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Das Ende einer Dorfbeiz kündigt sich an

Der Rank war Fredi Tröschs Lebenswerk. Jetzt will der Eigentümer und langjährige Betreiber das ­Music Pub zu Wohnungen umbauen.

Bis 2013 hat Fredi Trösch noch selber gewirtet.
Bis 2013 hat Fredi Trösch noch selber gewirtet.
Walter Pfäffli

So manchem Passanten mag das Lokal in der Kurve gegenüber dem Aarwanger Tierlihuus gar nie aufgefallen sein. Fast ein wenig versteckt im ersten Stock, bildet der Rank allerdings bis heute einen festen Bestandteil der lokalen Beizenlandschaft.

Wenn seine Geschichte auch wechselhaft war – der Name Fredi Trösch war seit je mit dem Lokal verbunden. Der Grabener war es, der in der Liegenschaft in den frühen 1980er Jahren die Gastronomie einführte. Anfangs in Form eines alkoholfreien Cafés. Danach als Gastrobetrieb unter wechselnden Pächtern. Seit 2005 schliesslich in der Gestalt des heutigen Music Pub.

Nun aber scheinen die Tage des Lokals gezählt. Anfang März 65-jährig geworden, fasst Trösch nun die Umnutzung der Liegenschaft in zwei Wohnungen ins Auge. Das entsprechende Baugesuch ist bereits publiziert. Bis zum 9. April liegen die Pläne in der Aarwanger Bauverwaltung auf.

Nicht von heute auf morgen

Von heute auf morgen werde das Lokal sicher nicht aus der lokalen Beizenlandschaft verschwinden, hält der Eigentümer fest. Zu lange habe er selber im Rank ge­wirtet. Zu eng sei mit dem Lokal seine eigene Lebensgeschichte verbunden. Und doch sei die Zeit gekommen, «aufzuräumen», wie er es nennt. «Man wird nicht jünger.» Da gelte es allmählich, die Dinge zu regeln.

Schon vor fünf Jahren hat sich der Architekt und frühere Gemeindepräsident von Graben, gesundheitlich angeschlagen, als Wirt zurückgezogen. Hat den Betrieb seiner langjährigen Serviceangestellten Teresa Sappupo übergeben. Mit dem Umnutzungsgesuch wolle er sich nun alle Möglichkeiten offenhalten – auch im Hinblick auf einen dereinstigen Verkauf der Liegenschaft. «Für den Verkauf ist eine Beiz sicher weniger gut ge­eignet», so Trösch.

Immer mit 65

Komme hinzu, dass schon Vorbesitzer Otto Leuenberger ihm die Liegenschaft mit 65 Jahren verkauft habe, erklärt der Grabener. Und auch Leuenberger habe sie zuvor von dessen Vater übernommen, als dieser 65 geworden sei. Auch historisch gesehen sei es ­daher der richtige Zeitpunkt für einen Schnitt, findet Fredi Trösch. Wenn ihm dieser Schnitt, auch beileibe nicht leichtfalle. «Mir blutet das Herz, wenn ich zurückschaue», sagt er. Sei der Rank doch nicht nur vielen treuen Gästen, sondern ebenso ihm stets ein Stück Daheim ge­wesen.

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