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Die Läden sind leer, das Blatt ist voll

Das Ladensterben und die Lokalpolitik sind die Hauptthemen der aktuellen «Päng»-Ausgabe. Am Mittwoch wurde die Fasnachtszeitung dem Gemeinderat überreicht.

Barbara Graber
Übergabe: ­Reto Kurt (links) reicht als «Päng»-Chef­redaktor dem Stadtpräsidenten Reto Müller die neuste Ausgabe der Fasnachtszeitung.
Übergabe: ­Reto Kurt (links) reicht als «Päng»-Chef­redaktor dem Stadtpräsidenten Reto Müller die neuste Ausgabe der Fasnachtszeitung.
Thomas Peter

«Reto ist ein wunderschöner Name», stellte Redaktionschef Reto Kurt am Mittwoch bei der Übergabe des diesjährigen «Päng» an den Gemeinderat schmunzelnd fest. Die gut geplante Wahlkampagne von Stadtpräsident Reto Mül­ler habe die «Päng»-Redaktion überzeugt.

So findet sich Müllers Wahlplakat auf der Titelseite des Langenthaler Narrenblattes wieder, wobei der Schriftzug «Reto wählen» durch «Päng kaufen» ersetzt wurde. Der Analyse der Stapi-Wahl wird eine ganze Seite gewidmet.

Die Meinungen zur Langenthaler Stapi-Wahl seien unter Experten unterschiedlich, heisst es im «Päng». «Während die einen sagen, Hans Jürg Schmied habe die Wahl im ersten Wahlgang ganz klar verpasst, meinen andere, er habe mindestens 2000 Stimmen zu wenig erhalten, um gewählt zu werden.»

Der König soll Fehler machen

Durchwegs bekommen zudem «der rosarote Müller», aber auch seine Gemeinderatskollegen und Stadtschreiber Daniel Steiner ihr Fett weg. Auf fast jeder der sechzehn Seiten lächelt ein als König abgebildeter Reto Müller den Leser an.

Der Stadtpräsident wird ausserdem dazu ermutigt, sich auch einmal einen Fauxpas zu leisten. Als ehemaliger Schnitzelbänkler kenne er schliesslich die Bedürfnisse der Bänkler und wisse um deren Gier nach Missgeschicken und eingetretenen Fettnäpfchen.

Noch mehr Döner und Pizza

Während Reto Müller seinen ersten «Päng» als Stadtpräsident in Empfang nehmen durfte, erhielt der abtretende Fas­nachtsober Markus Gfeller seinen letzten Gratis-«Päng». Er wird der Übergabe künftig als Gemeinderat und Vizestadtpräsident beiwohnen.

«Passend zum diesjährigen Motto gingen auch die Läden ‹uf u dervo›.»

Reto Kurt, «Päng»-Chefredaktor

Doch nicht nur Gfeller mache sich auf und davon, meinte Reto Kurt. «Passend zum diesjährigen Fasnachtsmotto gingen auch die Läden uf u dervo», sagte der «Päng»-Chefredaktor weiter.

Das Ladensterben sei ein grosses Problem, das den Gemeinderat in der kommenden Zeit fordern werde, sagte er. So fand die Übergabe­zeremonie gleich vor dem ehemaligen Ladenlokal von Blackout statt.

Memory mit Leerstand

Traditionsgemäss mussten sich die Gemeinderäte ihren «Päng» verdienen. Beim Memoryspiel mit leer stehenden Ladenlokalen als Sujets bewiesen sie ihre mehr oder weniger konstruktive Zusammenarbeit.

Für eine Gratisausgabe des «Päng» müssen die Gemeinderäte ein Memory lösen. Von links: Matthias Wüthrich, Pierre Masson, Roberto Di Nino und Helena Morgenthaler. Bild: Thomas Peter
Für eine Gratisausgabe des «Päng» müssen die Gemeinderäte ein Memory lösen. Von links: Matthias Wüthrich, Pierre Masson, Roberto Di Nino und Helena Morgenthaler. Bild: Thomas Peter

Der «Päng» wartet sogleich mit Ideen auf, wie die verlassenen Räumlichkeiten wieder bevölkert werden könnten. So hätten durchaus weitere Pizzerias, Dönerläden, Coiffeure oder auch ein Jeansladen Platz in den Laden­lokalen.

Nur bedingt Schlagzeilen

Auch der neueste Klatsch und Tratsch aus der Gastronomie­szene darf in der aktuellen «Päng»-Ausgabe natürlich nicht fehlen – obwohl diese im letzten Jahr nur bedingt Schlagzeilen gemacht habe, wie es im Fasnachtsblatt heisst.

Allerdings hat sich die lokale Gastronomie während dieser Zeit durchaus verändert – und tut es noch, in rasendem Tempo. So wisse man nicht genau, ob das Pöschtli schon vor oder erst nach Redaktionsschluss schliessen werde.

Und das Hirschen-Bad sei wegen Reichtum des neuen Besitzers immer noch geschlossen. «Dafür macht sich derselbige in seiner Funktion als VR-Präsi nun im Bären mit der Suteria gleich selber Konkurrenz.»

Seit Mittwoch kann das Narrenblatt in den Langenthaler Gassen zum Preis von sechs Franken erstanden werden.

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