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Eintauchen in eine Nacht voller Kultur

Die fünf Langenthaler Kulturhäuser versprühten am Freitag zu fortgeschrittener Tageszeit einen Hauch Magie. Der schusselige Zauberer im Chrämerhuus war dafür ebenso verantwortlich wie die übrigen Protagonisten.

Mägic Henä wusste mit viel Humor zu begeistern.
Mägic Henä wusste mit viel Humor zu begeistern.
Marcel Bieri
Bunte Entschädigung: In der Kunsthaus-Ausstellung kamen Kulturnachtsbesucher auf ihre Kosten.
Bunte Entschädigung: In der Kunsthaus-Ausstellung kamen Kulturnachtsbesucher auf ihre Kosten.
Marcel Bieri
Experimentell: In der Dunkelkammer des Kunsthauses konnten Besucher die Kniffe der Ur-Fotografie entdecken.
Experimentell: In der Dunkelkammer des Kunsthauses konnten Besucher die Kniffe der Ur-Fotografie entdecken.
Marcel Bieri
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Am Freitag schien nichts so recht zu klappen. Zuerst kam keine Musik aus den Boxen, dann wollten sich die Knöpfe seiner Hemdsärmel nicht öffnen lassen. Und auch seine mehr oder weniger offensichtlichen Zaubertricks schienen nicht wie gewünscht zu gelingen.

Doch bei Mägic Henä aus dem Emmental – der für die Langenthaler Kulturnacht seine angebliche Tour in Las Vegas unterbrochen hat – ist dies Teil der Show. Mit viel Humor, Selbstironie und Erfindungen, bei denen unter anderem Akkuschrauber zum Einsatz kommen, hatte der Zauberkünstler der etwas anderen Art das ­Publikum jedoch vom ersten ­Moment an auf seiner Seite.

Rückblick auf eine Stippvisite

Nicht mit missglückten Tricks, sondern mit ihrer Stimme verzauberte Milena Patagônia im Anschluss an Mägic Henä ihre Zuhörerinnen und Zuhörer. Während eines zweiwöchigen Aufenthalts im Chrämerhuus entstanden vor einem Jahr in Langenthal ihre ersten Songs als Solokünstlerin.

In diesen erzählt die Bernerin von ihren Erlebnissen «i dr Stadt, wo dr Durchschnitt läbt». Ihre Stimme hinterlegt Patagônia mit Beat, Soundeffekten und Naturgeräuschen aus ihrer Loop-Station – ihrem «Grätli», wie sie es nennt. Dieses mache einen reduzierten Sound möglich, sagt die Musikerin. «So wird viel Raum für die Stimme geschaffen.»

Die ganze Aufmerksamkeit der jüngsten Kulturnachtbesucher galt an diesem Abend Kathrin Leuenberger und ihrem Figurentheater Lupine. Mit zartem Humor erzählten ihre selbst kreierten Puppen die Geschichte der Eidechse Nour, die ein neues ­Zuhause sucht. Schliesslich lernt diese, dass es sich lohnt, für einmal unbekannte Wege zu gehen. Leuenbergers Spiel mit Licht, Schatten und Musik zog die kleinen wie die grossen Zuschauerinnen und Zuschauer im Chrämi in seinen Bann.

Magisch berührt konnten Kulturnachtbesucher auch im Choufhüsi sein. Und zwar in der temporär eingerichteten Dunkelkammer im zweiten Stock. Hier wurde mit der Ur-Fotografie experimentiert. Ein eigenes Lichtbild konnte gestaltet werden. Selbst ganz junge Kulturinteressierte liessen sich diese Gelegenheit im Beisein der Eltern nicht entgehen. Aus einem Sammelsurium konnten Gegenstände ausgewählt und in der Dunkelkammer auf einem Fotopapier drapiert werden.

Nach einer kurzen Belichtungszeit hiess es, das Papier abwechselnd in drei mit chemischen Flüssigkeiten gefüllte Behälter zu tauchen. Und siehe da: Wie von Zauberhand erschienen auf dem zunächst gänzlich weissen Fotopapier die Umrisse der vorher arrangierten Gegenstände. Wer zuvor keine Ahnung hatte von den Prozessen der frühen Fotografie, konnte echt erstaunt sein.

Glucksen und Rauschen

Das Staunen fand seine Fortsetzung, als Maya Rochat ein Stockwerk tiefer vor den Augen der Gäste ein Gemälde entstehen liess. Musiker Buvette untermalte die kreative Liveperformance mit seiner psychedelisch anmutenden Soundpalette. Das elek­tronisch erzeugte Glucksen und Rauschen vermischte sich mit den Handgriffen der Künstlerin.

Eine am Boden kauernde Maya Rochat träufelte Wasser auf die beleuchtete Fläche eines Hellraumprojektors. Dort bildeten sich auf einer Klarsichtfolie kleine Wasseransammlungen, die durch die Projektion an den Innenwänden des Kunsthauses in ungleich grösserer Form wiedergegeben wurden. Durch leichtes Biegen rann das Wasser über die Klarsichtfolie – was für überraschende Effekte auf der Projektionsfläche sorgte. Verstärkt noch dadurch, dass die Künstlerin den Wasseransammlungen Farben hinzuträufelte. Wodurch schliesslich ein einzigartiges Batikmuster entstand.

Ineinanderfliessend war auch das Gespräch zwischen Reto Müller und Reto Müller. Richtig gelesen: Langenthals Stadtpräsident unterhielt sich im Kunsthaus mit seinem Namensvetter – einem Schaffhauser Künstler – über Langenthal und dessen Architektur.

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