«Der Winter hat sich angefangen»

Erster Schnee legte sich gestern über Felder und Wälder. Noch bedeckt er allerdings nicht das ganze Land.

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Chantal Desbiolles

«Der Winter hat sich angefangen, der Schnee bedeckt das ganze Land, der Sommer ist hinweggegangen, der Wald hat sich in Reif verwandt. Die Wiesen sind vom Frost versehret, die Felder glänzen wie Metall, die Blumen sind in Eis verkehret, die Flüsse stehn wie harter Stahl»: So beschrieb Dichter und Pfarrer Johann Rist den Winter im 17. Jahrhundert. An der Optik der Jahreszeit hat sich seither kaum etwas geändert – im Gegensatz zur Silhouette der Landschaft gemeinhin.

Dichtete Rist seine Zeilen heute, würde er sie sicherlich nicht mehr identisch formulieren. Zwar spricht «Wohlan, wir wollen wieder von uns jagen durchs Feuer das kalte Winterleid!» auch heute noch vielen schlotternden Zeitgenossen aus dem Herzen. Wir verlassen uns aber lieber auf bequemere Heizmethoden als auf diesen Imperativ: «Kommt, lasst uns Holz zum Herde tragen und Kohlen dran, jetzt ist es dran.»

Berner Zeitung

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