Langenthal

Folklore, Blues und Hack ’n’ Roll quöllfrisch kombiniert

LangenthalHackbrettvirtuose Nicolas Senn zündete mit Bluesharper Walter Baumgartner und Pianist Elias Bernet ein bluesiges Schlussfeuerwerk an den 26. Jazz-Tagen Langenthal.

«Blues meets Hackbrett» an den Jazz-Tagen. Bluesmusiker Elias Bernet mit Nicolas Senn und Walter Baumgartner an der Bluesharp (von links).

«Blues meets Hackbrett» an den Jazz-Tagen. Bluesmusiker Elias Bernet mit Nicolas Senn und Walter Baumgartner an der Bluesharp (von links). Bild: Andreas Marbot

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wenn Walter Baumgartner, soeben ausgezeichneter Schweizer Bluesharper, ein Appenzeller Zäuerli spielt, sein smarter Bassist Joel Allison aus Manchester ­sowie der schon mehrmals an den Jazz-Tagen aufgetretene Drummer Bernhard Egger sich im Talerschwingen üben, Hackbrett-Tausendsassa Nicolas Senn und Pianist Elias Bernet sich im musikalischen Duell hochschaukeln, dann erlebt man dies ausschliesslich und erstmalig an den Langenthaler Jazz-Tagen: «Blues meets Hackbrett».

Bluesige Energie versprüht Elias Bernet, wenn seine Finger über die Tasten fliegen, begleitet von seiner leicht rauen Stimme: Trifft der exzellente Pianist auf Walter Baumgartner, Gewinner des Swiss Blues Award 2016, sprühen die Funken. Im Zusammenspiel mit Nicolas Senn entwickelt sich die Kombination von Hackbrett, Piano und Bluesharp zu einer einzigartigen, explosiven Mischung.

Baumgartner erzeugte auf der Bluesharp eine selten zu hörende Klangvielfalt und Power. Wann schon hört man einen Naturjodel auf der Mundharmonika in berührender Zwiesprache mit dem Hackbrett? Sein Spiel überzeugt mit ­virtuoser Technik, Feeling und Groove. Ein Energiebündel, ständig in Bewegung, ausgestattet mit einer aussergewöhnlich sonoren Stimme.

Nach einem «quöllfrischen» Appenzeller Medley folgte die berühmte Komposition «Circus Renz», in schwindelerregendem Tempo gespielt. Mit Hack ’n’ Roll wurde das Publikum von den Sitzen gerissen. Nicolas Senn spielt alles auswendig und lässt die Holzklöppel mit einer faszinierenden Leichtigkeit über das trapezförmige Instrument mit den 125 Saiten wirbeln. Der 27-jährige Virtuose spielt rund um den Globus, wurde mehrfach ausgezeichnet und moderiert Musiksendungen im Fernsehen.

«Einer der Gründe für die Anziehungskraft des Hackbretts ist die Möglichkeit, alle erdenklichen Stilrichtungen zu spielen», erklärt Senn. Trotzdem pflege er bewusst auch die traditionelle Volks­musik. Er erlebe oft, dass sich dadurch Liebhaber bestimmter Musikgenres für andere Stilrichtungen begeisterten.

Im Übrigen sei er selten so persönlich und warmherzig empfangen und betreut worden wie hier an den Jazz-Tagen. Dies freut natürlich Bruno Frangi und seine eingespielte Organisationscrew, die auf ein erfolgreiches Festival zurückblicken und begeisterte Reaktionen erhalten ­haben. (Berner Zeitung)

Erstellt: 24.10.2016, 06:09 Uhr

Artikel zum Thema

An den Jazz-Tagen fühlen sie den Herzschlag des Tangos

Langenthal Bis Ende nächster Woche verwandelt sich das katholische Kirch­gemeindehaus in ein Jazz-House mit fünf Konzerten. Mit der argentinischen Sängerin Lily Dahab und Band gelang ein emotionaler Auftakt. Mehr...

Ein Programm, das auch Vorurteile abbauen soll

Langenthal Vom 11. bis 21. Oktober steht Langenthal im Zeichen des Jazz: Das 26. Festival bietet fünf Konzerte. Mehr...

Kommentare

Blogs

Foodblog Ennet des Polentagrabens gibts auch Pasta

Tingler Dummheit als Ware

Service

Schnelle Info für zwischendurch

Lesen Sie die Nachrichten aus der Region in Echtzeit.