Langenthal

«Es geht uns um jeden Beruf»

LangenthalDarbte sein Vorgängermodell nur noch so dahin, nimmt der neue Verein Berufsbildung Oberaargau Fahrt auf. Das erklärte Ziel: Den Nachwuchs fördern.

<b>Wollen vorwärtsmachen:</b> Denise Krieg (links) und Sandra Lovizio setzen sich für Lehrlinge und deren Ausbildungsstätten ein.

Wollen vorwärtsmachen: Denise Krieg (links) und Sandra Lovizio setzen sich für Lehrlinge und deren Ausbildungsstätten ein. Bild: Marcel Bieri

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Eine Berufsschau für Lernende, das wäre doch eine schöne Sache. Zusammen mit dem Berufsinformationstag, an dem Schülerinnen und Schüler schon seit je einen Einblick in verschiedene Berufe und Betriebe erhalten. Eine solche Berufsschau wollen Sandra Lovizio und Denise Krieg schon für nächstes Jahr aufgleisen. Ein zweitägiger Anlass, an dem Lernende nebst der Betriebsbesichtigung auch Workshops sowie Referate von Unternehmensleitern besuchen können.

Ganz wichtig dabei ist: Es soll ein Anlass sein, wo kleine Betriebe mit wenig Budget die Gelegenheit erhalten, an einem Stand ­ihre Firma vorzustellen und gleichzeitig neue Lernende anzuwerben. Eine bessere Vernetzung in der Region ist das wichtigste Ziel des neuen Vereins Berufsbildung Oberaargau (VBO). Präsidentin Sandra Lovizio definiert es so: «Es geht uns um jeden Beruf. Wir wollen niemanden ausschliessen.» Und Denise Krieg, zuständig für Finanzen und Marketing, sagt, der Verein sehe sich vor allem als Vermittlungsstelle für Unternehmen und deren potenziellen Nachwuchs.

Mitgliederzahl steigt stark

Die Lehrlingsausbildung steckt nicht gerade in der Krise, aber sie hat schon rosigere Zeiten erlebt. Vielen Betrieben fällt es schwer, offene Stellen zu besetzen. «Es gibt immer weniger Fachkräfte», sagt Sandra Lovizio. «Deshalb ist auch die Ausbildung enorm wichtig.» Die Aufgabe des VBO sei es, dem Abwärtstrend entgegenzuwirken. Lernende sollen erkennen, dass auch ohne akademische Laufbahn eine Karriere möglich ist. Deshalb will der Verein die Eltern besser erreichen – auch mit der geplanten Berufsschau.

«Es gibt immer weniger Fachkräfte, deshalb ist auch die Ausbildung enorm wichtig.»Sandra Lovizio, Präsidentin des Vereins Berufsbildung Oberaargau

Bereits seit 1999 bestand der Ausbildungsverbund Oberaargau, Vorgängermodell des VBO. Damals mit Initiantin und Zugpferd Ammann Schweiz AG. In den letzten Jahren fristete der Verbund jedoch nur noch ein Schattendasein. Im Auftrag ihres Vorgesetzten, Markus Ruprecht, CEO der Güdel AG, machte es sich Sandra Lovizio zur Aufgabe, den Verein zu retten. Mit 24 verbliebenen Mitgliedern startete der VBO dieses Jahr einen neuen Anlauf. Ein frischer Webauftritt, dazu mehr Präsenz in der Presse und in den sozialen Medien. Das scheint zu funktionieren: Mittlerweile zähle der Verein wieder 100 Mitglieder, laufend kämen neue dazu, sagt Denise Krieg. «Wir sind positiv überrascht.»

Kein Konkurrenzgedanke

Derzeit ist der VBO intern relativ dünn abgestützt. Er brauche daher zusätzliche Vorstandsmitglieder, sei die Vereinsarbeit doch gemeinnützig. «Noch laufen wir auf Sparflamme», sagt Sandra Lovizio. Trotzdem hat sie bereits Schulen in der Region kontaktiert, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Gerade kleine Gemeinden wolle sie mit ins Boot holen. «Es wäre schön, wenn unsere Website in Zukunft die zentrale Plattform für die Ausbildung von Lernenden wird», hält die Präsidentin fest.

Eine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten, wie dem Aus­bildungszentrum Mittelland, will der Verein Berufsbildung Oberaargau aber nicht werden. «Wir leisten vielmehr einen Beitrag dafür, den regionalen Arbeitsmarkt mit qualifizierten Fachkräften zu versorgen und die Zusammenarbeit in der Ausbildung zu fördern», so Sandra Lovizio. Mit dem Hauptziel, möglichst alle offenen Lehrstellen im Oberaargau zu besetzen. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 16.04.2018, 22:35 Uhr

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