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Grossenbacher steht wieder für Wein

Die ­Vinothek Vuithier in Langenthal hat einen neuen ­Besitzer. Andreas Grossen­bacher führt das Geschäftaber nicht an der Marktgasse ­weiter, sondern zieht in sein Elternhaus an der Jurastrasse.

Zurück zu den Anfängen: Voraussichtlich ab Ende Juni wird hier wieder mit Wein gehandelt – wie vor 2004 schon jahrzehntelang.
Zurück zu den Anfängen: Voraussichtlich ab Ende Juni wird hier wieder mit Wein gehandelt – wie vor 2004 schon jahrzehntelang.
Marcel Bieri

Wie kommt ein Wirtschaftsinformatiker dazu, sich einer Weinhandlung anzunehmen? «Eine Affinität für Wein und Kulinarik habe ich schon lange», sagt Andreas Grossenbacher. Hinzu kommt, dass der 65-Jährige heuer pensioniert wird. «Für mich stand fest, dass ich noch etwas Neues probieren möchte.»

Als diese Zeitung im Dezember 2016 über die Situation des Ehepaars Vuithier berichtete, sah Grossenbacher seine Chance gekommen. «Genauso etwas habe ich gesucht», schoss es ihm damals durch den Kopf. Und so suchte er Anfang Jahr Marlies und Eric Vuithier auf und präsentierte ihnen seine Idee.

Diese hat sich in den vergangenen Monaten stark konkretisiert. Grossenbacher führt das Sortiment der Vinothek weitgehend unangetastet weiter. Zudem wird das Ehepaar Vuithier zusammen in einem Teilzeitpensum bei Grossenbacher tätig sein. «Ich bin auf ihre Unterstützung und ihr Fachwissen angewiesen», gibt der Wirtschaftsinformatiker unumwunden zu.

In der zukünftigen Konstellation sieht Grossenbacher eine Win-win-Situation. Er kann sich seinen Traum verwirklichen und auf das Expertenwissen des Sommeliers zurückgreifen. Die Vuithiers können wesentlich kürzertreten, müssen sich aber nicht ganz aus ihrem Lebenswerk zurückziehen.

In den Fussstapfen des ­Grossvaters

Grossenbacher – dieser Name ist in der Weinbranche alles andere als unbekannt. Andreas Grossenbachers Vorfahren gründeten Mitte des 19. Jahrhunderts in Langenthal eine der bekanntesten Weinhandlungen der ganzen Schweiz (siehe Box). Andreas Grossenbacher tritt nun in die Fussstapfen seines Grossvaters. Bestimmt ein spezielles Gefühl? «Meine Familiengeschichte bedeutet mir viel», sagt er.

«Meine Familien­geschichte bedeutet mir viel.»

Andreas Grossenbacher

Dass sie sich gut für Werbezwecke eigne, leugnet der Langenthaler nicht. Er wolle sich aber keinesfalls anmassen zu behaupten, die grosse Weindynastie wieder aufleben zu lassen. «Meine Vorfahren hatten eigene Weinberge im Waadtland, mein Unternehmen fällt natürlich wesentlich kleiner aus», sagt Grossenbacher.

Umbenennung in ­«Grossenbacher Weine»

Die Vinothek Vuithier an der Oberen Marktgasse wird laut des zukünftigen Weinhändlers aufgegeben. Grossenbacher eröffnet ­seinen Laden voraussichtlich Ende Juni an der Jurastrasse 26. Für ihn keine x-beliebige Adresse, schliesslich handelt es sich um das Elternhaus des 65-Jährigen. «Ich freue mich sehr auf den Laden, und das historische Haus passt hervorragend zu unserem Sortiment», schwärmt der Langenthaler. Ausserdem geht Grossenbacher davon aus, dass die Kundschaft der Vinothek auch den Weg an die Jurastrasse finden werde.

Nebst dem Umzug und der Umbenennung in «Grossenbacher Weine» will der Nachfolger der Vuithiers auch den Onlineauftritt der Vinothek aufpeppen. «Da wurde in den vergangenen Monaten zu wenig gemacht», sagt der Geschäftsmann. Die Bedeutung des Internets sei in der heutigen Zeit nicht zu unterschätzen. So nutzt Andreas Grossenbacher auch Social-Media-Plattformen wie Facebook. «Nebst der bisherigen Kundschaft möchte ich auch jüngere Käufer ansprechen und ihnen die schöne Seite des Weins vorstellen», sagt der zukünftige Geschäftsführer. Die Vorfreude ist ihm ins Gesicht geschrieben.

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