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Die Städtchen machen gemeinsame Sache

Um die Wasserversorgung auch künftig sicherzustellen, planen die Gemeinden Wangen und Wiedlisbach eine Verbindungsleitung.

Die beiden Gemeinden wollen nun eine insgesamt 900 Meter lange Verbindungsleitung bauen.
Die beiden Gemeinden wollen nun eine insgesamt 900 Meter lange Verbindungsleitung bauen.
iStock/ Symbolbild

Es ist ein bemerkenswertes Projekt, das Wangen an der Aare und Wiedlisbach zusammen planen: Für 2,15 Millionen Franken soll mit einer Verbindungsleitung die Wasserversorgung beider Städtli im Notfall sichergestellt werden. Ihre Reservoire liegen dabei auf unterschiedlicher Höhe: Jenes in Wangen auf 498, das in Wiedlisbach auf 542 Metern über Meer.

Mit dem Projekt befolgen die Orte die Strategie des Kantons Bern, die zwei unabhängige Wasserbezugsorte verlangt. Aber nicht nur deswegen mache es Sinn, die Versorgung abzusichern, betont der Wanger Gemeinderat in seiner Botschaft zur Urnenabstimmung vom 19. Mai: «Der Klimawandel und die prognostizierten extremen Wetterschwankungen – wie Überschwemmungen oder im letzten Sommer die Hitzeperiode – rufen nach einer Absicherung des wichtigsten Lebensgutes Wasser.» Zwar können die beiden Wasserversorgungen die Bedarfsspitzen heute im Maximalfall auch mit eigenen Vorkommen abdecken.

Bei einem Ausfall der wichtigsten Bezugsorte würden beide Gemeinden jedoch nicht über ausreichend Wasser verfügen. Mit dem vorliegenden Projekt sichern sich die Orte somit gegenseitig ab. Zudem weisen sie einen fast gleich hohen Bedarf am kostbaren Gut auf, und sie verfügen über ähnliche Anlagen. «Unsere Gemeinden sind auch mit denselben Aufgaben und Problemen konfrontiert», sagt Patrick Nussbaumer, zuständiger Gemeinderat auf Wiedlisbacher Seite. Er spricht dabei ebenso den vergangenen, extrem trocknen Sommer an.

Als Nussbaumer im Oktober 2017 in die Exekutive gewählt wurde, ist die Planung der Verbindungsleitung zwischen Wiedlisbach und Wangen schon fortgeschritten gewesen. Ein Projekt im grösseren Perimeter zusammen mit dem Wasserverbund Bipperamt (Wabi) AG, sagt er, sei schon zu einem früheren Zeitpunkt verworfen worden.

Konkret wollen die Gemeinden nun eine insgesamt 900 Meter lange Verbindungsleitung bauen. Dabei soll auch die 51-jährige Wasserleitung auf Wiedlisbacher Boden ersetzt werden. Die neue Leitung soll nicht mehr im Aarekanal verlegt, sondern an der Kanalbrücke angehängt werden. Diese rund 200 Meter im Grenzgebiet gehören zur Wasserversorgung Wangen und müssen unabhängig vom Projekt «Versorgungssicherheit» in den nächsten Jahren ersetzt werden, wie der Wanger Gemeinderat festhält.

Die Reservoire und Druckverhältnisse bleiben indes unverändert. Wegen der Höhendifferenz muss das Wasser aber von Wangen nach Wiedlisbach hochgepumpt und umgekehrt über eine Druckreduktion geführt werden. Wegen des Pumpwerks fallen denn die Kosten für die Gemeinde Wiedlisbach deutlich höher aus: Knapp 1,24 Millionen Franken beträgt ihr Anteil. Die Wanger zahlen 914000 Franken. Beide Gemeinderäte betonen, dass die finanzielle Tragbarkeit gegeben sei.

«Unsere Gemeinden sind auch mit denselben Aufgaben und Problemen konfrontiert.»

Patrick Nussbaumer,Gemeinderat Wiedlisbach

Urne und Versammlung

Da es sich um ein gemeinsames Projekt handelt, werden die Bürgerinnen und Bürger beider Gemeinden am kommenden Dienstag zu einer Informationsveranstaltung im Soho eingeladen. Über den Kredit wird aber unterschiedlich abgestimmt: Während die Stimmberechtigten von Wangen im Mai zur Urne gebeten werden, befinden die Wiedlisbacher an der Gemeindeversammlung vom 3. Juni über ihren Anteil.

«Bei uns gehen Kreditabstimmungen nicht an die Urne», erklärt der Wiedlisbacher Gemeinderat Patrick Nussbaumer. Unterstützen beide Gemeinden das Projekt, soll die Baubewilligung bis Ende Jahr eingeholt werden. Der Baustart ist für Mai 2020 geplant und die Inbetriebnahme der Verbindungsleitung bereits im November desselben Jahres.

Infoanlass: Dienstag, 30. April, 19.30 Uhr im Soho, Wangenstrasse 45, Wiedlisbach.

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