Hard: Kein Hallenbad nur Eisstadion

Langenthal

Das Anliegen von Renate Niklaus-Lanz (GLP) stiess zwar auf Sympathien. Für den Stadtrat reicht das ­regionale Angebot jedoch aus.

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Giannis Mavris

«Der Zeitplan für die Motion ist genau richtig, das Anliegen ist sympathisch», sagte Stadtpräsident Reto Müller (SP), der auch dem Ressort Bau- und Planungswesen vorsteht, an der Stadtratssitzung vom Montag. Und die Fraktionsvorsitzenden machten klar, dass das Anliegen quer durch alle Parteien durchaus auf Sympathien stiess – diese jedoch nicht in politische Unterstützung umgemünzt würden. Zu teuer, zu aufwendig, unnötig sei dieses: 31 der anwesenden 38 Stadträte stimmten letztlich gegen den Bau eines Hallenbads in Langenthal.

Die Motionärin Renate Ni­klaus-Lanz (GLP) brachte nochmals ihre Argumente vor, damit neben der geplanten Eissportarena im Hard auch ein Hallenbad realisiert würde. «Eine Eishalle ist eine riesige Energieschleuder», gab sie zu bedenken.

Hier wird das neue Eisstadion, jedoch kein Hallenbad, gebaut. Video: Thomas Peter

Die Abwärme könnte mit einem Hallenbad optimal genutzt werden. Hinzu komme, dass die Wasserflächen für Kurse und Training im Oberaargau überbucht seien: «Es sind nicht genügend Kapazitäten vorhanden.» Ohne ein Hallenbad in Langenthal könnten die Lehrplanziele für den Schulsport kaum erfüllt werden.

Keine Konkurrenz

Den Stadtrat überzeugten diese Argumente allerdings nicht. Das regionale Angebot sei ausreichend dafür, den benötigten Schwimmunterricht durchzuführen, zudem könne die von der Eishalle anfallende Abwärme auch anders eingesetzt werden. Mehrfach erwähnt wurden zudem die hohen Kosten, etwa von Stefan Grossenbacher (SVP) – Hallenbäder seien nun mal teuer und unterhaltsintensiv.

Noch mehr ins Gewicht fiel für die Votanten allerdings die Tatsache, dass man mit dem Bau eines neuen Hallenbads in Langenthal direkt mit den bestehenden und geplanten Anlagen in der Region in Konkurrenz treten würde – insbesondere mit der Aquarena in Herzogenbuchsee. «Wir sollten in dieser Frage regional denken», sagte Roland Bader (FDP), «der Rest ist ja bereits in Langenthal.»

Technische Teilrevision

Zu reden gab auch die technische Teilrevision der baurechtlichen Grundordnung. Diese wird dereinst komplett und inhaltlich überarbeitet werden müssen – die heutigen Grundlagen sind jedoch keine Ausgangslage für eine Totalrevision, wie Reto Müller ausführte.

Die veraltete Grundordnung, die das Baureglement und den Zonenplan umfasst, solle deshalb in einem ersten Schritt technisch überarbeitet werden. Zudem muss die Grundordnung der ehemaligen Gemeinde Untersteckholz überführt werden, was bereits seit 2010 überfällig ist. Hinzu kommen übergeordnete Gesetze und Rahmenbedingungen, die eine Anpassung nötig machen.

Zufrieden mit diesem Vorgehen war keine Fraktion, insbesondere weil das Geschäft schon früher hätte angegangen werden sollen. Angesichts des Zeitdrucks stimmte der Stadtrat jedoch einstimmig zu.

Berner Zeitung

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