Handfeste Kunst in der Porzi

Langenthal

Passend zum Fabrikcharme stellen dieses Wochenende Daniel Zaugg und Tochter Christine Zaugg in der Porzi ihre grob gearbeiteten Kunststücke aus.

Gemeinsame Kunst: Daniel Zaugg und Tochter Christine stellen aus.

Gemeinsame Kunst: Daniel Zaugg und Tochter Christine stellen aus.

(Bild: zvg)

Patrick Jordi@jordipatrick

Als Fahrlehrer muss Daniel Zaugg im Alltag eher behutsam vorgehen. Emotionale Ausrutscher im Strassenverkehr lassen sich mit seinem Beruf nur schwerlich vereinbaren. Anders sieht es in den eigenen vier Wänden aus. Dort geht es bei Zaugg hin und wieder brachial zu und her. Warum? Der gelernte Textilentwerfer – heute sagt man Designer – hat seit je einen besonderen Bezug zu Farben. «Sie haben mich nie losgelassen», sagt der heute beinahe 60-Jährige.

Also lebte und lebt er seinen Hang zum Gestalterischen beim Malen von Bildern aus. Wobei: Malen ist untertrieben. «Was ich mache, ist eigentlich Action Painting», sagt Daniel Zaugg.

Mit blossen Händen

Bei ihm gelangen die Farben nicht vordergründig mit dem Pinsel auf die Leinwand. Gearbeitet wird eher mit einer Kelle, mit Korkzapfen – oder ganz einfach mit blossen Händen. «Meine Werke sind nicht flach – viel eher sind sie 3-D», erklärt Zaugg. Flugs zählt er Materialien auf, die zum Einsatz kommen können: «Bitumen, Gips, Kohle, Pasten, Altholz, Modelliermassen et cetera.»

Die Arbeiten sind am kommenden Wochenende nun erstmals öffentlich zu sehen. Quasi zu seinem 60. Geburtstag – er feiert ihn am Freitag – gönnt sich Daniel Zaugg eine Ausstellung. Diese bestreitet der Fahrlehrer allerdings nicht alleine. Mit von der Partie ist auch Tochter Christine Zaugg. Als Floristin wird sie die Werke des Vaters mit eigenen Kreationen untermalen.

Wer dabei an filigrane Sträusse und Kränzchen denkt, liegt falsch. Mit Objekten, die unter anderem aus Rinde, getrockneten Früchten, Holz oder Flechten bestehen, ist auch Christine Zaugg handfest unterwegs. «Meine Werke und die meines Vaters sollen eine Symbiose eingehen», sagt sie. Trotz der angestrebten Verbindung solle aber immer noch jedes Objekt für sich alleine stehen.

Als wollten sie zeigen, dass sie bei ihrer kreativen «Büez» vollen Körpereinsatz leisten und dabei manchmal schmutzig werden, stellen die beiden in einer Fabrikumgebung aus. Gezeigt werden die Werke in einer extra für diesen Anlass gemieteten Räumlichkeit der Porzellanfabrik Langenthal. Passend zu den gröberen Materialien trägt die Ausstellung den Titel «kunstStücke».

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