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Kosovare darf Kinder nicht herholen

Die Beschwerde eines kosovarischen Vaters hat das Verwaltungsgericht abgewiesen. Weil er nicht nachgewiesen hat, dass seine Kinder in deren Heimat unzureichend betreut werden.

Er kam Mitte der 90er­-Jahre als Asylbewerber in die Schweiz, heiratete hier eine Schweizerin. Ein Jahr nachdem er eine Aufenthaltsbewilligung erhalten hatte, wurde die Ehe geschieden.

Noch im selben Monat ehelichte der Mann in Kosovo eine Landsfrau. Diese Ehe hielt rund drei Jahre. Sie brachte drei Kinder hervor, für die der Vater die elterliche Sorge erhielt. Zurück in der Schweiz, stellte der Vater im September 2009 ein Gesuch um Familiennachzug für seine drei Kinder.

Dieses Gesuch konnte nicht abschliessend geprüft werden, weil Unterlagen fehlten. Fünf Jahre später – inzwischen lebt er mit einer Partnerin im unteren Emmental – nahm der dreifache Vater einen neuen Anlauf. Ein längerfristiges Visum für die Kinder lehnte der kantonale Migrationsdienst im Sommer 2016 ab. Dagegen erhoben der Kosovare und seine Kinder Beschwerde vor dem Verwaltungsgericht.

Die Situation ist unklar

Die Berner Richter beurteilen die Ausgangslage nicht wesentlich anders. Es sei unklar, finden sie, ob die Kinder in Kosovo nach der Scheidung ihrer Eltern bei den Grosseltern lebten oder ob sie bei ihrem Onkel aufwüchsen.

Daher bleibt auch offen, ob sich die ­Betreuungssituation der Kinder überhaupt verändert hat. Der Vater hatte seinen Antrag auf Familiennachzug damit begründet, dass seine Kinder in ihrer Heimat nicht mehr ausreichend betreut werden könnten.

Der Vorinstanz, der kantonalen Polizei- und Militärdirektion, fehlten dafür Nachweise. Zwar liegen verschiedene Arztberichte und die Aussage eines Onkels vor, aber sie sind entweder allgemein abgefasst oder sagen zu den strittigen Punkten nichts aus.

Dass die Kinder gar nicht (mehr) im Haus der Grossmutter unter deren Aufsicht wohnen könnten, belegen sie nicht. Oder stehen im Widerspruch dazu.

Inzwischen sind sie Teenager

Eine lntegration in der Schweiz hingegen wäre «mit grossen Schwierigkeiten» verbunden. In dieselbe Kerbe schlägt das Verwaltungsgericht. Mittlerweile sind die Kinder 17, 15 und fast 14 Jahre alt.

Das Gericht hat daher die Beschwerde abgewiesen. Der Vater trägt die Kosten des Verfahrens, 3000 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

cd

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