Die Landi wächst über die Kantonsgrenze

Herzogenbuchsee

Auf ­Solothurner Boden beschlossen die Landis Buchsi-Thörigen und Wasseramt ihre ­Fusion. Die Berner blickten ­zusätzlich auf ein gutes Geschäftsjahr zurück.

Der neue Landi-Laden an der Byfangstrasse in Herzogenbuchsee konnte im letzten Herbst eröffnet werden.

Der neue Landi-Laden an der Byfangstrasse in Herzogenbuchsee konnte im letzten Herbst eröffnet werden.

(Bild: zvg)

Jürg Rettenmund

Für einmal tagten die Landwirte der Region Herzogenbuchsee-Wangen im benachbarten Kanton Solothurn: Die Generalversammlung der Landi Buchsi-Thörigen fand in Aeschi statt. Anlass war ein grenzübergreifendes Projekt: Die Buchser Landi will mit derjenigen aus dem Wasseramt fusionieren.

Auslöser war die Landi Wasseramt, die im August 2014 in Herzogenbuchsee anklopfte: Im Wasseramt wird Geschäftsführer Hansruedi Geissbühler Ende 2016 pensioniert. Das Ja zum Zusammenschluss war nun eindeutig: Bei der Landi Buchsi-Thörigen fiel der Entscheid einstimmig, im Wasseramt gab es bei 57 Ja- 3 Nein-Stimmen.

Standort-Alternativen

Die Verantwortlichen der beiden bäuerlichen Organisationen sehen im Zusammengehen denn auch vor allem Vorteile in Form von Synergien. Es braucht künftig nur noch einen Geschäfts­führer, die meisten buchhalterischen Arbeiten können zentral in Herzogenbuchsee erledigt werden. Vor allem ist man froh, für Alternativen zum Standort beim Bahnhof Buchsi neben dem eigenen Investitionsprojekt in der Hofmatt in Subingen SO einen zweiten Standort zu haben, der bereits heute bei der Getreide­annahme und -trocknung dreimal effizienter ist als Herzogenbuchsee.

Beim Bahnhof Herzogenbuchsee ist die Landi mit dem Getreidecenter und dem Abpackbetrieb in Fenaco-Liegenschaften ein­gemietet, die längerfristig wohl neuen Überbauungen weichen müssen. In der Hofmatt plant die Landi mit der Fenaco eine Getreidesammelstelle, die durch die ­Fusion auch besser tragbar wird.

Notar einsparen

Heissen wird das Fusionsprodukt Landi Buchsi, Genossenschaft mit Sitz in Herzogenbuchsee. Der Abstecher für die Versammlung nach Aeschi hatte denn auch vor allem einen Spargrund: Weil beide Organisationen auf Solothurner Boden tagten, brauchte es nur einen Notar. Am 6. Mai ist die konstituierende Versammlung in Wangenried mit erstem gemeinsamem Fest geplant. Das ganze Jahr 2016 wird aber noch im Zeichen der Zusammenführung der beiden Organisationen stehen.

Neben den nun abgeschlos­senen Fusionsabklärungen kann die Landi Buchsi-Thörigen auf weitere Erfolge im Jahr 2015 ­zurückblicken. Der Umsatz ging zwar um 5,8 Prozent auf noch 28,6 Millionen Franken zurück, das Eigenkapital konnte aber von 4,9 auf 5,0 Millionen Franken gestärkt werden. Der Eigenfinanzierungsgrad stieg damit von 47,1 auf 47,6 Prozent.

Hohe Investitionen

Vor allem hat die Landi 6,3 Millionen Franken investiert, so viel wie noch nie in den den vergangenen Jahren. Der Landi-Laden an der Byfangstrasse wurde neu gebaut und zu Beginn des laufenden Jahres mit einer Brings!-Abfallsammelstelle ergänzt. Dazu hat die Landi diverse Fotovoltaikanlagen gebaut.

Zusätzlich konnte die Landi Buchsi-Thörigen im vergangenen Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiern, wurde doch ihre ­älteste Vorgängerorganisation 1890 gegründet.

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