Diesmal ohne Steuererhöhung

Aarwangen

2014 hauchdünn gescheitert, kommt die Umnutzung des Aarwangener Dorfschulhauses zur Verwaltung im März erneut an die Urne. Zwar nur mit leichten Anpassungen, aber zeitgleich mit dem Ersatzneubau.

Das heutige Schulhaus im Dorf soll Sitz der heute im Anbau (rechts) eingerichteten Verwaltung werden.<p class='credit'>(Bild: Thomas Peter)</p>

Das heutige Schulhaus im Dorf soll Sitz der heute im Anbau (rechts) eingerichteten Verwaltung werden.

(Bild: Thomas Peter)

Es war ein Ergebnis, wie es sich Kurt Bläuenstein (FDP) genau so eben nicht gewünscht hatte: Mit 753 Nein- gegen 743 Ja-Stimmen haben die Aarwangerinnen und Aarwanger im November 2014 den 6,65-Millionen-Franken-Kredit für den Umbau des Dorfschulhauses zum Verwaltungs­gebäude bachab geschickt. Ein denkbar knappes Ergebnis, das den Gemeindepräsidenten deshalb nicht minder nachdenklich stimmte.

Woran ist die Vorlage gescheitert? Nur wenige Stimmberechtigte hatten an einer vorgängigen Infoveranstaltung teilgenommen. Kritik wurde dort vor allem an der fehlenden Detailplanung laut. Auch von «Erpressung» war die Rede, sollte über den durch eine Umnutzung des Dorfschulhauses nötig werdenden Ersatzneubau in der Sonnhalde doch erst in einem nächsten Urnengang abgestimmt werden – wenn die Verwaltungsvorlage bereits ins Trockene gebracht worden wäre.

Gut drei Jahre später bringt der Gemeinderat das Vorhaben am 4. März nun erneut zur Abstimmung. Diesmal zeitgleich mit dem Projekt für einen Schul­hausersatz, das bereits 2014 aus einem Wettbewerb hervorgegangen war. Und Gemeindepräsident Kurt Bläuenstein hat «ein gutes Gefühl»: Er habe den Eindruck, dass die Bevölkerung erkannt habe, dass man etwas unternehmen müsse – sowohl gegen die mit der aktuellen Nutzung der ehemaligen Druckerei Böhlen nur vor­übergehend gelösten Platzprobleme der Verwaltung wie auch die bei den Schulen, die inzwischen ebenfalls an ihre räumlichen Grenzen gestossen seien.

Minderkosten im Dorf

Das ganze vergangene Jahr hindurch hat der Gemeinderat in der Dorfzeitung immer wieder auf die Probleme aufmerksam gemacht und dort schliesslich auch dargestellt, inwiefern der Umzug der Verwaltung und das neue Schulhaus in der Sonnhalde diese lösen sollen.

Tatsächlich liegen gegenüber vor drei Jahren nun etwas genauere Angaben und auch neue Zahlen vor: Auf noch 5,4 Millionen Franken beläuft sich der beantragte Kredit für die Umnutzung des Dorfschulhauses. Wobei sich die effektiven Einsparungen gegenüber der letzten Vorlage durch konkrete Anpassungen wie etwa das Beibehalten des bereits renovierten Gemeinderatszimmers oder das Belassen der Abwartswohnung auf nur rund 600'000 Franken belaufen, wie Bläuen­stein festhält: 600'000 Franken sind indes nur deshalb nicht mehr im Kredit enthalten, weil die Dachsanierung des Dorfschulhauses inzwischen bereits erfolgt ist.

«2014 sah es auch in der Rechnung der Gemeinde noch schlechter aus.»Kurt Bläuenstein, Gemeindepräsident

Auswirkungen auf die Kosten hat dafür eine Anpassung des Vorgehens, was die Sanierung der Räume angeht, die nach dem Auszug aus dem heutigen Ver­waltungsgebäude frei würden. Sie sollen nicht von vornherein saniert werden, sondern erst, wenn auch deren Vermietung gesichert sei, erklärt der Gemeindepräsident.

Mehrkosten beim Neubau

Auch das Neubauprojekt in der Sonnhalde sei inzwischen noch überarbeitet und die Kostenschätzung präzisiert worden. Mit 7,725 Millionen Franken fällt der hierfür beantragte Kredit nun rund 500'000 Franken teurer aus als ursprünglich angenommen. Dennoch zeigt sich der Gemeindepräsident auch diesbezüglich zuversichtlich. «2014 sah es auch in der Rechnung der Gemeinde noch schlechter aus», sagt Bläuenstein. War damals eine Umsetzung der beiden Millionenprojekte noch an eine Erhöhung der Steueranlage auf 1,65 Einheiten geknüpft, werde man diese nun aller Voraussicht nach bei den heutigen 1,57 Einheiten belassen können.

Der Neubau in der Sonnhalde soll gegen die generelle Platznot der Aarwanger Schulen Abhilfe schaffen. Visualisierung: zvg

Was aber, wenn der Neubau in der Sonnhalde zwar angenommen, die Verwaltungsvorlage ­indes erneut abgelehnt wird? Ein leer stehendes Dorfschulhaus hatte der Gemeinderat noch 2014 unbedingt verhindern wollen. «Umgekehrt wären wir dümmer dran», sagt Kurt Bläuenstein. Er hoffe nun aber, dass beide Vorlagen eine Mehrheit fänden. Voraussichtlich auf das Schuljahr 2020/2021 hin würde das neue Schulhaus dann bezugsbereit sein, «einen guten Ablauf vorausgesetzt», erklärt der Gemeindepräsident. Bis 2023 oder 2024 könnte dann der Umzug der Verwaltung erfolgen.

Infoanlass zu den beiden Abstimmungsvorlagen: Dienstag, 23. Januar, 20 Uhr, Aula Sonnhalde.

Langenthaler Tagblatt

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