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Die Burger begehen ihren Ursprung

Auf 150 Jahre schaut die Burgergemeinde Bannwil am Sonntag zurück. Nicht ­zuletzt dank ihren Immobilien steht sie bis heute finanziell auf gesunden Beinen.

Die Bannwiler Burgerinnen und Burger feiern am Sonntag ihr 150-jähriges Bestehen am jähr­lichen Waldtag (Symbolbild).
Die Bannwiler Burgerinnen und Burger feiern am Sonntag ihr 150-jähriges Bestehen am jähr­lichen Waldtag (Symbolbild).
Keystone

Der Wald und die Burger. Sie stehen bis heute in enger Verbindung – sind doch nach wie vor grosse Teile der Waldfläche im Kanton Eigentum von Burgergemeinden oder werden durch diese bewirtschaftet. Das ist auch in Bannwil nicht anders, wo sich die Waldfläche der Burgergemeinde über insgesamt 139 Hektaren erstreckt.

Einst «Gmeinwärch» unter Leitung eines nebenamtlichen Bannwarts und heute von einem professionellen Forstteam im Dauerwaldprinzip bewirtschaftet, sei der Forst inzwischen aber nicht mehr der einträglichste Zweig der Burgergemeinde, sagt Peter Friedli. Und verweist auf die Fehlbeträge, die in den letzten Jahren infolge tiefer Holzpreise in Kauf genommen werden ­mussten.

Am Anfang war die Not

Trotzdem blickt der Alt-Burgerpräsident in seinem Beitrag in der Dorfzeitung zum 150-jährigen Bestehen der Burgergemeinde der Zukunft positiv entgegen. «Der finanzielle wie auch der ­materielle Zustand sind gut», schreibt Friedli dort.

Ihre Unbesorgtheit verdankt die Burgergemeinde vor allem einem klugen Schachzug in den 1970er-Jahren. Hauchdünn hatte sich die Burgerversammlung 1975 gegen die Weiterführung des Kiesabbaus entschieden. Eine vor allem seit der Erstellung des Kieswerks im Bannrain Mitte der 1960er-Jahre ach so lukrative Einnahmequelle ging damit verloren. Nun aber investierten die Verantwortlichen in Immobilien.

Mieten als Sicherheit

Vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 30 Mietwohnungen wurden laut Friedli zwischen 1972 und 1994 erstellt. «Die Mieteinnahmen sind heute der tragende Teil der Burgerrechnung», hält der ehemalige Burgerpräsident in seinem Beitrag fest.

Finanziell wie personell gut aufgestellt, werde die Burgergemeinde demnach auch in Zukunft die Bedürfnisse ihrer Burgerinnen und Burger sowie der gesamten Bevölkerung von Bannwil erfüllen.

Dass sich diese Bedürfnisse in 150 Jahren stark gewandelt haben, liegt auf der Hand. So verweist Friedli in seinem Beitrag denn auch auf die Entstehung der Burgergemeinden ab dem Ende des 17. Jahrhunderts.

Neue Erlasse haben die bernischen Gemeinden damals dazu verpflichtet, für ihre Armen zu sorgen, statt sie zu vertreiben. Erst im 19. Jahrhundert entstanden die heutigen Einwohnergemeinden, die nun nach und nach die Aufgaben der Burgergemeinden übernahmen. «In Bannwil wurde die Trennung der Einwohner- und Burgergemeinde bereits 1855 in Angriff genommen», weiss Peter Friedli.

Besiegelt wurde sie allerdings erst mit dem Güterausscheidungsvertrag vom Oktober 1867, weshalb jenes Jahr als das eigentliche Geburtsjahr der Burgergemeinde Bannwil bezeichnet werden könne.

Historische Wanderung

Feiern werden die Bannwiler Burgerinnen und Burger ihr 150-jähriges Bestehen am jähr­lichen Waldtag Sonntag: Nach einer historischen Wanderung durch die Burgerfelder am Vormittag warten beim Werkhof ein Mittagessen, Musik der Jagdhornbläser und Rösslifahrten auf sie.

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