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«Eine Namensänderung ist unumgänglich»

Die Lehre zum Innendekorateur stand vor dem Aus. Nun ist es dem Buchser Fritz Steffen mit einem Berufskollegen gelungen, die Verbände für eine Reform zu einen. Die Freude ist gross, aber es steht noch viel Arbeit an.

Innendekorateur Fritz Steffen setzt sich für seinen Beruf ein.
Innendekorateur Fritz Steffen setzt sich für seinen Beruf ein.
Olaf Nörrenberg

Lange Zeit war nicht klar, ob sich interessierte Jugendliche überhaupt noch zum Innendekorateur ausbilden lassen können. Denn schweizweit herrschte innerhalb der Branche grosse Uneinigkeit. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) sah vor, das Ausbildungsreglement auf Ende 2015 aufzulösen.Fritz Steffen, Innendekorateur mit Leib und Seele und Geschäftsführer von Steffen Raumkonzepte AG in Herzogenbuchsee, nahm die Dinge schliesslich in die Hand.

Gemeinsam mit seinem Berufskollegen Urs Nussbaumer aus Lüterkofen schrieb er das Staatssekretariat im vergangenen Jahr an. Die beiden Fachmänner erklärten sich bereit, eine Lösung zu finden und die Branche für eine dringend notwendige Reform zu einen

Frohe Botschaft

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation gab Fritz Steffen und Urs Nussbaumer bis Ende dieses Jahres Zeit, «stabile Strukturen zur Bildung einer neutralen, breit ab­gestützten Trägerschaft für die Berufsbildung im Bereich Innendekoration zu schaffen und die Reform anzugehen.»

Nach etlichen Gesprächen mit den drei ­Berufsverbänden aus der Westschweiz ist ihnen das nun gelungen. «Ich bin sehr froh», sagt der Innendekorateur und Lehrmeister Fritz Steffen. Nun kann er seinen Lehrlingen und Schnupperstiften wieder Perspektiven bieten. Stolz berichtet Steffen, dass zwei seiner Schützlinge die Lehre erfolgreich abgeschlossen haben und im August wieder zwei Jugendliche ihre Lehre bei ihm und seinem Bruder in Herzogenbuchsee antreten.

Insgesamt schlossen in der ganzen Schweiz laut Steffen in diesem Jahr rund 50 junge Erwachsene die Lehre zum Innendekorateur und zur Innendekorateurin ab. Doch wie geht es mit der Reform nun weiter? Urs Nussbaumer und Fritz Steffen haben das Mandat vom Schweizer Berufsverband Interieursuisse erhalten, ihren Beruf in die Reform zu führen. «Mit an Bord sind auch die drei Berufsverbände aus der Westschweiz», erklärt der Buchser.

Unterstützung bieten mehrere Experten aus der Bildung, vom Bund und dem SBFI. «Die Zusammenarbeit mit den Behörden ist bisher erfolgreich», hält Steffen fest.

Neue Ausbildung planen

In einem nächsten Schritt finden nun Workshops mit Berufsleuten aus dem ganzen Land statt. In diesen geht es laut Steffen darum, die Ausbildungsinhalte der Innendekorateure sowie die Berufschancen klar zu definieren. Zudem müssen die Schnittstellen zu anderen handwerklichen Berufen sauber getrennt werden.

Nebst der Reformierung der Ausbildung haben Steffen und Nussbaumer das ehrgeizige Ziel, auch die Weiterbildungsmöglichkeiten in ihrem Beruf zu strukturieren. Dies soll bis ins Jahr 2019 passieren. «Wir müssen längerfristig denken. Unser Ziel ist es, das Berufsbild so zu gestalten, dass es auch in zehn Jahren noch aktuell ist», erklärt Fritz Steffen.

Emotionales Thema

Fritz Steffen liebt seine Arbeit, und es liegt ihm sehr viel daran, dass der Beruf des Innendekorateurs weiterleben kann. Dafür müsse aber das Berufsbild modernisiert und klar definiert werden. «Eine Namensänderung ist meiner Meinung nach unumgänglich. Doch das ist ein sehr emotionales Thema», sagt der Buchser.

Der Beruf des Innendekorateurs sei sehr breit und auch handwerklich geprägt. Das ginge seiner Meinung nach häufig vergessen. «Wir dekorieren nicht einfach ein Schaufenster, sondern verlegen Böden, montieren Vorhänge und polstern Möbel», hält Steffen fest.

Er wäre der deutschen Berufsbezeichnung «Raumausstatter» nicht abgeneigt. Doch dafür werden sicherlich noch einige Gespräche nötig sein.

BZ/bey

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