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Ein Verlust, der kaum einer ist

Den Abfall von 102 Betrieben darf die Stadt nicht mehr entsorgen. Nur 8 nehmen diesen Dienst heute in Anspruch.

Der neue Laster vom Werkhof Langenthal darf den Abfall von 102 Betrieben nicht mehr entsorgen.
Der neue Laster vom Werkhof Langenthal darf den Abfall von 102 Betrieben nicht mehr entsorgen.
Marcel Bieri

Ab diesem Jahr dürfen die Gemeinden keinen Müll mehr von Grossunternehmen entsorgen. In einzelnen Kommunen brechen daher die Gebühreneinnahmen deutlich ein. In Köniz beispielsweise fallen 100 Unternehmen weg, was einen Ausfall von rund 100'000 Franken pro Jahr ausmacht.

Die Ausgangslage in Langenthal ist ähnlich: Auch hier sind es 102 Betriebe, die ihrer Grösse wegen aus dem Entsorgungsmonopol der Gemeinde fallen. Es handelt sich dabei um Filialen von grösseren Konzernen wie etwa SBB Cargo und SBB, Genossenschaft Migros Aare, Coop, UBS, Credit Suisse, Valiant-Bank, Fielmann oder Chicorée.

36 Franken Gebühr pro Jahr

So steht es in der Antwort des Gemeinderates auf einen Vorstoss des Stadtrats Michael Schär (FDP). Er fragte in seiner Interpellation unter anderem nach, wie hoch die erwarteten Ausfälle sind, wenn die Gemeinden keine Abfallgrundgebühr mehr erheben dürfen.

36 Franken stellte die Stadt Industrie-, Gewerbe- oder Dienstleistungsbetrieben bisher jährlich in Rechnung. Die Abfallgebühr sei in Langenthal verglichen mit anderen Gemeinden relativ tief, hält der Gemeinderat fest. Dabei werde bei der Grundgebühr nicht nach Grösse der Betriebe unterschieden. Diese Gebühr berappen offenbar die meisten der 102 Grossunternehmen, ohne dass sie den Abfall durch die Gemeinde entsorgen lassen. Das tun gerade mal deren 8.

Umsetzung erst auf 2020

Insgesamt rechnet die Stadt, dass ihr durch die Rechtsänderung rund 10'500 Franken pro Jahr entgehen: gut ein Drittel oder 3'672 Franken an Grundgebühren und etwa zwei Drittel oder etwa 6'700 Franken an Kosten für die Entsorgung von Müll aus den 8 Betrieben.

Das eigene Abfallreglement will die Stadt Langenthal jedenfalls nicht ändern. Nicht, wenn die Spezialfinanzierung Abfall ohnehin aktuell einen Überschuss von knapp 2 Millionen aufweist und jährlich rund 100'000 Franken Defizit budgetiert werden müssen. «Die zusätzlichen Mindereinnahmen fallen somit nicht stark ins Gewicht», folgert der Gemeinderat und sieht keinen Anlass, die reglementarische Grundlage zu ändern.

Sollte die Stadt künftig Grossfirmen anbieten wollen, ihren Abfall doch weiterhin zu entsorgen, müsste das Reglement geändert werden. Weil die Zahl der betroffenen Betriebe jedoch recht klein sei, lohne sich dieser administrative Aufwand nicht.

Die neue Regelung will Langenthal übrigens erst auf Anfang 2020 umsetzen und daher die Grundgebühr für dieses Jahr auch noch einziehen. Sollte ein Unternehmen heuer bereits darauf bestehen, sich davon zu befreien, könne es dies beantragen.

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