Dicke Post für Regierungsrat Schnegg

Sämtliche elf Gemeinden der Region Huttwil lehnen die Reduktion der Ansätze für Tageseltern ab. Sie weisen auf die hohen Kostenfolgen hin.

Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion um Pierre Alain Schnegg möchte die Gelder für Tageseltern kürzen. Nicht nur im Oberaargau stösst er auf Widerstand.

Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion um Pierre Alain Schnegg möchte die Gelder für Tageseltern kürzen. Nicht nur im Oberaargau stösst er auf Widerstand.

(Bild: Beat Mathys)

Jürg Rettenmund

25 Blatt muss in seinen Drucker legen, wer den Brief auf Papier haben will. Diesen haben die elf Gemeinden der Subregion Süd im Oberaargau dem bernischen Gesundheits- und Fürsorgedirektor Pierre Alain Schnegg gesendet. Immerhin sechs Seiten davon sind der eigentliche Brief, der Rest Beilagen.

Inhaltlich geht es um die Kürzung der Ansätze für Tageseltern von schulpflichtigen Kindern, die der Gesamtregierungsrat letzten November beschloss und die auf nächsten August umgesetzt werden müssen. Der Verein Kibe Huttwil, der sich um die Kinderbetreuungsangebote in der Region kümmert, hatte dagegen protestiert und die Gemeinden aufgefordert, in die Bresche zu springen.

In ihrem Brief zeigen die Gemeinden nun auf, was das für sie bedeuten würde: Statt 37'000 Franken müssten sie künftig knapp 100'000 Franken übernehmen – eine Steigerung von 168 Prozent: «Die erhofften Einsparungen für den Kanton stehen in keinem Verhältnis zu den potenziellen Schäden in unserer Region.» Nicht berechnet haben die Gemeinden die Kosten für einen – vom Regierungsrat angestrebten – Ausbau der Tagesschulen. Sie halten nur fest, dass dies «wesentlich mehr» kosten würde.

Systemwechsel steht bevor

Die Gemeinden weisen schliesslich darauf hin, dass der Kanton bereits per 2019 die nächste Veränderung in der Finanzierung der Kinderbetreuung plant: den Systemwechsel auf Betreuungsgutscheine für die Eltern. Da mache es keinen Sinn, kurzfristig noch eine Zwischenlösung zu planen, welche die Tageselternvereine als ein wesentlicher Teil der Anbieter gefährde.

Die elf Gemeinden ersuchen deshalb den Regierungsrat, seinen Entscheid sofort aufzuheben. Er soll künftig bei Entscheiden, welche die Gemeinden so stark betreffen, die Auswirkungen vorgängig prüfen und genug Zeit für die Umsetzung einrechnen. Den Beschluss fassten die Gemeindepräsidenten an ihrer Konferenz vom Dienstag.

Langenthaler Tagblatt

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