Eine Koryphäe tritt ab

Der langjährige Leiter der Zivilschutzorganisation Oberaargau-West, Markus von Arx, geht in Pension. Nachfolger Martin Kopp kommt aus den eigenen Reihen.

Die Leidenschaft für den Zivilschutz ist ihnen gemein: Martin Kopp und sein Vorgänger Markus von Arx (r.).

Die Leidenschaft für den Zivilschutz ist ihnen gemein: Martin Kopp und sein Vorgänger Markus von Arx (r.).

(Bild: Marcel Bieri)

Béatrice Beyeler

«Diese Organisation ist wie ein Kind für mich», sagt Markus von Arx mit Wehmut. Nach über vierzig Jahren, in denen er für den Zivilschutz tätig war, wird der Attiswiler per 31. Juli pensioniert. Von Tag zu Tag könne er sich aber besser mit dem bevorstehenden Ruhestand abfinden.

Markus von Arx hat die heutige Zivilschutzorganisation Oberaargau-West massgeblich geprägt. So amtete er als erster Präsident des 2000 neu gegründeten Gemeindeverbands öffentliche Sicherheit Amt Wangen. Mit der Zusammenführung der damals 28 Zivilschutzorganisationen nahm das Amt Wangen eine Pionierrolle im ganzen Kanton ein. Als der Kommandantenposten verwaist blieb, wechselte von Arx 2002 die Funktion. Den Präsidentenposten tauschte er mit jenem des Leiters öffentliche Sicherheit.

Umbenennung war nötig

Als die Ämter 2010 den Verwaltungskreisen Platz machten, wurde sowohl die gesamte Zivilschutzorganisation als auch von Arx’ Posten umbenannt. Seit nunmehr sieben Jahren trägt die Organisation den Namen «Gemeindeverband Bevölkerungsschutz Oberaargau-West». Er war fortan als operativer Leiter Bevölkerungsschutz tätig. «Mit öffentliche Sicherheit brachten viele Leute die Polizei in Verbindung», erinnert sich der Kommandant schmunzelnd.

Stolzer Nachfolger

Martin Kopp, von Arx’ Nachfolger als operativer Leiter, hat seinen Posten bereits am 1. Mai angetreten. Mit ihm wurde ein Kommandant aus den eigenen Reihen gefunden. Der gebürtige Wiedlisbacher hat alle Grund- sowie Kaderstufen des Zivilschutzes durchlaufen. Bereits seit sechs Jahren führte er eine eigene Kompanie.

«Wir haben praktisch bei null angefangen und konnten eine solide Organisation aufbauen.»Markus von Arx

Der 38-Jährige lebt heute in Walliswil-Wangen. Ursprünglich hat er den Beruf des Forstwarts erlernt, in den vergangenen fünfzehn Jahren war er aber als Baumaschinenführer tätig. «Ich bin sehr stolz, dieses Amt ausüben zu dürfen», sagt Martin Kopp. Der damit einhergehenden Verantwortung sei er sich durchaus bewusst. Er hoffe, die Tätigkeit gut ausüben und dem verantwortungsvollen Amt gerecht werden zu können.

Diverse Höhepunkte

«Ich bin froh, dass wir mit Martin Kopp einen eigenen, einheimischen Kommandanten gewinnen konnten», sagt Markus von Arx. Nichtsdestotrotz werden auf seinen Nachfolger viele Herausforderungen zukommen. «Er kann halt nicht auf eine vierzigjährige Erfahrung zurückgreifen, sondern wird sich erst einarbeiten müssen», so der abtretende Leiter. Stolz blickt er auf seine erfolgreiche Karriere zurück. «Wir haben praktisch bei null angefangen und konnten eine solide Organisation aufbauen», sagt der Attiswiler.

Als Höhepunkte bezeichnet er die grossen Einsatzübungen sowie den Behördentag, der 2013 im Ausbildungszentrum Aarwangen durchgeführt wurde. «Wir konnten den Behörden unserer Gemeinden demonstrieren, dass wir gut funktionieren und was mit den finanziellen Beiträgen angestellt wird», sagt von Arx zufrieden. Im vergangenen Jahr wurde mit dem Führungsorgan ein Grossbrand im Städtli Wiedlisbach simuliert. Dabei wurde die Zusammenarbeit von Feuerwehr, Gemeinde und Zivilschutz während eines Ernstfalls auf die Probe gestellt. «Es hat alles wunderbar geklappt. Da wusste ich, dass meine Männer vollkommen parat sind», sagt der Zivilschützer.

Obwohl es ihm schwerfällt, sein «Kind» zu verlassen, freut er sich doch auf eine ruhigere Phase seines Lebens. «Ich habe dem Zivilschutz alles gegeben, es war eine schöne, aber auch strenge Zeit.» Markus von Arx hat bereits konkrete Pläne: Im Juli zieht es ihn für drei Wochen nach Schweden, wo er sich entspannen will. Anschliessend stehen die Familie, Sport und feines Essen auf dem Programm. Er könne sich sogar vorstellen, als freischaffender Berater im Zivilschutz tätig zu sein und so sein breites Fachwissen weiterzugeben. So viel steht fest, langweilig wird es Markus von Arx nicht.

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