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Das Grossprojekt geht in die nächste Phase über

Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung und ein Businessplan sollen zeigen, ob das Mammutland in Huttwil rentabel sein wird. Aufgrund von Verzögerungen im Kanton Luzern wird vorerst mit Berner Geldern weitergemacht.

Vom ­Kammernwald her Richtung Industriegebiet Rüttistalden soll dereinst der Mammutpark Huttwil entstehen.
Vom ­Kammernwald her Richtung Industriegebiet Rüttistalden soll dereinst der Mammutpark Huttwil entstehen.
Marcel Bieri

Das Mammutland soll dereinst die kleinen touristischen Angebote zwischen dem Napf und St. Urban sowie zwischen Affoltern und Willisau vernetzen. Unter dieser Dachmarke lassen sie sich besser vermarkten. Das touristische Potenzial des Unterfangens zeigte die Projektgruppe, bestehend aus Touristikvertretern der Regionen Oberaargau, Emmental und Willisau-Wiggertal, 2016 in einem Massnahmenplan auf.

In den letzten Monaten wurde es jedoch still um «die Mammuts». Grund dafür seien Ver­zögerungen vonseiten der Kantone. «Sobald öffentliche Gelder im Spiel sind, dauert halt alles ein bisschen länger», sagte Pro-Regio-Geschäftsführer Walter Rohrbach an der Hauptversammlung des federführenden Tourismusvereins. Im Rahmen der neuen Regionalpolitik (NRP) beteiligen sich auch der Bund und die Kantone am Mammutland.

Professionalität unabdingbar

Sobald die Verfügung des Kantons Bern da ist, geht das Projekt in die Planungsphase über. Als Nächstes soll die Wirtschaftlichkeit geprüft und ein Business­plan erstellt werden. Zeigt sich dabei, dass das Vorhaben rentabel sein wird, steht anschliessend die Entwicklung eines Partner- und Sponsorenkonzepts an. Das durch externe Beiträge generierte Kapital soll jedoch nur als Startanschub für die Realisierung des Projekts dienen. «Die Wirtschaftlichkeit des Mammutlandes sollte dann so gut sein, dass wir dieses Kapital wieder zurückzahlen können», sagt Rohrbach. Im Frühling 2018 wird die Bevölkerung an einer öffentlichen Infoveranstaltung über den Stand des Projekts informiert.

Die Planungsphase soll bis zum Sommer 2018 abgeschlos­sen sein. Die Verantwortlichen rechnen mit Kosten von 270'000 Franken. Bund und Kanton sprechen dafür je 100'000 Franken NRP-Beiträge gut. Die Region Oberaargau investiert 45'000 Franken aus ihrem NRP-Fördergeldertopf. Pro Regio selbst bezahlt 25'000 Franken, erwartet für sich aber ein Nullsummenspiel. «Da wir viel Eigenleistung erbringen, können wir das Geld am Schluss wieder zurückfordern», sagt der Geschäftsführer.

Kosten: 24 Millionen Franken

Besonders teuer fallen die Wirtschaftlichkeitsberechnung und der Businessplan aus: 100'000 Franken sind dafür budgetiert. «Wir sprechen hier von einem Projekt, das im Endeffekt 24 Millionen Franken kosten wird», ­begründete Walter Rohrbach den hohen Betrag, «deshalb müssen die Wirtschaftlichkeitsberechnung und der Businessplan von Fachspezialisten erstellt werden.»

Und weil Professionalität auch für das Partner- und Sponsorenkonzept unabdingbar ist, rech­net die Projektgruppe für dieses mit Kosten von 55'000 Franken. Aus Ressourcengründen vergeben die Verantwortlichen das Projektmanagement an eine externe Stelle. Hier werden Kosten von 40'000 Franken anfallen. Denselben Betrag benötigt die Projektgruppe dann für die Suche von Partnern und Sponsoren sowie das Erstellen von Finanzanträgen.

Interesse nach wie vor da

Nicht nur im Kanton Bern kam es zu Verzögerungen. Auf der Luzerner Seite steckte das Projekt fest, weil der Kanton erst jetzt sein Budget genehmigt und deshalb bisher noch nicht über die Vergabe von NRP-Geldern entschieden hat. Bis der Kanton Luzern darüber befunden hat, wird mit Berner Geldern weitergemacht. «Steigt der Kanton Luzern nun definitiv ein, werden wir schauen, wie er und die Luzerner Tourismusorganisationen sich finanziell beteiligen», sagt Walter Rohrbach.

Das Interesse des Kantons Luzern, das NRP-Projekt Mammutland gemeinsam weiterzuziehen, sei nach wie vor da. Würden die Luzerner dennoch ihren Ausstieg beschliessen, müsste das gesamte Projekt neu überdacht werden. «Dann käme etwa der Baumkronenweg, der in Ufhusen geplant ist und ein ­Highlight wird, sicher auf Berner Boden.»

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