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Der Präsident zieht durch

Heinrich Jörg bleibt der Gemeinde Obersteckholz erhalten. Spöttische Bemerkungen erntete am Dienstag indes der einmal mehr abwesende Vorstand der Wassergenossen.

«Ich will weiterhin meinen Beitrag ­leisten. Auch wenn es nicht immer ­einfach ist» – Heinrich Jörg, Gemeindepräsident Obersteckholz.
«Ich will weiterhin meinen Beitrag ­leisten. Auch wenn es nicht immer ­einfach ist» – Heinrich Jörg, Gemeindepräsident Obersteckholz.
Olaf Nörrenberg

Es täte einen schon etwas reuen um die halbjährlichen Versammlungen der Gemeinde mit ihren 321 Stimmberechtigten. Wo der gegenseitige Austausch nicht ­weniger wichtig scheint als die ordentlichen Geschäfte. Wo in geradezu familiärer Atmosphäre scheinbare Kleinigkeiten angesprochen und auch einmal kleinere Streitigkeiten ausgetragen werden.

Wo man jeden Winter gemeinsam der verstorbenen Gemeindemitglieder gedenkt und sich über die neugeborenen freut. Läuft alles nach Plan, wird es ­allerdings nicht mehr viele dieser offiziellen Versammlungen geben in Obersteckholz.

«Ich glaube immer noch daran, dass die Fusion mit Langenthal zustande kommen kann», zeigte sich Heinrich Jörg am Dienstag zuversichtlich. Weshalb er denn auch weiterhin seinen Beitrag leisten wolle als Gemeindepräsident – «auch wenn es nicht immer einfach ist».

Die 55 Anwesenden hatten dagegen freilich nichts einzuwenden. Mit einem Raunen und spöttischen Kommentaren hatten sie kurz zuvor zur Kenntnis genommen, dass sich der einmal mehr abwesende Vorstand der Wasserversorgungsgenossenschaft beim Gemeinderat per Einschreiben für alle kommenden Gemeindeversammlungen entschuldigt habe. Mit grossem Applaus bestätigten sie nun ihren Gemeindepräsidenten in seinem Amt.

Grünes Licht vom Kanton

Was die Fusion betrifft, so hat der Zug nach vorübergehendem Stillstand tatsächlich wieder an Fahrt gewonnen, wie als später Gast auch Stadtpräsident Reto Müller (SP) unterstrich. Zwar wird das Langenthaler Parlament über die Weiterführung der Verhandlungen bekanntlich erst im neuen Jahr befinden.

Ziel beider Gemeinderäte bleibe es aber, weiterzumachen, sagte Müller. Egal, welches Wasser die Einzelnen dann am Ende zu beziehen wünschten, verwies er auf die 18 Genossenschafter, die ihr eigenes Netz behalten und so ihr Recht als Selbstversorger wahrnehmen werden.

Zumindest seitens des Kantons steht den Plänen der Gemeinderäte, anstelle der Übernahme des Genossenschaftsnetzes nun ein paralleles Netz zu bauen, nichts im Weg. Das Amt für Wasser und Abfall habe sein Einverständnis gegeben, erklärte Heinrich Jörg, eine Vorprojektstudie sei in Arbeit.

Es sei der richtige Weg, verwies er auf Kosten von bis zu 1,6 Millionen Franken, mit denen die Gemeinde bei einer Übernahme des Genossenschaftsnetzes hätte rechnen müssen. «Ich bin heute der Ansicht, dass das Geld in einem neuen Leitungsnetz sinnvoller eingesetzt ist», zeigte er sich skeptisch, ob das alte dem erhöhten Druck des Reservoirs Rappechopf standhalten würde.

Ziel bleibe es natürlich weiterhin, dass das neue Netz zusammen mit demjenigen der Wasserversorgung Rottal dereinst an die Wasserversorgung untere Langete übergehe, führte Jörg aus. Entscheidend werde dabei aber sein, dass auch Melchnau sich dem Verband anschliesse. Eine nächste Sitzung sei diesbezüglich für Januar angesetzt.

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