Ochlenberg

Ein ganzes halbes Leben im Takt

OchlenbergDie Liebe zum Dirigieren hat er vom Vater, der sein langjähriger Vorgänger war. Fritz Graber, 50, leitet den Posaunenchor Ochlenberg nun seit 25 Jahren.

Als «Töpfer, der ein Kunstwerk formt» sieht sich Fritz Graber in seiner Eigenheit als Dirigent.

Als «Töpfer, der ein Kunstwerk formt» sieht sich Fritz Graber in seiner Eigenheit als Dirigent. Bild: Marcel Bieri

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Seit einem Vierteljahrhundert dirigiert er den Posaunenchor Ochlenberg. Und noch ein paar Jährchen mehr die Nachwuchsband des Dorfes, die Young People Brass. «Ich bin auch nach so langer Zeit noch voll motiviert», sagt der Landwirt, der im zweiten Bildungsgang am Konservatorium Luzern Musik studiert hat. «Musik ist etwas, das mich immer wieder berührt. Mit ihr kann man Lebensfreude und andere Gefühle weitergeben, aber auch empfangen.»

40 aktive Mitglieder zählt der Posaunenchor heute, 25 Jugendliche kommen regelmässig in die Proben der Young People Brass. «Es ist wirklich eine super Gemeinschaft in unseren Bands», sagt Fritz Graber. «Es sind viele gute Menschen, die mittragen und dort mithelfen, wo sie ihre Stärken haben.»

Ansprüche und Level stiegen

Natürlich zählt in einem Posaunenchor aber nicht nur das Zwischenmenschliche, sondern auch die Musik. Und dafür, dass es auch bei dieser harmoniert, sorgt er als Dirigent. «Es ist spannend zu sehen, welchen Weg die beiden Bands in den vergangenen Jahren zurückgelegt haben.» Das Level sei deutlich gestiegen. Mit dem eigenen Alter und der Erfahrung seien nicht nur die Ansprüche an sich selber, sondern auch an jene seiner Musiker gestiegen. «Mein Motto ist es zu fordern, ohne zu überfordern.»

Dies gilt nicht nur für sein Engagement als Dirigent, sondern auch für seine Aufgabe als Lehrer an den Musikschulen Region Burgdorf und Langenthal wo er Bariton, Kornett und Trompete unterrichtet. Er liebt es, im Unterricht auf die Bedürfnisse des einzelnen Schülers eingehen zu können. Da müsse man stets flexibel sein. «Eine solch intensive Einzelbetreuung ist in einer Band natürlich nicht möglich. Da sehe ich mich mehr als Töpfer, der ein Kunstwerk formt.»

Sein Hauptinstrument ist das trompetenähnliche Blasinstrument Kornett. Darauf zu spielen hat er als kleiner Knabe von seinem Onkel gelernt. Die Liebe zum Dirigieren hat er vom Vater, der sein langjähriger Vorgänger beim Posaunenchor Ochlenberg war. «Mir und meinen Geschwistern wurde das Spiel mit den Noten in die Wiege gelegt.» Musik ist auch die Leidenschaft seiner Klavier spielenden Frau Marlis und der drei erwachsenen Kinder.

Vollumfänglich unterstützt

Fritz Graber ist sich bewusst, dass es ohne die volle Unterstützung seiner Familie nie möglich gewesen wäre, nebst dem Bauernhof so intensiv Musik machen zu können. Neben den wöchentlichen Proben und dem Engagement als Lehrer stehen immer wieder Vorbereitungen für Konzerte an, was für einen Dirigenten viel Vorarbeit bedeutet.

Einen der Höhepunkte seiner Karriere erlebte Fritz Graber vor rund 2 Jahren, als der Posaunenchor während des Festakts des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes in Burgdorf spielen konnte. Graber sagt aber: «Es braucht kein riesiger Anlass zu sein, damit es für mich als Höhepunkt zählt. Die zweimal jährlich stattfindenden Jahreskonzerte sind mindestens genauso bewegend.» Und wenn sie als Band während eines Gottesdiensts spielten, sei dies einfach wunderbar. Denn die Liebe zur Musik mit dem Glauben an Gott zu verbinden, ist für Fritz Graber das Grösste, wie er mehrmals betont.

Ob er noch einmal 25 Jahre dranhängt? Fritz Graber lacht und verneint. Ans Aufhören denke er nicht, dafür machten ihm seine Aufgaben zu viel Spass. Aber: Ich möchte rechtzeitig merken, wenn es an der Zeit ist, den Platz jemand anderem zu überlassen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.09.2015, 09:17 Uhr

Konzert

Das Jubiläum ihres Dirigenten feiern der Posaunenchor und die Young People Brass. Am Samstag, 17.Oktober, ist dazu ab 20 Uhr ein Konzert in der Mehrzweckhalle Thörigen angesagt. Spielen werden für einmal nicht die Ochlenberger selber, sondern jene Musikgesellschaften, in denen Graber während seiner Laufbahn als Bläser und Dirigent geamtet hat: Die Brass Band Berner Oberland und der Posaunenchor Lützelflüh-Grünenmatt.kit

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