Die Zeltstadt mit dem Dorfladen

Walliswil-Wangen

Am Dienstag steigt die Einwohnerzahl von Walliswil bei Wangen auf rund das Vierfache an: Bereits zum dritten Mal findet das Schweizertreffen der Jungscharen in der 600-Seelen-Gemeinde statt.

Wie schon 2011?wird oberhalb von Walliswil bei Wangen eine riesige Zeltstadt mit einer beeindruckenden Infrastruktur entstehen.

(Bild: zvg)

Über 1000 Lagerteilnehmer reisen am Dienstag aus der ganzen Deutschweiz in das beschauliche Walliswil bei Wangen. Oberhalb des Dorfes ist seit rund einer Woche eine riesige Zeltstadt am Entstehen. Sogar mit Dorfladen, Bauernhof und einem Helikopterlandeplatz. Das Schweizertreffen der Jungschar der Evangelisch-Methodistischen Kirche findet alle fünf bis sechs Jahre und nun schon zum dritten Mal in Walliswil bei Wangen statt.

Gute Zusammenarbeit

Gemeindeschreiber Bruno Wintenberger zeigt sich begeistert über das immense Zeltlager. «Das OK stellt sich jeweils im Vorfeld bei uns vor und ist immer sehr gut organisiert», sagt er. Das Land wird den Jungscharlern von Landwirten zur Verfügung gestellt.

Diese Zusammenarbeit sei bereits mehrere Jahre vor dem Lager zustande gekommen. «Die Bauern müssen wissen, wie sie ihr Land bepflanzen können und wann sie es für das Zeltlager mähen müssen», erklärt Wintenberger.

Mit der Lagerstätte selbst habe die Gemeinde nichts zu tun, und die Bevölkerung bekäme gar nicht viel mit. «Das Gelände ist aber öffentlich zugänglich, und interessierte Walliswiler gehen jeweils vorbei», sagt Wintenberger.

Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien zum grössten Teil positiv. «Über Dreck und Lärm können wir uns nicht beklagen», hält der Gemeindeschreiber fest. Das Landstück werde immer sauber hinterlassen.

Laut Bruno Wintenberger findet das Jungscharlager heuer zum letzten Mal in Walliswil statt. «Das OK hat uns informiert, dass neue Leute in Zukunft an einem anderen Ort etwas aufbauen sollten», sagt der Gemeindeschreiber. Er hoffe aber, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei: «Sie dürfen gerne wieder nach Walliswil kommen».

Planung bis ins Detail

Laut der Medienverantwortlichen des Schweizertreffens der Jungscharen, Stefanie Staub, erstellen die Organisatoren jeweils ein 231-seitiges Sicherheitskonzept. Darin werden Szenarien wie Amokläufe, Unwetter oder schwere Unfälle thematisiert.

Das Konzept wurde vom Regierungsstatthalteramt geprüft und gestern vor Ort von betroffenen Akteuren wie der Feuerwehr und dem Spital abgenommen. Eine Mitarbeiterin des SRO befindet sich privat die ganzen drei Wochen über, auch während des Auf- und Abbaus, vor Ort.

Ebenso die Abfall- und Abwasserentsorgung regelt das OK präzise. «Es wurde ein Ressort Umweltschutz gegründet, dieses hat sich mit der Abfallentsorgung, -trennung und der Abwassersituation befasst», erklärt Stefanie Staub. Sie hält fest, dass es den Jungscharen ein Anliegen sei, den Eingriff in die Natur möglichst klein zu halten.

Die Medienverantwortliche zeigt sich zufrieden mit der Zusammenarbeit mit der Gemeinde Walliswil. Ob und wo ein weiteres solches Lager stattfindet, entscheidet der Verband nach der Woche in Walliswil.

Beeindruckende Zahlen

Die Aufbauarbeiten in der letzten Woche seien gut verlaufen, und man sei von grösseren Unwettern verschont geblieben, sagt die Medienverantwortliche zufrieden. Und es wurde vorgesorgt: Für die 10 Tage wurden knapp 3000 Liter Milch, 2060 Kilogramm Äpfel und rund 600 Kilo Zucker bestellt.

Das Lager verfügt über zwei Kühlwagen und eine eigene Küche. Trotzdem werden die Lebensmittel laut Staub vorzu angeliefert, da sie sonst die Lagerkapazität sprengen würden.

Die 650 Kinder und Jugendlichen werden von rund 500 Leitenden betreut. Das Budget des Lagers beträgt gemäss einer Medienmitteilung 650 000 Franken. 50 000 Franken haben die Jungscharen bei Finanzaktionen selber gesammelt, der Rest wird von über 50 Sponsoren finanziert.

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