altes Schulhaus bezeichnet wird.

Um dieses ist es mittlerweile ruhig geworden: Der Mehrzweckraum mit Sitzungszimmer im Parterre, in dem vor der Fusion mit Bettenhausen 2011 noch der Gemeinderat von Bollodingen zusammenkam, wird nicht mehr benötigt. Die Wohnung im Obergeschoss steht leer.

«Sensationell schön»

Nun soll im ehemaligen Schulhaus bald wieder Leben einkehren: Der Gemeinderat möchte die Liegenschaft ausbauen und hat vom Langenthaler Architekturbüro Müller + Partner eine entsprechende Machbarkeitsstudie ausarbeiten lassen. Das Ergebnis: Der Gemeinderat hat entschieden, dass drei Geschosswohnungen entstehen sollen. Der Mehrzweckraum und die alten WC-Anlagen im Erdgeschoss verschwinden und machen Platz für eine 77 Quadratmeter grosse Loftwohnung.

Die bestehende Obergeschosswohnung wird totalsaniert – sie besitzt auf 76 Quadratmetern 3½ Zimmer. Und schliesslich wird auch das Dachgeschoss ausgebaut. Es entsteht dort eine 90 Quadratmeter grosse 3½-Zimmer-Wohnung mit Galerie. «Die Dachgeschosswohnung wird sensationell schön», meint Urs Zumstein.

Der Bau neuer Wohnungen ist ganz im Sinne des Gemeinderates. Dieser hat in seinen Legislaturzielen festgehalten, dass er den Wohnungsbau fördern möchte. «Wir haben festgestellt, dass es bei der jungen Bevölkerung eine Abwanderung aus der Gemeinde gibt. Es werden attraktive Wohnung nach heutigen Standards gesucht», sagt Zum­stein. Weshalb man den neuen Wohnungen einen «eigenen Reiz» verschaffen müsse.

Dazu gehöre im Falle der drei neuen Wohnungen am Dorfplatz auch, dass jede über einen separaten Eingang erschlossen werde – die Loftwohnung im EG über die Front, die Wohnung im OG über die bestehende Laube und die Dachgeschosswohnung über eine Loggia. «Damit erhöhen wir auch die Chancen, die Wohnungen zu vermieten», so der ­Gemeindepräsident.

Für die Vermietung der drei Wohnungen und der drei Autounterstände, die ebenfalls neu entstehen, wird mit Bruttoeinnahmen von jährlich gut 54'000 Franken gerechnet. Der öffentliche Kinderspielplatz auf der Parzelle wird saniert und erneuert. Den dafür nötigen Kredit von 60'000 Franken hatte die Gemeindeversammlung bereits Ende 2016 genehmigt.

Stimmbürger entscheiden

Für den Ausbau, inklusive aller Vorbereitungs- und Umgebungsarbeiten, benötigt der Gemeinderat einen Kredit in Höhe von 1,2 Millionen Franken. Diesen will er sich kommende Woche von den Stimmbürgern genehmigen lassen. Die Arbeiten könnten anschliessend im Herbst beginnen – sodass die Wohnungen frühestens ab Frühling 2018 bezugsbereit wären.

Gemeindeversammlung, Mittwoch, 21. Juni, 20 Uhr, in der Turnhalle Bettenhausen.

Langenthaler Tagblatt

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